Home / Erziehung / 9 Gründe, warum die Hundeerziehung scheitert

9 Gründe, warum die Hundeerziehung scheitert

„Meinen Hund brauchte ich nicht wirklich erziehen. Er/Sie ist so schlau, dass er/sie gleich genau wusste, was ich erwartete. Ein oder zwei Wiederholungen reichten, dann saß das Kommando!“ Solche und ähnliche Aussagen hört man häufig, wenn man sich mit anderen Hundehaltern über die Hundeerziehung unterhält. Da kann man schon mal unsicher werden und darüber nachdenken, warum es bei einem selbst nicht so läuft. Schaut man dann aber mal genau hin, sieht man oft recht schnell, das entweder gar nichts sitzt, was die Kommandos angeht, oder man „erwischt“ sie dann doch beim Training. Trotz allem ist die Hundeerziehung ein Thema, bei dem viele scheitern. Doch woran liegt das?

Hundeerziehung ist wichtig

Hundeerziehung ist wichtigAuch wenn viele bei dem Gedanken innerlich aufstöhnen: Für ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Hund ist ein Mindestmaß an Erziehung notwendig. Ein Hund sollte wissen, dass nicht jeder frei herum stehende Schuh ein Kauspielzeug ist, er sollte (fremde) Menschen weder umrennen noch unkontrolliert anspringen – und wenn er frei läuft, sollte er abrufbar sein, auch wenn er abgelenkt ist. Dinge, wie die genannten, beschränken den Hund absolut nicht in seiner Freiheit, sondern beschützen ihn oftmals noch vor Gefahr oder schonen zumindest die eigenen Nerven. Doch dem Hund all diese und noch viele weitere Dinge beizubringen, ist nicht immer einfach. Und oftmals geht man es auch einfach falsch an und scheitert deshalb.

Dabei ist es keine Raketenwissenschaft, Hunden etwas beizubringen. Vielmehr kann die Hundeerziehung sogar richtig viel Spaß machen und fast nebenbei dafür sorgen, dass sich die Bindung von Hund und Mensch noch weiter verstärkt. Und auch wenn viele Menschen ihren Hund als Freund und Familienmitglied ansehen und ihm seinen Freiraum lassen wollen, ist die Hundeerziehung nichts Schlimmes, was den Charakter unserer Hunde verändert. Auch der Hund hat kein Problem damit, bestimmte Dinge zu lernen. Ganz im Gegenteil: Die meisten Hunde lieben es, etwas zu Lernen und sind mit Feuereifer dabei!

Was läuft also schief, wenn es mit der Hundeerziehung nicht klappen will?

  • 1

    Ungeduld

    Der Nachbarshund ließ sich schon nach zweit Tagen ins Körbchen schicken, der eigene Hund hat es aber auch nach einer Woche noch nicht im Ansatz verstanden? Da kann man schon mal ungeduldig werden. Aber genau das macht jeden Lernerfolg unmöglich. Ungeduld bringt uns in der Hundeerziehung nicht ans Ziel. Unsere Hunde spüren das und reagieren dann auch mal etwas trotzig. Oder wir selbst werden mürrisch, lustlos, ungenau und kommen keinen Schritt weiter. In so einem Fall heißt es: Tief durchatmen! Jeder Hund hat sein eigenes Tempo beim Lernen. Und jeder Hund lernt anders. Es gibt also keinen Grund, aufzugeben!

  • 2

    Ungenauigkeit

    Egal, was man dem Hund beibringen möchte - man muss sich dabei gut konzentrieren und genau arbeiten. Soll mir mein Hund etwas in die Hand geben und ich lasse es ihm zwischendurch immer wieder durchgehen, wenn er es mir vor die Füße legt, wird es nur schwer voran gehen bzw. wird der Hund einfach nicht verstehen, warum es manchmal halt nicht okay ist, wenn er uns die "Beute" nur vor die Füße legt. Auch das Timing in der Belohnung (wie auch immer diese aussieht) ist wichtig. Ansonsten werden schnell falsche Signale gegeben und der Hund damit verwirrt.

  • 3

    Falscher Trainingsaufbau

    Bei der Hundeerziehung ist es wie so oft im Leben: Man muss einen Plan haben und wissen, mit welchen Schritten man zum Ziel kommt. Und man muss auch kleine Schritte machen, um Grundlagen zu schaffen. Beim Trainingsaufbau ist es deshalb wichtig, mit wirklich ganz kleinen Schritten voran zu gehen und auch erst dann weiter zu machen, wenn der erst Schritt sitzt. So geht es zwar gefühlt nur langsam voran, aber dafür lernt der Hund auch wirklich und landet nicht nur Zufallstreffer.

  • 4

    Training strikt nach Plan

    Eben noch sprachen wir davon, dass wir einen Plan bei der Hundeerziehung brauchen - und jetzt sagen wir, dass das Training strikt nach Plan zum Scheitern verurteilt ist? Ja! Denn ein Plan ist ein Wegweiser, aber er darf beim Training mit dem Hund nicht in Stein gemeißelt sein. Genau wie bei uns Menschen, gibt es auch bei Hunden Tage, an denen einfach gar nichts klappt. Dann ist es nicht die beste Idee, an diesem Tag einen Schritt weiter zu gehen, nur weil es der Plan so vorsieht. Ein Plan sollte also da sein, aber Flexibilität ist auch gefragt.

  • 5

    Das muss genau SO klappen!

    Der Hund der Freundin hat das "Platz" auf eine Weise gelernt, die schnell zum Erfolg führte. Beim eigenen Hund stößt das allerdings nur auf Unverständnis. In der Hundeschule wurde das Bei-Fuß-Gehen auf eine bestimmte Art erklärt, aber der eigene Hund stöbert dabei lieber mit der Nase auf dem Boden herum und reagiert überhaupt nicht? Dann passt die Art des Lernens einfach nicht zu ihm. Dann hilft nur eins: Auf Plan B zurückgreifen, und vielleicht auch noch auf Plan C und Plan D. Denn jeder Hund ist anders und reagiert auch anders. Es gibt also nicht DIE EINE METHODE, die zum Erfolg führt. Sondern nur die Methode, die bei Deinem Hund zum Erfolg führt. Und die zu finden, ist Deine Aufgabe.

  • 6

    Zu viel auf einmal

    Erinnerst Du Dich noch an Deine Schul- oder Studienzeit? Vor einer Prüfung haben wir oft stundenlang über dem Lernstoff gesessen, nur um dann zu merken, dass unser Kopf viel zu voll war, um noch irgendwas zu verstehen. Was das mit Hundeerziehung zu tun hat? Viel! Leider sind immer noch viele Menschen der Meinung, dass eine halbe Stunde Training am Tag in einem Rutsch stattfinden sollte. Für den Hund ist das allerdings viel zu viel. So lange kann die Konzentration nicht gehalten werden und statt Fortschritte zu machen, macht man Rückschritte. Also bitte nicht zu viel auf einmal, sondern lieber mehrmals am Tag ein paar Minuten lernen und aufhören, wenn es noch richtig gut läuft. Das bringt viel mehr!

  • 7

    Alles hat seine Zeit

    Nach einem langen Spaziergang mit jeder Menge Action noch schnell eine Lerneinheit hinterher schieben? Schlechte Idee. Wenn der Hund ausgepowert ist, will er nur eins: Ruhe! Dann mit dem Training zu beginnen, bringt gar nichts, denn Konzentration ist nicht möglich. Genauso ist es nicht förderlich, wenn man den Hund erstmal mit einem kurzen Spiel richtig aufputscht und ihm dann beibringen möchte, sich ins Körbchen zu legen. Es gibt also auch bei der Hundeerziehung gute und schlechte Zeitpunkte - und die sollte man erkennen.

  • 8

    Falscher Ort

    So wie es einen falschen und richtigen Zeitpunkt gibt, gibt es auch einen richtigen und falschen Ort! Möchte man einem Hund etwas beibringen, so fängt man am besten in einer ruhigen und ablenkungsfreien Umgebung an. Das hilft dem Hund dabei, die Konzentration aufzubringen, die erforderlich ist. Erst wenn es also z. B. Zuhause gut läuft, kann man den Schwierigkeitsgrad langsam steigern und das Training nach draußen verlegen. Die Erfolge sind so viel größer und auch dem Hund fällt es viel leichter.

  • 9

    Faulheit

    Ja, es ist etwas frech von uns, dass wir bei der gescheiterten Hundeerziehung auch Faulheit unterstellen. Aber es ist gar nicht weit her geholt und wenn wir alle ganz ehrlich sind, waren wir alle dabei schon mal faul. Wir nehmen uns davon auch nicht aus. Auch wenn wir ganz genau wissen, dass wir täglich am Ball bleiben sollten, um unseren Hunden etwas beizubringen, finden wir doch immer mal wieder Ausreden, warum es gerade heute gar nicht passt. Und je häufiger wir diese Ausreden finden, desto mehr scheitern wir natürlich auch beim Thema Erziehung. Noch schlimmer ist es nur, wenn wir schon Ausreden dafür erfinden, überhaupt die Erziehung anzugehen.

Trotzdem noch Lust auf Hundeerziehung?

Oje, nach dieser Aufzählung ist das Thema Hundeerziehung nicht gerade motivierend. Man kann ja doch eine Menge verkehrt machen. Die gute Nachricht ist aber, dass all diese Dinge, an denen viele scheitern, mit ein bisschen Einfühlungsvermögen und Selbstdisziplin gut in den Griff zu kriegen sind. Natürlich haben wir auch hier und da ein wenig übertrieben, um die Probleme bildlicher darzustellen, aber alles in allem sind das keine weltbewegenden Dinge, die man nicht schnell ändern könnte. Wichtig ist, dass man bei der Hundeerziehung immer an eines denkt: Es geht um den Hund und darum, dass dieser ein paar Verhaltensweisen lernt, die ihm das Leben mit uns Menschen einfacher machen. Und wir können dafür sorgen, dass diese Dinge leicht und mit Spaß an der Sache gelernt werden können.

Wie wichtig ist Hundeerziehung für Dich? Und hat immer alles gut geklappt, oder bist Du selbst schon mal hier und da an einer Sache gescheitert? Schreib Deine Erfahrung in die Kommentare!

Letzte Aktualisierung am 20.04.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Bildcredits: Titelbild von YamaBSM, Bild1 von jp26jp

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

Vielleicht interessiert Dich

Hundeerziehung

Genau so muss Hundeerziehung aussehen!

Dein Hund muss Bei Fuß gehen können und er muss auf eine Entfernung von mindestens …

2 Kommentare

  1. Ich wünschte,ich könnte hier einen halbwegs „hundeerzieherischen“ Kommentar über unsere Nelly schreiben,aber leider muss ich zugeben,das wir,also ihr richtiges Frauchen und ich, mit der Hunderziehung so gar nicht bei Nelly punkten können.Wenn sie wenigstens auf ihren Namen hören würde….und ich finde,das sollte sie schon,seit sie bei ihrem Frauchen „eingezogen“ ist. Hat das etwa auch schon mit Erziehung zu tun??? Und so wird’s uns unsere Kleine weiterhin manchmal in den Wahnsinn treiben,wenn sie nicht macht,was wir eigentlich von ihr wollen. Ich weiss,mit Erziehung hat das nichts,aber auch gar nichts zu tun,wenn wir Nelly machen lassen,was sie will.Tja, DER Punkt geht wohl heute an Nelly,…. aber ich finde,es gibt „schlimmere“ Hunde,die auch nicht machen,was ihr Halter von ihnen möchte.Ob das jetzt ein Trost ist,da bin ich mir nicht sicher. Wir werden uns bemühen,in Zukunft mehr mit Nelly zu „arbeiten“,damit sie unter Hunden „gesellschaftsfähig“ wird.Noch hab ich Hoffnung………….. Gruss an Devil,der das mit Erziehung schon sehr gut kapiert hat.

    • Mh, Nelly und Erziehung, ein schwieriges Thema 😉 Ich denke, bisher hat es Nelly gut hinbekommen, alle um sich herum perfekt zu erziehen! Und das macht sie richtig charmant. Aber ja, es stimmt, Nelly mag zwar nicht immer unbedingt auf ihren Namen hören, aber sie ist trotz allem absolut gesellschaftsfähig, wo wir ja hier und da mit Devil noch unsere Probleme haben, wenn er wieder zu ungeduldig ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter

und verpasse kein wichtiges Update mehr von unserer Seite

Abonniere jetzt

Vielen Dank für Deine Anmeldung