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5 Tipps, den Jagdtrieb zu kontrollieren

Im einen Moment schnüffelt Dein Hund noch seelenruhig auf dem Weg herum, im nächsten läuft er wie von der Tarantel gestochen los und reagiert auf ein Rufen und auf kein Kommando. Kennst Du dieses Szenario? Dann bist Du wahrscheinlich Halter eines Hundes, der seinen Jagdtrieb auslebt. Und das ist oftmals leider alles andere als lustig, denn ist der Hund sehr ambitioniert, kann er das gejagte Wild (z. B. ein Reh) zu Tode hetzen. Oder er bringt sich selbst in Gefahr, wenn er in die Nähe von Straßen oder ähnlichem kommt.

Alles in allem kann man sagen: Ein Hund mit ausgeprägtem Jagdtrieb hat etwas von einer tickenden Bombe. Man weiß nie, wann er dem Trieb nachgeht und ihn ständig nur an der Leine zu führen ist auch nicht angenehm. Aber was kann man stattdessen tun? Schließlich kann man keinem Hund das Jagen abgewöhnen, sondern man kann ihm höchstens ein Alternativ-Verhalten bieten und im gesamten Umgang dafür sorgen, dass das Jagen seinen Reiz verliert.

Warum lässt sich der Jagdtrieb so schwer kontrollieren?

Der Jagdtrieb zeigt sich häufig im Alter von 6 bis 8 Monaten„Das hat er ja noch nie gemacht“ – diese Aussage, die man immer wieder hört, wird auch gern dann verwendet, wenn ein Junghund das erste Mal seinen Jagdtrieb auslebt. Und Herrchen und Frauchen sind dann meist sehr erschrocken, wenn der Hund von einer Sekunde auf die andere los düst und seine gute Erziehung vergisst. Meist passiert das erstmals zwischen dem sechsten und achten Monat – und der junge Jäger wird dabei gleich für sich selbst etwas Wichtiges lernen: Zu jagen macht Spaß, es schüttet Glückshormone aus und wenn er das Tier dann auch noch wirklich bekommt, ist die Belohnung für ihn doppelt so groß. Auf der anderen Seite steht man dann da als Mensch und kann noch so sehr schimpfen, der errungene Erfolg ist für den Hund so groß, das ihn alles andere nicht interessiert.

Am besten wäre es also, wenn der Hunde erst gar nicht dazu kommt, einmal erfolgreich zu jagen. Aber das ist beinahe unmöglich. Also muss man sich Gedanken darüber machen, wie man für den Hund Situationen schafft, die noch toller als eine Jagd sind. Und man muss vorsorgen, damit solch ein Jagderfolg so selten wie möglich das Verhalten des Hundes bestätigt. Bei Hunden mit nicht ganz so stark ausgeprägtem Jagdtrieb ist das natürlich leichter, als bei einem Beagle, Dackel oder ähnlichem, die ursprünglich nur zur Jagd gezüchtet wurden.

5 Tipps, dem Jagdtrieb Herr zu werden

1. Fliegen fangen ist nicht süß!

Ein Welpe trifft das erste Mal auf eine Fliege oder ein anderes Insekt und ist fortan damit beschäftigt, es zu fangen. Das sieht für uns Menschen wahnsinnig süß aus und sorgt für viele Lacher. Schließlich ist der Welpe noch etwas unbeholfen, nicht sicher in seinen Bewegungen und somit recht tollpatschig. Auch der Hund freut sich über dieses tolle Spiel und über die Glücksmomente, die es ihm beschert. Wir Menschen neigen dann dazu, ihn für seine Neugier zu loben oder ihn vielleicht sogar noch zu belohnen, wenn er das Insekt erwischt hat. Und damit unterstützen wir schon den kleinen, niedlichen Vierbeiner in seiner Lernerfahrung: Jagen ist toll und lohnt sich. Was hier noch niedlich ist, kann später ein großes Problem sein. Also bitte schon hier ansetzen und die Jagd auf Insekten unterbinden, auch wenn es noch so niedlich ist.

2. Unterordnung klingt nicht sexy, hilft aber

Egal wie alt Dein Hund ist, wenn er zu Dir kommt: Das ABC der wichtigsten Kommandos sollte für die nächsten Wochen und Monate das oberste Lernziel sein. Und zwar immer und überall, nicht nur nach dem Stundenplan, in der Hundeschule oder im heimischen Wohnzimmer. Geh mit Deinem Hund nach draußen, bring ihn in immer neue Situationen und trainiere dann mit ihm die Basics wie „Komm“, „Bleib“ usw. Gerade bei jungen Hunden ist es allerdings wichtig, dass sie vor dem eigentlichen Training erst einmal ein wenig Dampf ablassen können. Lässt du einen Jungspund auf der Wiese von der Leine, wird er erst einmal toben – hier gleich den Rückruf zu testen, bringt nichts. Es wird nicht funktionieren. Hat der Hund sich ausgetobt, arbeite mit Hilfsmitteln wie Schleppleine, Hundepfeife und ähnlichem, um die Lernerfahrung noch besser zu steuern.

3. Sorge für eine starke Bindung

Wenn Deine Bindung zum Hund stark ist, ist sie wirksamer als jede Leine. Bei starker Bindung wird sich Dein Hund immer an Dir orientieren, darauf bedacht sein, Dich nicht aus den Augen zu verlieren und sich in Deiner Nähe aufhalten. Nur dann ist die Welt für ihn in Ordnung. Es gibt viele Wege, wie Du die Bindung stärken kannst – bei jedem Spaziergang kannst Du allerdings schon mit Belohnungen für Aufmerksamkeit viel erreichen. Dreht sich Dein Hund zu Dir um, schaut was Du tust? Belohne ihn dafür. Kommt er zu Dir zurück, wenn der Abstand größer wird? Belohne ihn dafür. Ist er nicht so aufmerksam, verstecke Dich doch einfach mal hinter einem Baum oder ähnliches. Sobald er merkt, dass Du nicht da bist, wird er Dich suchen und belohnst Du ihn wiederum dafür, setzt das ein positives Signal für mehr Aufmerksamkeit.

4. Sei spannender als jede Jagd

Sei spannender als der JagdtriebWie sehen Spaziergänge bei Dir aus? Wählst Du einen schönen Weg aus und läufst ihn einfach mit Deinem Hund ab? Das ist schon mal gut, denn so hat der Hund Bewegung. Aber was passiert bei solchen Spaziergängen? Der Hund ist von der Bewegung allein nicht wirklich begeistert und er sucht sich weitere Beschäftigungen. Er schnüffelt hier und da am Wegesrand, versucht Spuren zu finden, ihnen zu folgen usw. Er ist also (hart gesagt) vollkommen gelangweilt und muss selbst für seine Unterhaltung sorgen. Ein Reh oder Hase im Feld ist da eine willkommene Abwechslung, der dann gern nachgegangen wird. Deshalb sollte es Deine Aufgabe sein, für spannende Unterhaltung zu sorgen. Baue immer wieder Spiele, Übungen usw. in die Spaziergänge ein. Und das am Besten nicht nach einem bestimmten Schema, sondern eher überraschend. Gerade Hunde mit Jagdtrieb kann man beispielsweise für Spiele mit dem Futterdummy begeistern und taucht am Wegesrand ein Baumstamm auf, bietet das tolle Möglichkeiten für Kletterübungen usw. Auch die Leckerlie-Suche ist beliebt. Möglichkeiten gibt es viele, Du musst nur etwas Fantasie haben oder auf entsprechenden Seiten im Internet recherchieren. So machst Du Dich dann richtig spannend für Deinen Hund und wenn er weiß, dass es bei Dir immer lustig, aufregend etc. ist, wird ein Jagdimpuls gleich etwas abgeschwächt.

5. Scheue Dich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen

Du schaffst es nicht, den starken Jagdtrieb Deines Hundes umzulenken? Dann probiere nicht Jahre lang allein herum oder resigniere, so dass Dein Hund einfach angeleint bleibt, sondern suche Dir Hilfe! Es gibt viele Hundetrainer, die sich darauf spezialisiert haben, den Jagdtrieb der Hunde in Schach zu halten und mit ihrer Hilfe kannst Du schaffen, was allein nicht möglich ist. Wichtig ist, dass dieses Training aber nicht nur auf dem Hundeplatz stattfindet, sondern zum Beispiel auch auf Deinen Lieblings-Gassi-Strecken. Denn auf dem Hundeplatz kann man reale Situationen nur bedingt nachstellen und somit ist er nur für die „Vorbereitung“ brauchbar. Achte also darauf, dass der Trainer es auch anbietet, heraus zu gehen. Und gönne Dir und Deinem Hund ruhig Einzelstunden – die Erfolge, die Du damit erzielen wirst, sind es definitiv wert!

Fazit:

Einen Hund mit Jagdtrieb zu „kontrollieren“ ist nie einfach. Und möchte man nicht, dass der Hund jagt, macht man sich am besten schon vor der Anschaffung Gedanken darüber, welche Rasse passt. Entscheidet man sich trotz allem für eine Rasse mit hohem Jagdtrieb, beginnt schon im Welpenalter die Erziehung und sie wird auch nicht in ein paar Wochen abgehakt sein. Stattdessen ist es eine große Aufgabe, die viel Zeit und Geduld erfordert.

Wie sind Deine Erfahrungen mit dem Jagdtrieb bei Deinem Hund? Wir freuen uns über Deine Tipps in den Kommentaren!

Letzte Aktualisierung am 9.08.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Bildcredits: Titelbild von Counselling, Bild1 von 422737, Bild2 von Skeeze

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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3 Kommentare

  1. Hallo!Ich finde man sollte auch hier mal zum Thema“Jäger– Mensch“ etwas schreiben.Denn zum Jäger gehört fast immer auch der Hund dazu.Das geht zum Teil gut und dann gibt es auch die Sorte „Jäger“,die ihre Hunde auch noch loben,wenn sie einen kleinen Hund zu Tode beissen.Und das noch dazu,wenn das Frauerl des armen Pudels(in diesem Fall) noch dabei ist und alles mit ansehen muss.Und dann zu sagen,das der Jagdhund eben zur Jagd ausgebildet ist,das kann keine Entschuldigung sein.Das Tier noch zu loben,wenn es einen anderen Hund zu Tode beisst,ist und bleibt unentschuldbar. Und dann wundern sich die sogenannten „Jäger“ auch noch,das sie so einen schlechten Ruf haben.Denn nicht der zur Jagd abgerichtete Hund ist schuld,wenn so ein Unglück passiert,…… nein , der Halter des Hundes hat die Verantwortung dafür zu tragen,das so etwas nicht passiert.Ich persönlich verabscheue solches Verhalten.Mir tut das Frauchen des Pudels leid.Aber solange es keine harten Strafen gegen solche verantwortungslose Halter und „Jäger“ gibt,solange wird es auch nicht aufhören,das solche Unglücke passieren.Denn der Hund hat keine Schuld,die Schuld ist am anderen Ende der Leine………………Und dem Jäger gehört die“ Lizenz zum töten“ entzogen.

  2. Hallöchen ! Also sowas ist mir noch nicht untergekommen….warst du dabei? Das es solche Menschen gibt ? Egal ob mit oder ohne Hund,egal ob Jäger oder nicht…..Hallo wo sind wir den????

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