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Anspringen unterbinden – nicht jeder mag es umwerfend

Es hat seinen Grund, warum Hundebesitzer nur selten helle Hosen tragen. Dreckige Pfotenabdrücke darauf sind leider nie so symmetrisch, dass man sie als Trend verkaufen könnte. Vielmehr sind sie ein trügerisches Zeichen dafür, dass der Hund nicht mehr Herr seiner Gefühle war und mit mehr oder weniger Schwung versuchte, dem Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Abseits von Pfotenabdrücken auf der Hose kann es bei kleinen Hunden ja noch als süß empfunden werden, wenn sie versuchen an einem hochzuspringen – spätestens wenn der Hund 20, 30 oder noch mehr Kilo auf die Waage bringt, ist es aber nicht mehr so herzig, sondern oftmals unfreiwillig umwerfend.

Wir haben ja so ein eher kleines Hunde-Exemplar zu Hause. Vom Anspringen waren wir allerdings nie so wirklich begeistert. Auch 10 Kilogramm, die mit Anlauf gegen das Schienenbein springen, können einen kurzen Schmerz oder auch blauen Fleck hinterlassen. So probierten wir eigentlich schnell, das Anspringen zu unterbinden. Auch hatten wir dabei im Hinterkopf, dass unsere Mitmenschen sicher froh sind, nicht ständig unser Fellmonster am Bein hängen zu haben. Für viele Menschen trifft das sogar zu, es gibt jedoch auch andere, die es anscheinend mögen, so überrumpelt zu werden. Und da hilft dann das beste Training nichts.

Warum unsere Hunde uns anspringen

AnspringenWie wir wissen, sind Hunde überaus soziale Wesen. Und gerade zu Menschen, die sie mögen, möchten sie häufigen und intensiven Kontakt haben. So ist häufig das Anspringen bei ihnen kein Zeichen für Respektlosigkeit, wie viele immer denken, sondern eher eine für sie äußerst freundliche Art der Begrüßung oder allgemein der Kontaktaufnahme. Sie sagen damit also Hallo, da bin ich und leiten damit ein weiteres Sozialverhalten ein. So gesehen, ist das Anspringen für Hunde also logisch und überaus freundlich gemeint.

Es gibt aber auch noch andere Arten des Anspringens – und einige davon sind weniger freundlich. So kennen wir sicher auch alle das an uns Hochspringen, wenn wir Leckeres oder ein Spielzeug in der Hand halten. Dann ist es alles andere als nett, dass der Hund uns so bedrängt. Das kann man dann ohne weitere als frech empfinden und bezeichnen. Dieses Anspringen versuchen viele dann auch zu unterbinden. Eine weitere Situation, in denen die Hundepfoten an den Beinen landen, ist dann die Aufforderung, etwas zu tun. Ob Spielen, Streicheln oder anderes: Hunde drängeln auch gern, indem sie anspringen. Unser kleiner Teufel hatte dann eine zeitlang die Unart, uns von hinten mit Anlauf in die Kniekehlen zu springen. Angenehm war das nicht!

Kann das Anspringen abgewöhnt werden?

Viele Hundehalter möchten ihrem Hund das Anspringen abgewöhnen, andere finden es eigentlich selbst nicht schlimm, denken aber an ihre Mitmenschen. Dazu sei gesagt: Wir konnten bei unserem Devil beobachten, dass er schon recht genau differenziert, bei wem er es sich erlauben kann. Wir haben es bei uns schnell unterbunden, das hieß für ihn allerdings nicht, dass das bei allen Menschen gilt. So wird oft erstmal ausprobiert, wie die Leute damit umgehen. Und da hat Devil leider gelernt: Die meisten belohnen noch für diese Art der Begrüßung oder auch Bedrängung.

Trifft er auf Bekannte, die immer ein Leckerlie für ihn bereithalten, läuft er im Galopp auf sie zu und springt mit viel Schwung an ihnen hoch. Die Belohnung folgt sofort in Form der Leckerlie-Gabe – er hat seine Leute da wirklich gut erzogen 😉 Versuchen wir das zu unterbinden, ziehen wir den kürzeren. Irgendwann kommt der Moment, wo es doch möglich ist oder er macht so lange Radau, bis die anderen Menschen dann das belohnen. Trifft er aber auf Menschen, die es schon mal bei ihm unterbunden haben, akzeptiert er es auch und so springt er uns beispielsweise nur in extremen Situationen der Freude an – im Alltag ist es schon lange nicht mehr passiert.

Wie kann das Anspringen unterbunden werden?

AnspringenWir haben in unserer ersten Hundeschule nicht viel Gutes gelernt, das Verhindern des Anspringens hat da aber mit der gezeigten Methode schnell geklappt. Wann immer der eigene oder auch ein anderer Hund den Versuch startete, drehten wir uns einfach seitlich weg. Somit war die Angriffsfläche für die Pfoten verschwunden und der Hund verfehlte sein Ziel. Das klappt wirklich gut und wir machen es noch heute bei anderen Hunden so.

Auch beliebt, gerade bei kleinen Hunden, ist es, die Hand auf Kniehöhe mit der Handfläche nach unten zu halten und den Hund so zu begrenzen. Auch das hat bei unserem Hund gut geklappt – unsere Vermieterin hat Devil so klar gemacht, dass sie das Anspringen überhaupt nicht schätzt. Bei größeren Hunden haben wir schon häufig gesehen, dass der Versuch vereitelt wird, indem die Pfoten abgefangen, also in die eigenen Hände genommen werden. Da ist sicherlich ein gutes Timing notwendig, dann kann es aber gut funktionieren. Und es soll auch Hunde geben, bei denen ein simples Nein ausreicht. Die sind uns aber im Fall des Anspringens noch nicht in freier Wildbahn begegnet.

Wie ist es bei Dir und Deinem Hund mit dem Anspringen? Darf er es oder wie hast Du es ihm abgewöhnt?

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Bildcredits: Titelbild von YamaBSM, Bild1 von TerriC, Bild2 von Leroy_Skalstad

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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2 Kommentare

  1. Benno KLAUDINGER

    Also meine drei Gastschatzis dürfen mich (wenn sie mich sehen) natürlich auf ihre Art begrüßen. Auch wenn mal die Hose und/oder Hemd den einen oder anderen Fleck ab bekommt aber ich habe sie auch soweit gebracht, daß sie es nicht ständig an mir „kleben“. Und wenn sie des öfteren, insbesondere über einige Tage bei mir übernachten dürfen, wissen sie, daß bei mir genauso Regeln gibt. wie z. B. Sofa- und Betttabu, kein Fressen vom Essenstisch (egal ob Frühstück, Mittag- oder Abendessen)

    • Schön, dass Du für Dich den richtigen Mittelweg gefunden hast. Und Du hast Recht, Regeln sind unheimlich wichtig und auch positiv für die Hunde. Es ist eine tolle Orientierung für sie

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