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Was sagst Du zu Alternativmedizin für Hunde?

Hier ein Globuli, dort eine Pflanzentinktur und dann vielleicht noch ein Pülverchen übers Futter streuen? Das ist für viele Hundebesitzer inzwischen ganz normal. Neben dem Rat und Medikamenten vom Tierarzt werden auch alternative Heilmethoden bei kleineren und größeren Wehwehchen zu Hilfe genommen, wenn es notwendig ist. Auf Verständnis stößt das jedoch nicht überall. Vielerorts wird darüber diskutiert, ob Tierheilpraktiker einen guten Job machen, Globuli wirklich einen Nutzen zeigen oder das nächste Antibiotika das Mittel der Wahl bei Beschwerden sein sollte.

Ich war jahrelang ein totaler Verfechter der Mediziner – so war ich einfach aufgewachsen. Hatte ich ein Problem, ging ich zum Arzt. Und so sah ich es für den Anfang auch beim Hund. Wie so oft werden einem andere Möglichkeiten erst bewusst, wenn man immer öfter über sie stolpert und sich dann irgendwann gezwungenermaßen mit dem Thema auseinandersetzt. So entdeckte ich für mich selbst einige alternative Heilmethoden und entschloss mich sogar, in manchen Sachen ganz auf vom Arzt empfohlene Medikamente zu verzichten und sie durch Natürliches zu ersetzen, wo es Sinn machte. Und das wird nun auch beim Hund so gehalten.

Ist Alternativmedizin dem Tierarzt vorzuziehen?

AlternativmedizinWer viel im Austausch mit anderen Hundebesitzern steht, trifft auch ständig auf andere Meinungen. So auch zum Thema Alternativmedizin. Manche halten sie für den absoluten Humbug, andere für die einzig richtige Möglichkeiten. Und wieder andere sind irgendwo dazwischen anzutreffen und wählen je nach Bedarf die jeweilige Seite. Und genau die Mitte finde ich hier auch wirklich passend. Normalerweise bin ich ein Mensch, der gern Stellung bezieht – aber neben Schwarz und Weiß haben ja auch die Grautöne ihre Berechtigung, oder? So finde ich es schlicht und einfach gefährlich, Tierärzte zugunsten der Alternativmedizin vollständig abzulehnen. Und ich finde es auch nicht weit genug gedacht, nur auf die herkömmlichen Medikamente zu setzen und die Kraft der Alternativmedizin völlig aus den Augen zu verlieren.

Im besten Fall spielt alles ineinander und nach einer fundierten Diagnose beim Tierarzt erfolgt eine Behandlung, bei der Alternativmedizin unterstützend oder, wenn es Sinn macht, auch allein eingesetzt wird. Voraussetzung ist gerade bei Letzterem dann natürlich, dass auch der Tierarzt der Alternativmedizin gegenüber aufgeschlossen ist und im besten Fall vielleicht auch selbst eine Ausbildung als Tierheilpraktiker gemacht hat oder sich zumindest in diesem Bereich weiterbildete. Doch das ist noch sehr selten der Fall. So liegt es an den Hundehaltern selbst, sich zu informieren und Entscheidungen zu treffen.

Macht Alternativmedizin immer Sinn?

AlternativmedizinAus meiner Sicht ist der alleinige Einsatz von Alternativmedizin nicht immer zielführend und manchmal sogar gefährlich. Ich möchte hier noch betonen, dass es wirklich meine persönliche Meinung ist, aber bei schweren Erkrankungen finde ich es wirklich unverantwortlich, Ratschlägen eines Tierarztes überhaupt nicht zu folgen und komplett auf andere Möglichkeiten zu setzen. Natürlich haben Tierärzte nicht immer Recht, schließlich sind sie auch nur Menschen, aber sie haben oft Erfahrungswerte und vor allem eine notwendige Distanz zum Tier, die uns selbst in solchen Situationen fehlt. Und sie stellen oftmals unschöne Diagnosen, deren Tragweite uns natürlich nicht immer gefällt. Aber mir ist das lieber als das Schönreden, das an anderen Stellen leider zu oft geschieht.

Damit möchte ich natürlich die Alternativmedizin und die Tierheilpraktiker nicht abwerten – aber die Ausbildungen derer unterscheiden sich halt doch sehr und auch die Erfahrungen. Es gilt also wieder, die goldene Mitte zu finden. Und manchmal macht es auch Sinn, die Alternativmedizin völlig außen vor zu lassen oder nur zum Aufbau des Immunsystems oder ähnliches zu nutzen und die Tierärzte den Rest übernehmen zu lassen.

Alternativmedizin im Alltag

AlternativmedizinWie schon erwähnt, haben wir inzwischen sowohl bei uns Menschen als auch beim Hund einige Fälle gehabt, in denen wir auf die Alternativmedizin vertraut haben. Beim Hund behandeln wir beispielsweise die gereizte Haut nach einem Lefzenekzem inzwischen mit Calendula-Tinktur (verdünnt) und Propolis und haben damit mehr Erfolg als mit einer Cortison-Salbe. Wir haben also beides getestet und benutzen nun das, was die besseren Ergebnisse schafft. Bei einer Ohrenentzündung hat uns auch schon mal Kolloidales Silber gute Dienste geleistet und ich hab auch kein Problem, dem Hund Globuli zu geben oder Heilerde ins Futter zu mischen, wenn sein Bauch grummelt. Und als Devil Probleme mit dem Hinterlauf hatte, waren wir bei einer Tier-Chiroprakterin. Es muss halt nur Sinn machen.

Auf der anderen Seite hinterfrage ich beim Tierarzt die Gabe von Antibiotika, versuche Salben mit Cortison zu meiden oder nur über eine kurze Zeit zu verwenden und so weiter. Bei unserem Tierarzt stoße ich damit nicht immer auf Verständnis. Er spricht zwar nicht gegen die Alternativmedizin, ist aber auch nicht unbedingt von ihr überzeugt. Aber das muss er ja auch nicht sein. Er macht seinen Job hervorragend, kümmert sich wirklich toll um jedes Tier und hat faire Preise. Der Rest liegt dann einfach in der Verantwortung von mir als Halter. Mir steht es ja frei, mich zu informieren und anderes auszutesten. Aber mir sollte auch immer bewusst sein, dass das niemals auf Kosten des Tieres geschehen darf. Sein Wohlergehen steht für mich immer an erster Stelle.

Wie hältst Du es mit der Alternativmedizin?

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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2 Kommentare

  1. Liebe Nicole,

    ich gehe da vollkommen mit dir. Alternativmedizin verwende ich für mich selbst schon seit vielen, vielen Jahren und trotzdem vertraue ich dabei auf meinen Arzt, der beides kann und für Alternativen offen ist. Und genauso sehe ich das auch beim Hund. Ich weiß nicht, inwieweit sich unsere Tierärztin mit Alternativmedizin auskennt, aber unser Hund war bisher auch noch nicht krank, so dass wir das ausprobieren mussten. Aber da würde ich immer auch nach Alternativen suchen, wenn es möglich ist. Bzw. darauf verzichten, wenn es eben nicht anders geht.

    • Hallo Antonietta, bei „schlimmeren“ Erkrankungen habe ich auch keine Erfahrung damit, da weiß ich aber halt auch vorher, dass unser TA dafür nicht so offen ist. Aber gerade bei den kleinen Dingen, wie beispielsweise Hautreizungen usw. finde ich es so hilfreich. Da muss nicht immer sofort mit der Chemiekeule hantiert werden.

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