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7 Gründe, warum Hunde sich nicht kennenlernen müssen

Hunde sind soziale Wesen und wann immer sie aufeinandertreffen, freuen sie sich und können es kaum abwarten, sich zu beschnüffeln. Kaum ist das geschehen, beginnt dann auch schon das gemeinsame Spiel, bevor man dann einige Minuten später wieder lächelnd seiner Wege geht. Das ist die optimale Vorstellung, wenn es um Hundebegegnungen geht. Nur leider läuft kaum etwas auf der Welt optimal – und Hundebegegnungen (wahrscheinlich noch an der Leine) erst recht nicht.

Immer wieder trifft man sie, die „Der-tut-nixe“, die unangeleint durch die Gegend laufen und so rein gar nichts davon halten, Frauchen oder Herrchen ihr Ohr zu schenken. Da kann noch so sehr gerufen werden, die Hunde gehen ihres Weges. Und diese führen oftmals geradewegs zu einem anderen Hund, der nichtsahnend und angeleint um die Ecke kommt. Was dann kommt, kennen wir wohl alle: Gekläffe, um einen herum tanzende Hunde, die einen fast zu Fall bringen und im schlimmsten Fall noch eine Rauferei, die für einen Hund oder für einen selbst mit dem Besuch beim Arzt endet.

Nicht immer sind Hundebegegnungen eine gute Idee

HundebegegnungenWir kennen oben genannte Situation gut. Wir haben sie selbst schon oft genug erlebt und wissen, wie blöd es ist, den fremden Hund zu vertreiben, während man den eigenen sichert. Spaß sieht definitiv anders aus. Und dann kommt vom menschlichen Gegenüber noch der Spruch: „Lassen Sie die beiden doch spielen, die machen sich das schon allein aus“. Da könnte man schon mal aus der Haut fahren und nicht selten habe ich schon überlegt, einen Flyer mit allen möglichen Gründen zu drucken, warum ich keine fremden Hunde auf uns zustürmen lassen möchte.

Was auf dem Flyer stehen würde?

7 Gründe, warum Hunde sich nicht kennenlernen müssen:

  1. Nicht jeder Hund findet seine Artgenossen so toll, dass er sofort mit ihnen toben will. Es soll Exemplare geben, die beobachten andere gerne beim Spielen miteinander, bleiben aber lieber beim Zuschauen. Deshalb sind sie nicht komisch oder schlecht sozialisiert, sie mögen es halt nur nicht.
  2. Es gibt Hunde, die im Training sind. Vielleicht wird die Aufmerksamkeit trainiert, das Fußgehen oder irgendwas anderes. Fürs Training ist es wichtig, die Aufmerksamkeit des Hundes zu halten – stürmt plötzlich ein anderer Hund auf einen zu, ist das ein schwieriges Unterfangen und man kann wieder von vorn beginnen.
  3. Einige Hunde mögen keine fremden Hunde. Ja, es gibt tatsächlich Hunde, die keinen Wert auf neue Bekanntschaften legen. Wir haben so ein Exemplar. Er freut sich, wenn er alte Freunde sieht, braucht aber keine neuen. Sind dann andere zu aufdringlich, wird schon mal gewarnt, bevor dann deutliche Grenzen gesetzt werden.
  4. Hunde an der Leine können krank oder verletzt sein. Auch kranke und verletzte Hunde müssen Gassi gehen – und brauchen es da gar nicht, einen Artgenossen auf sich hängen zu haben. Gerade bei ansteckenden Krankheiten wird sich das andere Herrchen/Frauchen dann aber beim nächsten Mal überlegen, den Hund einfach laufen zu lassen.
  5. HundebegegnungenDer Hund ist ängstlich. Und ein ängstlicher Hund sollte zu jeder Zeit selbst entscheiden können, ob er Kontakt möchte oder nicht. Jeder Hund, der einfach auf ihn zustürmt, schürt die Angst.
  6. Der Hund ist aggressiv. Ja, einige Hunde reagieren auch aggressiv auf andere. Ist eigentlich kein großes Problem, sie sind ja an der Leine. Kommt ein anderer aber daher gelaufen, bringt auch die Leine nichts – die Rangelei ist dann vorprogrammiert.
  7. Es passt einfach gerade nicht. Was auch immer gerade sein mag (Termindruck, Ärger mit irgendjemanden, Notfall in der Familie) – manchmal hat man einfach keine Zeit stehen zu bleiben, damit die Hunde sich auf Wunsch ausgiebig beschnüffeln.

Rücksichtnahme ist wichtig!

Es gibt sicher noch viele weitere Gründe, warum Hunde sich nicht kennenlernen müssen. Aber allein diese reichen schon aus. Mit der Aktion Gelber Hund wird sogar probiert, durch die Kennzeichnung mit einer gelben Schleife an Leine oder anderweitig darauf hinzuweisen, dass kein Kontakt erwünscht ist. Aber viele kennen diese Kennzeichnung nicht oder missachten sie schlicht und einfach.

Da hilft es nur, immer und immer wieder an Werte wie Toleranz und Rücksichtnahme zu appellieren. Wir Hundehalter wünschen uns in so vielen Dingen die Toleranz von anderen, warum können wir sie unseresgleichen nicht auch entgegenbringen? Und ja, Toleranz heißt auch, ein Nein zu Hundebegegnungen zu akzeptieren, ohne schlaue Meinungen dazu abzugeben. Damit wäre wirklich vielen Hundehaltern geholfen und wir wünschen uns, dass sich jeder mit Hund darüber Gedanken macht und auch einsieht, dass nicht alle Hunde einander mögen. So machen wir die Welt gemeinsam ein Stückchen besser!

Hund trifft Hund: Entspannte Hundebegegnungen an der Leine
  • Katrien Lismont
  • Cadmos Verlag
  • Broschiert: 128 Seiten

Letzte Aktualisierung am 22.09.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Bildcredits: Image by StockUnlimited

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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67 Kommentare

  1. Ich kann diesem Artikel voll beipflichten. Leider funktioniert das mit der gelben Schleife nicht. Habe deswegen auf das Geschirr “ Pfoten weg“,“ bin in Ausbildung“. angeheftet. Hilft aber nicht wirklich. Es gibt halt Hundehalter, die ihr eigenes Wissen maßlos überschätzen und andere Meinungen ignorieren.
    Bei anderen Hundehaltern findet es aber guter Anklang und sie nützten es dann auch für ihre eigenen Hunde. So kann ich nur hoffen, dass Aufklärung in den meisten Fällen etwas bringt.

    • Danke für Deinen Kommentar Gabriele. Ich denke, das Geschriebene auf dem Geschirr kann erst zu spät gelesen werden – da hängen dann die Hunde schon aneinander 🙁 Ich hoffe auch immer, mit Aufklärung auf Anklang zu stoßen. Hier sind es aber meist eher taube Ohren.

  2. Liebe Nicole,

    wie Recht Du doch hast! Besonders bei unverträglichen Hunden (sei es nun mit Menschen oder anderen Hunden) passiert das leider viel zu oft.
    Was bei uns hilft ist tatsächlich eine Warnweste mit dem Aufdruck: Hundetraining – bitte Abstand halten. Das ist zwar schade, bis jetzt aber die effektivste Methode. Denn selbst ein Maulkorb tragender Hund wird nicht unbedingt in Ruhe gelassen.

    LG,
    Linea

  3. Interessante These, aber ich bin zu einem ganz anderen Ergebnis gekommen. Nicht der Hund lehnt die Begegnung ab, sondern wir. Der Hund hat sich nur an „Herrchen“ angepaßt. Wenn wir als Mensch den sozialen Kontakt unter Hunden unterbinden ist das eigentlich eine Bestrafung für das Tier. Hunde sind immer noch Rudeltiere die untereinander ein sehr soziales Verhalten an den Tag legen – aber das vergessen wir nur allzu gerne. Ist es denn wirklich so schlimm wenn die Hunde sich beschnuppern und ihre Begrüßungsrituale ablaufen lassen? Okay, ist auf der Wiese besser als auf dem Bürgersteig an einer stark befahrenen Straße, aber auch das kann mit Training vermittelt werden – leider nicht in den normalen Hundeschulen wo einem nur Sitz, Platz und Bleib vermittelt wird.
    Ach ja und wenn man wirklich glaubt einen richtig wütenden Hund an der Leine festhalten zu können hat man so eine Situation noch nie erlebt. Entweder winden sie sich aus Halsband oder Geschirr oder sie ziehen einen mit solcher Kraft das man nur noch loslassen kann. Meiner hat nur 30kg, aber als jemand mal einen Böller in seiner Nähe gezündet hat habe ich ihn auch nicht mehr halten können (ich spreche von einer normalen 2m Leine und keine 5m Flexi).
    Ich gehe mit meinem Hund Gassi, d.h. ich nehme mir die Zeit dazu, dann kann er schnüffeln, in der Sonne baden, nach den Mäusen sehen oder sich auch mal im Gras vergnügen.
    Dürfen Eure Hunde das auch?

    • Hallo Gudrun, teilweise gebe ich Dir Recht, dass es an uns Menschen liegt – aber halt nicht immer. Bei einem ängstlichen Hund, der schlechte Erfahrung mit Artgenossen gemacht hat, ist es sicher nicht die beste Idee, erstmal alle an ihn ran zu lassen. Und ich denke als Hundebesitzer kann man sein Tier auch gut einschätzen. Ich differenziere beispielsweise und achte genau auf die Körpersprache bei unserem. Ist er entspannt und zeigt Interesse an dem anderen Tier, frage ich das Gegenüber, ob sie sich kennenlernen können. Kommt da ein Ja, freue ich mich. Kommt ein Nein, akzeptiere ich es. Wenn ich aber sehe, dass mein Hund schon ängstlich ist, vor sich hin grummelt und nicht in die Situation hinein gehen möchte, akzeptiere ich das auch. Und dann ist es halt nicht schön, wenn andere Hunde ungefragt auf ihn zustürmen.
      Und ja, der Hund kann bei uns nach Herzenslust schnüffeln, wir haben immer was zum gemeinsamen Spiel dabei, es wird gerannt und getobt und manchmal auch einfach unter dem Baum gesessen und gechillt.

    • Hallo Gudrun,
      Ich habe ein 3er Hütehundrudel und da wir schon des öfteren bedrängt wurden, gingen meine auf Abwehr. Sie brauchen und wollen keine anderen Hunde. Was nicht heisst, das sie keine Hundefreunde, ausserhalb haben. Nachdem die Problematik stärker wurde, habe ich mir Hilfe geholt. Mittlerweile habe ich schon 100te Euros für Training investiert und habe endlich einen Trainer gefunden, der uns helfen kann und bei dem es auch fruchtet. Davor hatten wir auch sehr gute Erfolge, die aber allesamt durch Erlebnisse torpediert wurden, weil irgendein Vollpfosten seine Hund nicht im Griff hatte. Jetzt ist es so, das ich dem entgegenkommenden Hund auch mal was vor die Füsse schmeisse und wegjage. Und ich betone, ich vermeide es den anderen zu treffen. Aber anders geht es leider nicht.
      Und jetzt kommst du und fragst, was schlimm an Kontakt sein soll. Wenn jeder seinen Hund unter Kontrolle hat, absolut nichts. Besteht aber eine Problematik, gleich welcher Art, kann es für den betreffenden ein Gang über glühende Kohlen werden. Oder wie in meinem Fall, monatelanges Training wird versaut. Und das macht mich wütend. Denn jeder will alles toll und schön haben, das da aber Arbeit und Geld hinter steckt, will keiner sehen oder hören. Im Gegenteil, man wird noch beschimpft, weil die „Köter“ so aggressiv sind und man nicht fähig ist, sie zu kontrollieren. Die Vorgeschichte, wie es zu diesem Verhalten kam, interessiert keinen.
      Manchmal sollte man erstmal drüber nachdenken, was man tut. Und damit meine ich nicht speziell dich 😃

      • Danke für Deinen Beitrag Jenny, das kann ich nur unterstreichen. Wir sind auch gerade wieder im Training, eben wegen schlechter Erfahrungen, die zu Unsicherheiten beim Hund führten. Neulich wurden wir dann sogar beim Versuch auszuweichen geradezu von einer Hundehalterin verfolgt – obwohl wir ein paar Tage vorher schon gesehen haben, dass sich unsere Hunde nicht sonderlich mögen. Da fällt einem dann echt nichts mehr ein und der eigene Hund bekommt wieder vollkommen falsche Signale

      • Hallo Jenny, 3 Hunde zu händeln stelle ich mir schwierig vor! Ich bin schon nassgeschwitz wenn ich nur mal mit 2 Gasthunden und meinem eigenen über eine Hauptstraße gehen muss! Deshalb kann ich mir gut vorstellen wie ärgerlich eine ungewollte Begenung sein kann! Ich habe in der Hundeschule gelernt: keinen Kontakt an der Leine! Das befolge ich ganz streng! Wie Du schon sagtest, man weiß ja nicht warum der Andere an der Leine ist! Glücklicherweise hört mein Dreamer auf‘ s 1. Wort, aber manchmal will er auch seinen Kopf durchsetzen! Dann gibt es einmal kurz aber heftig Ärger und er ist wieder in der Spur! Ich würde mir auch wünschen das die anderen Hundebesitzer eine andere als ihre Meinung akzeptieren würden! Immer muss man erklären warum man keinen Kontakt zu Anderen möchte und wird mit einem Kopfschütteln und meistens noch Schlimmerem bedacht! Das ist sehr Schade!

      • Ich sehe, der Beitrag is mittlerweile einige Monate alt, aber ich denke, immer noch aktuell. Kommentare wie Gudruns sind für mich Teil der Problematik, mit der ich mich während der gesamten 16 Jahre, die wir mit unserem Collie geteilt haben, befassen musste. Aus einem Tierheim kommend, ohne bekannte Vorgeschichte, haben wir uns fortlaufend bemüht, ihm ein gutes zu Hause zu geben. Das beinhaltete Training (für Hund und Halter) bei speziell ausgebildeten Fachkräften, nachdem unser Tier die unangenehme Bekanntschaft mehrerer anderer Hunde machen „musste“. Die Wahl, nein zu sagen hatte er leider nicht, da die betroffenen 2 Halter im ersten Fall mit Babys im Buggy und persönlichem Tratsch so intensiv beschäftigt waren, dass es sie nicht störte, als ihre Vierbeiner plötzlich aus halb Kilometer Entfernung mit Vollgas auf mich und meinen Hund zustürmten, um ihn dann in eine Rangelei zu verwickeln. An dem Tag hatten wir unseren gerade mal 2 oder 3 Tage, Training war gerade erst angefangen, und von der Leine konnte er zu dem Zeitpunkt noch nicht. Ein solches Benehmen von Hundehaltern, denen ich erst noch zurufen musste, bevor sie ihre Tiere zurückriefen (um sie dann prompt für ihr Vergehen zu verprügeln!) ist in meinen Augen unverantwortlich.

        Nur einige Tage danach hatte ich ein Ringelreihen mit meinem Hund und einem Retriever aus der Nachbarschaft um mich rum. Weil der Halter körperlich nicht in der Lage war, seinen Hund zu halten, ihn aber auch nicht erzogen hatte, so dass er nicht auf den Besitzer hörte. Beim nächsten Treffen hatte selbiger Retriever dann sogar seine Pfoten in überfreundlicher Weise auf meinen Schultern. Klar, dass unserem neuen Vierbeiner das nicht geheuer war und er fortan mit Aggression auf andere Hunde reagierte, besonders auf Labradore und Retriever. Dass nur ein paar wenige derartige Begegnungen uns unendlich viele Schwierigkeiten, Stress, und viel Zeit und Geld (für Training) gekostet haben, sehen so „liberale“ (eine bessere Beschreibung fällt mir grad nicht ein, sorry) Hundehalter leider nicht, und man bekommt die Schuld für sein „verkorkstes“ Tier in die eigenen Schuhe geschoben.

        Man sollte immer daran denken, dass man die Umstände der Menschen und Tiere, denen man begegnet, nicht kennt, und daher gegenseitigen Respekt zeigen sollte, auch in der Weise wie man eigenen Hunden erlaubt, sich anderen Menschen, und Tieren, zu nähern. Nicht jeder mag von fremden Hunden angerannt oder angesprungen werden, oder von ihnen den Weg versperrt bekommen. Ich verstehe auch nicht, wieso allen Hunden die gleiche Persönlichkeit angeredet wird, wenn sie genauso unterschiedliche Charaktere haben wie Menschen. Einige sind sehr sozial und mögen alle Hunde, andere eben aber nicht. Sollte man erlauben, und nicht sein eigenes „Hundbild“ aufdrängen.

    • Claudia muellner

      Meine dürfen sofern kein anderer hund da ist die Sache ist die Charmed 2 1/2 Jahre alt 1bisswunde mit mit 6monaten ein freiläufer der tut nix war noch nicht mal ausgesprochen und er biss zu 8monate das selbe nochmal mit 1 1/2 Jahren 4 Angriffe in einer Woche Mein trug immer maulkorb da sie ja die vorhergehenden Angriffe nicht mehr gut zu sprechen war auf andere Hunde der letzte Angriff vor vier Wochen so Nummer 2 mein Bosco 11 Monate alt zum ersten mal verletzt worden mit 4 Monaten Wirbel muste eingerenkt werden das 2te mal da 8 monate war mehr ein Unfall Erklärung ich versuchte mit ihm in der hundezone mit vorheriger Absprache des anderen Hundebesitzer ihn mit einen Weibchen spielen zu lassen was die ersten 5 Minuten gut ging leider lag in der Nähe des zaunes eine Glasscherbe er verletzte sich daran und eine ungute Kopf Haltung des anderen Hundes ließ ihn glauben sie hat ihn verletzt wir mussten sie trennen wie ich
      schon erwähnt sie haben ihres gleichen zum spielen. Aber mit fremden Hunde keine Chance wir arbeiten daran wird viel Arbeit auf Grund der gedankenlosigkeit und Unwissenheit einiger Hundebesitzer

    • Ich pflichte dir voll bei! Wenn ich nur mal mich betrachte – und nicht meinen Hund – , dann gestehe ich, dass ich immer Angst hatte, wenn wir andere Hunde schon von weitem gesehen hatte. Und das, obwohl mein Nicko sehr verträglich ist. Ich war total angespannt. Bis mir jemand empfohlen hat, sonntags bei Sixx den Hundeflüsterer anzuschauen. CM spricht immer von der Energie, die der Hundeführer ausstrahlt, überträgt sich auf den Hund. Ich habe mich beobachtet und an mir gearbeitet. Heute begegnen wir allen Hunden völlig entspannt – auch an der Leine, da meiner nicht 100 %ig abrufbar ist. Kürzlich sind wir einem anderen Golden Retriever begegnet und die Frau ist gleich abgebogen. Die Hunde wollten sich natürlich beschnüffeln. Ich sagte zu ihr, sie kann ihn ruhig lassen, die beiden kennen sich (was stimmte) und ich konnte sehe, wie ihre Schultern nach unten gingen, sie entspannte und die Hunde sich begrüßten und das wars, jeder ging dann seines Weges weiter. Es gilt tatsächlich, das Problem ist am anderen Ende der Leine. CM hält „bissige oder aggressive“ Hunde nicht von anderen Hunden fern, sondern führt sie zusammen. Sie sind nun mal Rudeltiere und der Mensch ist kein Ersatz für seine Artgenossen. Von ihnen lernen sie und nicht von uns.

      • Bissige und aggressive Hunde zusammenführen? Entschuldigung, aber das kann doch nicht die Lösung sein, oder? Was dabei heraus kommt, sind verstörte Tiere, Tierarztkosten und Maulkorbpflicht. Hunde aufeinander losgehen zu lassen, ist definitiv kein Ratschlag, den ich hier unkommentiert stehen lassen kann.

    • Stephanie Shirazi

      Hallo Gudrun, dies ist keine „These“. Die Gründe zur Vermeidung von Kontakten sind real. Ich will die auch nicht bei jedem Spaziergang hundertmal diskutieren, geschweige denn rechtfertigen. Ich habe Gründe für meine durchaus begründbare Entscheidung und erwarte einfach Respekt und Abstand.

      Und irgendwann haue ich mal einem Mensch Federballschläger um die Ohren oder werfe mit Schachfiguren oder springe ihn an oder küsse ihn ab und schreie dabei: „Ich bin ein Rudeltier, ein soziales Wesen, ich tu nix und will nur spielen.“

    • Irmgard Töpelmann

      Wer keinen Kontakt will, das respektiere ich. Bin aber eher bei Gudrun und habe die Erfahrung gemacht, dass Hunde die unverkrampft und artgerecht gehalten werden weniger Probleme haben. Oft genug erlebe ich, dass Hunde spielen möchten, die Halter es aber nicht wollen. Mangelndes Training oder Kontrollverlust erlebe ich und es ist einfach nur schade für den Hund. Davon abgesehen gehen wir solchen Leuten einfach aus den Weg. Die andere Seite ist, Rücksichtnahme wird kaum gedankt und es wird als selbstverständlich angesehen von einigen, dass man seinen Hund anleint und ihm die Freiheit nimmt. Ist man zeitlich ungünstig unterwegs, kann man eigentlich den ganzen Spaziergang wiederholen, damit der eigene Hund überhaupt was davon hat. Wir haben aber auch sehr deutlich beobachtet, dass wenn Hunde ihren Halter gewechselt haben und dann endlich art- und hundegerecht behandelt wurden, Verhaltensauffälligkeiten sich ganz verabschiedet haben. (ganze Straßenzüge bekläffen) und haben uns so für die Hunde gefreut. Was mich hier überhaupt nicht freut, ist wieder das Bild vom zähnefletschenden Rottweiler zum Punkt aggressive Hunde. Das empfinde ich als billige Klischeebedienung. Was soll das?

      • Hallo Irmgard. Vielen Dank für Deinen Kommentar. Die „billige Klischeebedienung“ beruht einfach darauf, dass wir kein anderes passendes Bild mit einem zähnefletschenden Hund gefunden haben, dass wir legal verwenden konnten. Wäre es ein zähnefletschender Pudel gewesen, hätte ich es genauso genommen wie auch beim zähnefletschenden Mops oder Mischling oder …
        Ich verstehe natürlich, dass es auch für die Halter ohne Probleme nicht immer einfach und angenehm ist, den Hund an die Leine zu nehmen – aber von „Freiheitsberaubung“ zu sprechen, ist dann vielleicht auch etwas übertrieben. Und nicht jeder Hund, der Probleme hat, wird deshalb nicht gleich nicht-hundegerecht gehalten. Vielleicht wird ja auch trainiert, das Training wird jedoch von herbei stürmenden Hunden zunichte gemacht? Greifst Du da vielleicht zu Klischees?

  4. Ich bin mittlerweile auch der Meinung dass gezielte und kontrollierte Kontakte besser für einen Hund sind als unkontrolliertes Gewusst auf Freilaufflächen wo man weder Hund noch Besitzer kennt. Leider wollen das nicht alle verstehen und dann hat man auch schon mal ein 50kg Frauchen mit einem 30kg Hund vor sich, der sich über deinen 4kg Welpen beugt. Frauchen hängt voll in der Leine und auf die Bitte ihn zurück zu nehmen weil wir nur kontrollierte und gezielte Kontakte zur Sozialisierung wollen – um negative Erfahrungen zu vermeiden – sagt sie nur: „aber sie sollen doch alles kennenlernen! „… ja vielen Dank, ich bestimme was ALLES ist!

    Ich stimme deinem Artikel also zu, bin lediglich enttäuscht dass es bei dem Absatz Aggressivität das Bild eines Rottis sein musste.

    • Hach, es tut doch gut zu lesen, dass viele Hundehalter inzwischen so klug denken und die Hunde nicht mehr in alle Situationen herein drängen.
      Das Bild wurde übrigens nicht wegen dem Rotti ausgewählt, sondern ganz einfach, weil die Bildsprache passte. Ich mag Rottis genau wie andere Hunde und halte nichts von den gängigen Vorurteilen. Aber ich kann auch verstehen, wenn man damit Klischees bestätigt sieht – werde demnächst mehr darauf achten 🙂

  5. Liebe Nicole,
    Dein Artikel spricht mir aus der Seele. Immer wieder treffen wir auf Hundehalter, die trotz Leine auf unserer Seite völliges Unverständnis zeigen und dazu auffordern, den Hund doch abzuleinen. Um Diskussionen aus dem Weg zu gehen, erfinden wir tatsächlich schon ansteckende Krankheiten, traurig aber wahr! Unsere Fellnasen sind 11, 9 und 2 Jahre alt, also jede Lebenslage dabei. Der älteste möchte seine Ruhe haben, der jüngste ist voll in der Pubertät, also müssen die Hundebegnungen passen und das kann man als Hundehalter am besten steuern,weil man die Gemütslage des Hundes in dem Moment am besten kennt. Kann Deinem Artikel also nur zustimmen und danke, dass Du das mal in Worte gefasst hast.

    • Hallo liebe Heike, es freut mich, dass der Artikel Dich so angesprochen hat. Ich glaube, mit einem Rudel ist es gleich noch mal etwas problematischer, oder? Da kann es ja dann auch zu noch anderer Unruhe kommen. Und immer wieder kann nur der Kopf geschüttelt werden, warum es nicht akzeptiert wird, dass man nicht alle Hunde zusammen lassen möchte. Ich wünsch Dir weiterhin gute Nerven!

  6. Hallo Nicole, du sprichst mir so von der Seele. Zu 90% der Hundebesitzer lassen ihre Hunde ohne Leine laufen und sind der Meinung Sie regeln das unter sich selbst. Ich frag mich immer wieder wo sie das her haben??? Ich musste ein Sachkundenachweiss machen weil meine Hündin 40cm hoch ist.Ich bin der Meinung das sollte jeder machen müssen , ob groß oder klein und auch die die immer schon Hunde hatten. Meine Hündin mag nicht jeden neuen Kontakt und schnappt zu und das ist leider meistens so. Sehr oft habe ich dann Diskussionen mit den Hundebesitzer und geh mit schlechter Laune nach Hause . Schade das ich ihren Bericht auf Facebook nicht teilen kann . GLG.Anja

    • Hallo Anja, es scheint wirklich für viele Hundehalter ein Problem zu sein, wie man hier jetzt ja an den Kommentaren sieht. Ich hoffe, es lesen das auch ganz viele, die vielleicht bisher anders gedacht haben und zukünftig erst überlegen, bevor sie ihren Hund laufen lassen. Das wäre wirklich schön.
      Und teilen kann man den Artikel hier ganz leicht. Am Ende gibt es Buttons dazu, ansonsten einfach den Link kopieren und auf Facebook einfügen.
      Liebe Grüße

  7. Hallo Nicole, das spricht mir aus dem Herzen. Ich hab jetzt zwei und vorher vier Rauhaardackel (unkastrierte Rüden) , die sich prima vertragen und keinerlei Aggressionen gegenüber anderen Hunden haben. Die Zwei haben aber überhaupt keine Lust mit anderen Hunden zu „spielen“ . Die wollen beim Spaziergang einfach nur in Ruhe schnuppern . Leider verstehen das ganz viele Hundebesitzer überhaupt nicht und meine Hunde
    werden als unsozial bezeichnet. Diese sachkundigen Sprüche wie “ die Regeln das schon “ und „die müssen sich doch mal beschnuppern“, „meiner hat ja noch Welpenschutz“ und und und kann ich schon nicht mehr hören. Diese Leute werden deinen Artikel wahrscheinlich leider nicht lesen. Lieben Gruß Renate

    • Ja Renate, den Beitrag lesen wahrscheinlich wirklich nur die, die es eh schon ähnlich sehen. Aber trotzallem macht es mir auch Mut hier zu sehen, das viele mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Ändern kann man die Leute eh nicht, aber vielleicht zumindest zum Nachdenken anregen 🙂

  8. Ja, auch ich finde das ist ein super Artikel. Alle von Euch beschriebenen Situationen mußte ich auch durchleben. Kopfschütteln, böse Kommentare und nicht erwünschte Ratschläge waren auch immer dabei. Freue mich, wenn das viele Hundehalter lesen.

    • Danke Petra. Ich hätte echt nicht gedacht, dass dieses Thema solche Wellen schlägt. Aber es freut mich sehr, dass viel Aufmerksamkeit darauf fällt – vielleicht lässt sich somit doch ein bisschen was erreichen.

  9. Ich denke, dass ein gut sozialisierter Hund selbst sehr gut einschätzen kann, ob der andere Hund ängstlich oder aggressiv ist und ob Kontakt erwünscht ist oder nicht. Zum Thema Training – Ich habe mit meiner Hündin auch sehr viel trainiert und Training bedeutet meiner Meinung nach nicht nur unter optimalen Bedingungen zu trainieren sondern auch unter schwierigen. Wenn ihr es schafft die Aufmerksmkeit eures Hundes zu behalten oder schnell wieder zu bekommen wenn ein anderer Hund kommt wird es ohne um so leichter 😉 Wenn ich hier höre, dass freundlich ankommende Hunde mit Wurfgeschossen attackiert werden wunderts mich nicht, dass die Hunde des Besitzers Angst vor anderen Hunden haben. Ich bin der Meinung, dass man gut sozialisierte Hunde immer frei rumlaufen lassen kann. Meine Hündin hatte wirklich noch ein Problem mit einem anderen Hund! Wenn man natürlich einen sehr stürmischen vielleicht sogar agressiven Hund hat kann es natürlich passieren, dass die Situation nicht gut ausgeht, klar, aber dieser Besitzer sollte das doch dann wissen und sich dementsprechend verhalten. Übrigens ein kleiner Tipp an alle hier – einfach mal bei zwei Problemhunden die sich treffen, dem anderen Frauchen oder Herrchen vorschlagen ein paar 100 Meter gemeinsam zu gehen anstatt zu schreien „Nehmen Sie ihre Töle an die Leine“ oder ähnliches das wirkt Wunder, versprochen.

    • Jela. Wenn ein Rüde schwanzwedelnd zu einer Hündin kommt und diese bedrängt obschon sie knurrt und mit ihrer Körperhaltung zeigt, dass er verschwinden soll, muss man sich immer wieder anhören lassen, er sei doch so lieb und nett. Er wolle doch nur spielen. Wenn die Hündin diesem aufdringlichen Rüden eins in die Nase zwickt, ist ja meine die Böse. Ich habe wirklich genug von den Hundehaltern, die keine Ahnung haben, aber die ersten sind, die dann schreien, wenns vielleicht leicht blutet. Ich habe selten Hunde erlebt die diese Zeichen respektieren. Wenn ich spazieren gehe, möchte ich und meine Hunde Ruhe. Ich will mich nicht mit aufdringlichen Hunden auseinander setzen müssen, deren Besitzer glauben es mache uns Spass. Meine Hunde leben im Rudel und brauchen diese anderen nicht. Das zeigen sie ganz deutlich. Eine auch kleine Verletzung kann viele Scherereien von Tierarztkosten bis zu Maulkorbpflicht gehen. Je nachdem wo man wohnt. Das braucht kein Hundebesitzer um glücklich zu sein. Es gehört einfach zum Anstand sich so zu verhalten, dass unsere Tiere andere nicht bedrängen oder sröhren. Es ist nicht an einem anderen Hundehalter zu bestimmen, was mein Hund wann im Training üben muss. Das entscheidet der Besitzer oder Trainer aber nicht der dahergelaufene Hundebesitzer. Dieser kann mehr schaden. 100m zusammen zu gehen ist ok aber nach Absprache. Da muss man sich nicht wundern wenn nach den Hunden etwas geworfen wird. Irgendwann hat man die Schnauze voll und wenn es der einzige Weg ist, das es sein Hundehalter begreift, dass keine Begnung erwünscht ist, dann ist das zwar traurig aber verständlich.

  10. Der Artikel ist toll geschrieben und ich stimme zu. Leider ist es so, dass viele gar keinen Respekt vor der Leine des Anderen haben. Mein Jack Russel , unkastriert und voll im Saft mit sehr grossem Ego, ist nicht jedem freundlich gesinnt. Da er natürlich gerne auch mal etwas neugierig ist bzw gerne Hasen jagen würde, ist er oft an der Leine, Flexi bzw. Schlepp. WIR haben in unserer Hundeschule gelernt: Kein Kontakt an der Leine. Das Tier kann nicht flüchten, wenn es möchte und reagiert dann unter Umständen so, wie man es nicht will. Viel zu oft habe ich schon erlebt, dass das nicht beachtet wird. Selbst wo Leinenpflicht herrscht, kommen einem ungewollt Hunde entgegen, wildfremd wohlgemerkt. Und dann wird man doof angeguckt, wenn der Terrier knurrt und meckert. Den Tieren ist da kein Vorwurf zu machen. Meines Erachtens nach sollte JEDER, der einen Hund kauft bzw besitzt einen Sachkundenachweis machen müssen, der dann auch vorgelegt werden muss. Ich habe ihn auch gemacht und meine Rübe ist keine 40cm, hats aber trotzdem in sich. Alleine die Körpersprache des Tieres zu verstehen, ist nicht einfach. Klar machen die das alles auch mal unter sich aus, im Zweifel mit ner Beisserei, aber wer ist dann Schuld? Einsicht ist hier bei dieser Art von Hundebesitzern nicht zu erwarten…..und Hunde handeln frei nach ihrem Instinkt.

    • Danke für Deinen Kommentar, liebe Annette. Ob ein Sachkundenachweis wirklich die Antwort ist? Ich muss zugeben, wir haben auch keinen – aber ich beschäftige mich ja auch ohne den intensiv mit Hunden, Kommunikation, Körpersprache usw. So ein Nachweis ist ja mehr eine Momentaufnahme. Zum Zeitpunkt der Prüfung alles toll – aber wie läuft es dann in der Praxis? Auf jeden Fall ein Aspekt, der mich zum Nachdenken bringt!

    • Danke Annette, genau unsere Erfahrung mit unserer Jack-Russel-Rübe (aus dem Tierschutz – schlechte Vorgeschichte – mag eher keine anderen Rüden – ISSO! Darf auch so bleiben – wir haben ja eine Leine) Auch wir haben diese Art der Rücksichtnahme gelernt und das Leben könnte so einfach sein, wenn jeder erstmal zuverlässig seinen Hund bei sich behält und nicht anderen seinen Willen und sein immenses Hundewissen aufdrücken muss!
      Viele Grüße, Andrea

  11. Hallo Jela, erst einmal finde ich es schön, wenn kontroverse Meinungen kommen – das macht so eine Diskussion ja erst komplett. Aber ich finde es schade, dass Du gleich so auf Extreme gehst. Ich denke, unter unseren Lesern wirft keiner andere Hunde ab, nur weil sie zu nahe kommen und nicht immer ist die „mangelnde Sozialisierung“ des eigenen Hundes das Problem. Zu viele Faktoren spielen hier eine Rolle – und natürlich muss Training auch in schwierigen Situationen stattfinden, aber halt dann, wenn der Hund bereit dafür ist. Hat meiner Angst vor der Begegnung mit großen Hunden, die auf ihn zustürmen, führe ich ihn langsam an solche Begegnungen heran, schaue, wie weit ich jedes Mal gehen kann usw. Eine Frontal-Konfrontation zu Anfang des Trainings würde ihm sicher nicht helfen.
    Ich würde mir also wünschen, hier auch mehr Zwischentöne zuzulassen. Zwischen Schwarz und Weiß liegt halt eine Menge Grau. Toleranz ist da nie verkehrt

  12. Ich finde, dieser Artikel sagt viel mehr über die Autorin aus als über die „anderen“, „bösen“ Hundehalter. Er erweckt den Eindruck, dass die Autorin relativ unfreundlich, selbstgerecht und besserwisserisch anderen gegenüber ist, dass sie eigentlich keine anderen Hunde mag und am liebsten ganz für sich und ihren Hund spazieren gehen möchte. Nur ist dies ein Ding der Unmöglichkeit. Hunde sind nunmehr soziale Wesen und sollen grundsätzlich die Möglichkeit haben, sich zu begrüssen. Auch wir Menschen müssen jeden Tag miteinander auskommen, selbst wenn wir jemanden unsympathisch finden. In 99% der Fälle – wirklich – machen das die Hunde allein aus. Sehr oft übertragen die Besitzer ihre eigenen Ängste auf ihren Hund und verderben ihm so das Leben. Ein Hund, der immer an der kurzen Leine gehalten wird, ist ein armer Hund. Selbst habe ich zwei adoptiere Hunde aus Spanien, beides ganz liebe Wesen. Der eine, der eigentlich immer noch der ängstlichere ist und am Anfang sehr traumatisiert war, ist manchmal unberechenbar und denkt sich bestimmt, Angriff sei die beste Verteidigung. Nur hat er nie einem anderen Hund etwas zuleide getan. Wenn ein Hund ihn angreift, rennt er schreiend davon und ich schimpfe mit ihm – nicht mit dem anderen Hund! Kürzlich wollte ihn ein anderer Hundebesitzer treten, obwohl die Hündin ihn bereits in die Schränke gewiesen hatte. Ich hatte zwar mit meinem Hund geschimpft und bin natürlich gar nicht darüber glücklich, wenn er bellend auf andere Hunde zurennt, aber der andere Hundebesitzer übertrug eigentlich seine Aggressionen auf die Situation, schrie und gestikulierte, und machte aus einem kleinen Zwischenfall ein regelrechtes Drama. Es sind meistens die Menschen eben, nicht die Hunde. Nicht immer kann man alles zu 100% im Griff haben, so einfach ist das. Wenn ich rechtzeitig einen angeleinten Hund aus der Ferne sehe, leine ich meine selbstverständlich auch an. Ich reagiere auch nicht hysterisch, wenn ein Hund auf uns zurast. Ich beobachte und bleibe ruhig und höflich, auch dem Besitzer gegenüber. Es ist einfach eine Frage des gesunden Menschen- und Hundeverstandes!

    • Oje, ist mein Artikel hier wirklich so missverständlich? Lieber Toby, ich kann Dir versichern, dass ich andere Hund mag. Sehr gerne sogar! Wann immer ich Hunden begegne und es von den Haltern erlaubt ist, werden sie von mir gekrault und mit netten Worten bedacht. Da ist es mir auch ganz egal, welche Rasse es ist. Ich gehöre zu den Menschen, die anderen Hundehalten oft versichern, was für tolle und schöne Hunde sie haben. Auch finde ich andere Menschen nicht böse, nur in einigen Situationen einfach rücksichtslos.
      Unser Kleiner läuft auch viel ohne Leine und wird nicht nur kurz gehalten geführt (außer halt in Trainingssituationen, wenn diese genau jenes erfordern). Und wir freuen uns immer sehr, wenn er Hunde trifft, mit denen ein entspanntes Kennenlernen möglich ist – dann passt das nämlich meist auch und es geht ohne Bellen, Knurren, Raufen usw.
      Was ich nicht mag, ist die Rücksichtslosigkeit. Wenn mein Hund frei läuft, ich weiß, dass er nicht hört und uns ein fremder Hund angeleint entgegen kommt, dann lass ich meinen nicht lustig drauf los rennen, sondern leine ihn an. Nach kurzem Kontakt mit dem anderen Hundehalter kann dann einfach entschieden werden, wie es weiter geht. Dann sieht man ja auch meist schon, wie die Grundhaltung der beiden Hunde ist. Stellt einer schon den Kamm auf, ist es wahrscheinlich einfach unnötig, die beiden zusammen zu führen.
      Ich stimmt mit dir vollkommen überein, das wildes Schreien und Gestikulieren nicht zielführend ist in Situationen, in denen die Hunde so aufeinandertreffen. Aber es steht ja auch nirgends geschrieben, dass ich das so tue.

      Ich denke, unfreundlich, selbstgerecht oder ähnliches bin ich wirklich nicht. Ich glaub, hier lesen sogar einige derer mit, die wir ab und an beim Gassi gehen treffe. Ich bin wirklich eine von denen, die immer lächelnd Hallo sagt, ein paar nette Worte spricht und es absolut schade findet, wenn der eigene Hund nicht mit den anderen Kontakt aufnehmen will. Was übrigens durchaus seine Gründe hat und wo natürlich auch ich gerade am Anfang sicher einige Fehler begangen hab. Aber wer ist schon perfekt? Wichtig ist doch wirklich, wie der Umgang miteinander ist. Toleranz ist da wie immer ein mächtiges Zauberwort 🙂

  13. Dieser Artikel spricht mir aus dem Herzen !!!
    Wir haben eine Hündin, die es nicht mag, wenn andere Hunde auf sie zustürmen.
    Leider gibt es immer noch viele Hundehalter, denen das völlig egal ist, oder sogar mit
    totalem Unverständnis reagieren.
    Mittlerweile bin ich es auch so satt, es diesen rücksichtslosen Menschen erklären zu wollen, da
    ich noch keinem begegnet bin, der es eingesehen hat.
    Aber, die Hoffnung stirbt zuletzt! 😉

  14. Mein Hund hat leider extrem schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht als er ein Welpe war. Dummerweise ist aus ihm ein stattlicher fast 60 Kilo schwerer Hund geworden , der die angst vor anderen Hunden nicht verloren hat. Er hat mit viel training gelernt das von hunden die ruhig an ihm vorbei ziehen keine Gefahr ausgeht. Ich habe auch prinzipiell kein Problem damit wenn andere Hunde frei laufen. Nur haben sie dann auch abrufbar zu sein. Mein Hund versteckt sich hinter mich. Nur wenn ein fremder Hund dann um meine Beine läuft und mein Hund kann nicht weg, dann ist es schon vor gekommen das mein Hund sich den anderen Hund packt und und einach weg wirbelt. Dann heisst es nicht mehr die Hunde machen das unter sich, sondern dann heisst es : mein Hund ist aggressiv und den gehört ein Maulkorb an. Obwohl meiner nicht verletzen will, sondern nur deutlich macht das er nicht möchte. Das ist Gott sei dank nur 2 mal vorgekommen, weil mir ja auch der andere Hund dann leid tut. Ich finde es einfach nur rücksichtslos seinem eigenen hund gegenüber. Denn der macht doch dann auch wie meiner eine negativerfahrung die ganz leicht verhindert werden kann.

    • Vielen Dank fürs Teilen Deiner Erfahrungen, Kathrin. Ja, die Aggressivität, die da hinein interpretiert wird, ist wirklich nervend. Schön, dass Du auch den anderen Aspekt angesprochen hast, nämlich das die anderen Hunde ja schlechte Erfahrungen machen. Ich glaub, das ist vielen wirklich gar nicht bewusst.

  15. Ja, ja, ja!!! Unser Hund ist bei fremden Hunden erstmal zurückhaltend, dazu aber auch sehr dominant, setzt schnell Grenzen UND hat einen alten Hüftbruch.
    Wir haben so oft das Problem, dass er über den Haufen gerannt oder angerempelt wird (bevorzugt von großen Wind- oder Jagdhunden, er wiegt nur 7kg), dass andere Hunde auf ihn zugerannt kommen und direkt mal seine Grenzen übertreten, indem sie ihn ziemlich übergriffig beschnüffeln. Er wird zum Glück nur deutlich und treibt sie durch seine Präsenz weg von sich, er wird nicht „handgreiflich“.
    Kürzlich wies er einen extrem aufdringlichen Jack Russell zurecht und ich (schwanger) musste dann noch dazwischen gehen, damit die Besitzerin des „armen“ Terriers meinen Hund nicht mit der Rollleine verprügelt. Da fasst man sich doch an den Kopf.
    Meine Favoriten sind immer die, die fragen, ob er ein Rüde ist (weil ihrer ist ja eine Hündin). Dass er bei anderen Hunden da keine Unterschiede macht und Rüden generell lieber mag, muss ich dann jedes Mal umständlich klar machen.
    Argh!
    Danke jedenfalls für den Artikel 😀 hab die ganze Zeit genickt.

    • Vielen Dank für Deinen Kommentar und Deine Erfahrungen, Andrea. Wenn eine Verletzung oder Beeinträchtigung beim Hund besteht, ist es ja gleich noch mal schlimmer. Umso besser, dass sich Dein Kleiner so gut durchsetzen kann – auch wenn das nicht vor dem Unverständnis anderer Hundebesitzer schützt.

  16. Ich habe auch die Nase voll von Hundehalten,die die ihre Bedürfnisse und die ihres Hundes über alles stellen und nicht mal auf Rückruf hören. Ich habe auch Aggroassihund. Er mochte schon von kleinauf keine Artgenossen. Keine Panik oder so,er ist weggegangen, hat sie abgewiesen und auch mal ein Warnbiss losgelassen. Ich war von je her sein Universum. Kommt leider nicht so gut bei 45 kg Dobi. Aber er ignoriert sie, wenn sie Abstand halten, unter 5 Meter werden sie dann plötzlich hochinteressant . Ich mied daher auch jahrelang Parks oder Hundewiesen und ging dann am liebsten zu “ Hundeunzeiten“. Mittlerweile fahre ich im Umkreis eine Rowdymethode die durchaus Wirkung zeigt. Meiner in öffentlichen Parks Leine und Beisskorb. Jetzt zu jeder Tageszeit. Bei Hund ohne Leine, mache ich meinem den Beisskorb runter und filme mit dem Handy. So habe ich gleich den Nachweiss das meiner an der Leine war. Wenns knallt,dann knallts eben. Es gibt in Städten nunmal Leinenpflicht. Hat sogar den Vorteil: Halter und Hund lernen gleichzeitig. Seither, man glaubt es nicht: Ich komme mit meinem Hund und ein hecktische Rufen oder Hinterherhechten geht los und wir spazieren friedlich unserer Wege. Immer nur Sorgen machen, ausweichen , ärgern und auf andere Rücksicht nehmen, da hatte ich keinen Bock mehr drauf.

    • Natürlich ist das Verhalten anderer Hundehalter nervig, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich kein Fan davon bin, wenn die Hunde nachher das falsche Verhalten der Menschen ausbaden müssen – egal ob mein Hund oder ein anderer. Da bin ich also nicht so ganz Deiner Meinung.

  17. Das wird immer schwieriger mit den Hunden. Das ist die andere Seite. Kaum trifft man andere Hunde, wird panisch nach diesen gerufen, angeleint, Schrei und Stress, wehe meine sund nicht an der Leine, dann ist das Gemecker vorprogrammiert. All diese vielen verhaltensgestörten Hunde. Mich stresst das ungemein. Denn meine beiden sind friedlich und freundlich.

    • Stress soll bei solchen Situationen natürlich nicht aufkommen. Man kann den Hund ja auch ruhig und entspannt rufen und anleinen 🙂 Hunde mit Problemen sind ja auch nicht automatisch aggressiv und wenn sie bellen, heißt das ja auch nicht, dass sie ihr Gegenüber zerfleischen möchten. Wichtig ist Rücksichtnahme in beiden Richtungen – so sehen wir mit unserem „Kläffer“ beispielsweise auch zu, Abstand einzuhalten, damit der andere Hund nicht nervös wird oder ähnliches. Sind beide Seiten höflich und freundlich, laufen die nächsten Begegnungen meist schon viel entspannter für alle ab.

  18. Leider ist es oft so, dass gerade die ihre Hunde nicht anleinen, die sie auch nicht abrufen können. Und auch einen freundlichen Berner Sennen möchte ich nicht auf mein Windspiel zustürmen haben.
    Und wie oft musste ich meinen bandscheibenoperierten Whippet vor den freilaufenden Hunde schützen, weil es leider überhaupt nicht selbstverständlich ist, seinen Hund zu sich zu holen, wenn der entgegenkommende angeleint ist. Ich bin es auch soooo leid, ständig erklären zu müssen, warum ich JETZT keinen Kontakt will.
    Und auch, wenn ich alleine unterwegs bin brauche ich keine Riesenhunde, die, teilweise sogar an der Schleppleine, auf mich zulaufen und mich beschnuppern. Ich habe Angst vor Schäferhunden.
    Und auch wenn ein Hund bei Fuß läuft, weil er gut erzogen ist und keiner Leine bedarf, ist das kein Freifahrtschein, seine Hunde ohne Ansprache hinstürzen zu lassen.
    Aber ist ja auch viel einfacher, große Hunde, die körperlich nicht so viel zu befürchten haben, einfach laufen zu lassen. Erziehung ist da wesentlich aufwändiger.
    Deshalb: du hast mir mit deinem Artikel aus der Seele gesprochen.

    • Danke für das Schildern Deiner Erfahrungen. Ich hätte nie gedacht, dass der Artikel so viel Resonanz findet und vor allem das so viele Hundebesitzer mit dem gleichen Problem zu tun haben.

  19. Gabriele Züllich

    Der Artikel ist genau meine Meinung, in unserer Stadt gibt es die Leinenpflicht, leider lassen trotzdem viele ihre Hunde ohne Leine laufen. Wir haben einen Mischling aus dem Tierheim und gehen Regelmäßig auf den Hundeplatz, leider verliert unser Hund nicht seine Angst und es kommt immer wieder mal zu Überreaktionen, die anderen Hunde die er nicht kennt verbellt er und die Eigentümer der anderen Hunde reagieren oft mit Unverständnis . Ich würde mich freuen, wenn die anderen Hundebesitzer manchmal etwas nachdenken würden wie sie mit ihren Hunden umgehen.

    • Wird das Bellen von Deinem Hund dann auch mit „Ungehorsam“ oder auch Aggressivität von anderen begründet? Das denken andere dann ja schnell, obwohl es ja oft nur die Unsicherheit ist.

  20. Der Artikel spricht mir aus der Seele! Gerade gestern hatte ich wieder eine Auseinandersetzung mit so einer uneinsichtigen Hundebesitzerin. Mein Hund ein Pon-Mix mit sehr klarer Körpersprache und ablehnender Haltung gegenüber fremden Hunden. Er ist 11 Jahre alt, kränkelnd und ängstlich, weil bereits übel gebissen von großen Hunden (1 x Labrador-Retriever, 4 x Schäferhunde). Der Hund der Frau hat bereits letztes Jahr meinen Hund kurz nach einer OP so bedrängt, dass ich wirklich sauer wurde und mit der Frau aneinander geriet. Gestern wieder: Mein Hund angeleint, ihr großer Jagdhund ohne Leine schnurstracks auf meinen zu. Meine Aufforderung ihn nicht auf meinen zulaufen zu lassen, kommentierte sie wieder mit dummen Sprüchen und hinterher einem: „Sehn’se, ist doch nichts passiert!“ Mir fiel nur noch ein, sie als dumme Nuss zu bezeichnen. Ich hasse diese arroganten Leute, die so absolut keine Rücksicht nehmen und meinen, sie könnten über andere Hunde einfach so verfügen. Nichts anderes ist es ja, wenn sie entscheiden, dass der fremde Hund ihren Hund ertragen muss – ob er will oder nicht!

    • Oje, da hat dein Kleiner ja schon so einiges mitmachen müssen. Ich wünsche ihm und Dir ganz viele unkomplizierte Hundebegegnungen, damit seine Unsicherheit ein wenig kleiner werden kann und auch Du entspannt spazieren gehen kannst

  21. Hallo Nicole,

    abgesehen mal davon, dass ich diesen Artikel gut, richtig & wichtig finde und absolut Deiner Meinung bin, bewundere ich Deine Art mit all diesen verschiedenen Meinungen umzugehen. Deine freundliche, anerkennende und wohlwollende Art hier ist wirklich gut zu lesen und ich beneide Dich drum. Bei einigen Kommentaren hätte ich es verstanden, wenn Du anders reagiert hättest. Ich bin ganz begeistert und lerne sehr viel von Dir.

    Hut ab!!

    • Vielen lieben Dank für Deine Worte! Ich geb zu, manchmal atme ich auch erstmal tief durch, um nicht zu impulsiv zu schreiben. Aber ich denke mir: Im Grunde genommen kann ich hier nur Denkanstöße geben. Wer sie annimmt, vielleicht aufgrund dessen auch mal schaut, wie das eigene Verhalten ist und überlegt, wie andere das empfinden, kann ich nicht beeinflussen. Ich hoffe da einfach nur. Wer von vorn herein dagegen ist, den kann ich auch nicht mit einem Artikel überzeugen. Ich akzeptiere die Meinung dann einfach, ob ich sie gut finde oder auch nicht, steht auf einem anderen Blatt. Allgemein halte ich es für sehr wichtig, Menschen stets freundlich entgegen zu treten. In der Welt ist so viel Hass und er scheint täglich zu wachsen – da kann ich mit einem freundlichen Wort vielleicht den Tag für jemanden etwas angenehmer gestalten.

  22. Ich finde den Artikel sehr gut, meine Landseerhündin hat zwei oder drei Freunde und legt auf andere einfach keinen Wert. Dabei ist sie ziemlich deutlich. Wenn mir ein freilaufender „Dertutnix“ oder “ Derwillnurspielen“ entgegen kommt rufe ich einfach “ Meine tut was und ist böse.“ Das ist zwar nicht ehrlich, aber dank der imposanten Erscheinung eines fast 60 kg Hundes klappt es fast immer.

    • Haha, das ist natürlich auch eine gute Idee – bei unserem Cavalier nimmt uns das niemand ab. Vielleicht sollten wir rufen, dass er Flöhe hat oder so 😉

    • Das ist ja fast schon lustig – wenn es nicht so ernst wäre, Jennifer. Ich muss zugeben, das habe ich mitunter auch gemacht, wenn es mir zu lästig wurde, alles zu erklären. Unserer war aus dem Tierheim, Vorgeschichte unbekannt und etwa 18 Monate als er zu uns kam. Schon in den ersten paar Tagen als ich ihn ausführte, kam es zu unangenehmen Begegnungen mit anderen Hunden, so dass – entweder davon, oder von seiner Vorgeschichte, oder beidem – unser Collie zeit seines Lebens argwöhnisch bis aggressiv auf andere Hunde reagierte. Auch in der Hundeschule war er immer nur gestresst und wollte nichts mit anderen Hunden zu tun haben, und hat sich statt dessen mit deren Besitzern angefreundet.

      Da deshalb Rückruf trotz allem Training in Gegenwart anderer Hunde nie verlässlich war, musste er in diesen Situationen leider an die Leine (keine Angst, Möglichkeiten, ohne Leine zu laufen, hatte er trotzdem täglich). Natürlich kam es dabei dann häufig zu Begegnungen wie oben von Jennifer geschildert. Wenn so ein „Dertutnix“ kam, und ich entgegnete (während deren Hund bereits im Anmarsch war) „Ihrer vielleicht nicht“, oder „Aber meiner“ dann folgte der Rückzug meistens ganz ganz schnell.

  23. Ich kann das nur unterschreiben. Ich habe einen Hund, den ich aus dem Tierheim geholt habe und dem ich verschiedenes erstmal beibringen muss. Da finde ich es ganz furchtbar, wenn dauernd irgendwelche fremden Hunde auf uns zulaufen, ob wohl meiner eigentlich freundlich ist, aber er fühlt sich schnell bedrängt und ist dann nicht mehr so nett. Er möchte einfach selbst entscheiden, ob er den Hund kennenlernen will oder nicht. Leider verstehen das die meisten Halter gar nicht. Außerdem finde ich es auch unschön, wenn er immer wieder durch andre Hunde aus dem Leinentraining gerissen wird. Aber wenn man etwas sagt, wird man bloß noch dumm angemacht. :/

    • Oh ja, gerade beim Leinentraining stelle ich mir das noch unangenehm vor. Ich hoffe, ihr findet für euch einen Weg, damit umzugehen. Dein Hund kann sich jedenfalls glücklich schätzen, so ein tolles Zuhause gefunden zu haben. Zu wenige nehmen sich die Zeit, Tierschutz-Hunden eine langsame Gewöhnung an alle Dinge des Alltags zu ermöglichen.

  24. Ja, die Besitzer sind schuld, weil sie ständig ihre unqualifizierten und vermenschlichten Sichtweisen auf ihren Hund übertragen wollen! Erwachsene Hunde spielen selten und wie oft sieht man gemobbte, total verängstigte Hunde beim tollen „sozialen“ Spiel, deren ignorante Besitzer das auch noch spaßig finden! Die Mehrzahl der aggressiven Hunde sind aus solchen Begegnungen hervorgegangen, aber das wird einfach nicht wahrgenommen! Wer es nicht glaubt, sollte die Fachliteratur bemühen-da steht alles zu dem Thema drin! Natürlich ist das aufwändig und zeitraubend und wer will schon gerne sein eigenes Unvermögen schwarz auf weiß lesen…

  25. Das ist ja mal ein toller Artikel, dem ich nur voll zustimmen kann. Viel zu häufig werden die eigene Erfahrung (oft sogar die eigene Unwissenheit) und die eigenen Erwartungen auf andere projiziert, was dann zu Unverständnis und Respektlosigkeit führen kann. Finde ich sehr schade. Wenn man erst mal einen Hund hat, der sich nicht der „Norm“ entsprechend benimmt, und man gezwungen ist sich mit der Materie ernsthaft auseinanderzusetzen, lernt man schnell, dass das Thema mehr Fassetten hat als nur „Dertutnix“, oder „Derwillnurspielen“, oder Hunde sind sozial und müssen sich beschnüffeln, usw.

    Wir hatten so einen Problemhund, wobei er das ohne die unfähigen Hundehalter unserer ersten paar Begegnungen wohl nicht so extrem geworden wäre. Die Aggression, die er anderen Hunden zeigte, wurde von unserem „Hundetherapeuten“ (gibt es sowas in Deutschland?) als Angstaggression beschrieben. Eine Hundebegegnung ohne Leine war auch nach intensivem Training nicht denkbar. Auch Hunde erleiden Trauma, dass sie vielleicht nie wieder komplett loswerden. In unserem Fall war das vielleicht vergleichbar mit einer Panikattacke beim Menschen. In so einer Situation war unser Collie nicht ansprechbar und reagierte auf nichts, auch nicht auf Leckerchen oder Aufforderung zum Spielen. Zum Glück waren wir letztendlich wenigstens in der Lage, an der Leine an anderen Hunden vorbeizulaufen, anfangs ging selbst das ohne Riesenlärm und Saltos an der Leine nicht, selbst wenn der andere Hund auf der anderen Strassenseite lief.

    Ich find es es überaus schade, sogar beleidigend, wenn ich Äusserungen lese, wie, man muss den Hund von der Leine lassen dann gibt es keinen Streit (FALSCH!!), die müssen spielen und sich beschnüffeln, sind Rudeltiere, keine Angst, der tut nichts, und ich mache rundherum alles falsch mit meinem Hund. Das sind in vielen Fällen Personen, wie diejenigen, welche eine gewisse Mitschuld, wenn nicht sogar Hauptschuld, am unsozialen Verhalten meines Hundes hatten, und mich dann als unfähige Halterin darstellen. Oder die hinterher ganz verstört mit der Äusserung kommen, „Kann ich gar nicht verstehen, sowas hat er noch nie gemacht…“ Eines haben solche Hunde fast alle gemeinsam. Sie hören schlecht auf ihre Besitzer und der Rückruf funktioniert bei den meisten gar nicht.

    Wenn wir gut erzogenen Hunden begegnet sind, ohne Leine oder mit, dann hat es am Ende immer gut geklappt, mit unserem Collie ohne Zwischenfall an ihnen vorbeizugehen. Denn wenn der fremde Hund kein Interesse an meinem zeigt, was er als ausgeglichener, gut erzogener Hund mit klaren Regeln wie es sie in einem funktionierenden Rudel auch gibt, nicht nötig hat, dann ist er für meinen Hund auch keine Gefahr, und mein Hund ist nicht gestresst. Wie viele dieser „Dertutnixe“ führen im Hause der Halter die Herrschaft, klauen sich die einen oder anderen Kekse, erlauben niemanden auf das Sofa oder in das Bett, begrüssen als allererster alle Besucher, lautstark? Hierin liegt das Problem.

    Ein Hund braucht seinen Platz, einen festen Platz im Rudel, der mit Regeln verbunden ist. Nur dann ist er ausgeglichen. In vielen Rudeln, sprich Familien, stehen die Vierbeiner aber an oberster Stelle. Klar geht dann ein Rückruf nicht. Klar müssen die dann das Rudel verteidigen. Und klar müssen die dann festlegen, ob der fremde Hund eine Gefahr für das Rudel ist oder nicht. Das sind aber Aufgaben, die für den Halter bestimmt sind, nicht für das Tier. Da wir unsere Haustiere so vermenschlicht haben, verstehen viele das nicht.

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