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BARF – artgerechte Ernährung oder nur ein Trend?

Spricht man über die Ernährung des Hundes, wird einem heute häufig ein seltsamer Blick zugeworfen, wenn man herkömmliches Trocken- oder Nassfutter für den Hund verwendet. Schließlich gibt es doch die Möglicheit, den Hund zu ‚barfen‘ – ihn also artgerecht und mit frischen Zutaten zu ernähren. Doch was genau steckt eigentlich hinter diesem BARF und ist es wirklich so gut für unsere Vierbeine, wie alle behaupten?

Die Abkürzung BARF steht für Bones And Raw Foods (Knochen und rohes Futter) und beschreibt damit schon recht genau, was dem Hund dabei gegeben wird. Dabei orientiert man sich im Endeffekt daran, was die Vorfahren unserer Hunde, also die Wölfe, schon vor Urzeiten gefressen haben. Unsere Vierbeiner gleichen noch heute in Anatomie und Verdauung ihren Vorfahren und so liegt es für viele nahe, auch die Ernährung anzupassen. Auf dem Speiseplan steht dabei vor allem frisches Fleisch, dass durch pflanzliche Bestandteile wie Gemüse, Obst, Kräuter und Gräser ergänzt wird. Mit den pflanzlichen Bestandteilen der Ernährung werden wichtige Mineralstoffe und Vitamine zugeführt und gemeinsam mit dem Fleisch soll es so besonders ausgewogen und gesund sein.

Was wird beim BARF gefüttert?

Was kommt beim BARF in den Futternapf?Entgegen der Zusammenstellung vieler Fertig-Futter, enthalten BARF-Mahlzeiten nur sehr wenig Getreide. Obwohl der Hund ein Allesfresser ist, ist er doch nicht unbedingt auf die Verwertung von komplexen Kohlenhydraten eingestellt. Durch seinen relativ kurzen Darm ist die Zeit zur Verdauung größerer Getreidemengen zu gering. Deshalb sollte, laut Empfehlung, der Anteil an Getreide in einer BARF-Mahlzeit höchstens 10 % betragen.

Beim Fleisch sollte man grundsätzlich ausprobieren, was dem Hund schmeckt. Die einen Hunde mögen lieber Rind, andere stehen auf Pferdefleisch und wieder andere bevorzugen Geflügel. Besonders wertvoll ist übrigens Muskelfleisch, wozu auch Herz, Magen und Zunge gehören. Die Saftigkeit des Fleisches und der hohe Eiweißgehalt sorgen dafür, dass dem Hund förmlich das Wasser im Mund zusammen läuft. Mit Innereien wie Leber versorgt man den Hund mit Vitamin A – allerdings sollte man hierbei darauf achten, dass man nicht zu viel Vitamine zuführt, Innereien sollte es daher nur in Maßen geben.

Geht es ans Obst und ans Gemüse, so kann man einmal quer durch den Garten füttern – natürlich ausgenommen der Sorten, die für Hunde generell giftig sind. Aber Möhren, Zucchini, Äpfel und auch Bananen stehen bei vielen Hunden ganz hoch im Kurs und werden gern genommen. Angereichert wird dann eine solche Mahlzeit noch durch Öle (z. B. Fischöl, Leinöl oder Rapsöl), damit der Hund die fettlöslichen Vitamine besser verwerten kann. Auch Knochen werden hier oft mit verfüttert. Sie enthalten Enzyme, Eisen, Mineralien und Calcium, was alles für unsere Hunde überlebenswichtig ist. Gleichzeitig wirken sie noch wie eine natürliche Zahnbürste. Bei Knochen ist jedoch vorab auszutesten, ob der Hund sie verträgt. Nicht jeder Hund kommt klar damit und Durchfall sowie Bauchschmerzen können die Folge sein.

Was muss beim BARF beachtet werden?

Knochen können ein Bestandteil der BARF-Mahlzeit seinWer mit der Überlegung spielt, seinen Hund zu barfen, sollte sich gut über das Thema informieren. Die Zusammenstellung der Mahlzeiten trägt viel zur Gesundheit des Hundes bei und zu viel Fleisch oder zu viel Gemüse können für eine Überversorgung an Nährstoffen verantwortlich sein, was nicht optimal ist. Auch bei der Menge generell muss man ein wenig aufpassen, damit der Hund nicht hungert oder übergewichtig wird. Wer unsicher ist, findet online eine Vielzahl an Futterplänen, an denen man sich orientieren kann.

Geht es an Knochen, gibt es noch ein wenig mehr zu beachten. Als ideal werden hier Rinderknochen, Hühnerhälse, Kalbsknochen, Kaninchenknochen und ähnliches empfohlen. Wichtig ist, dass man Knochen nie kocht oder in einer anderen Form erhitzt. Dann nämlich ändert sich die Knochenstruktur und es kann zu Durchfall, Verstopfung und im schlimmsten Fall sogar zu Darmverletzungen durch Splitter kommen, wie sie beispielsweise bei erhitzten Hühnerknochen möglich sind.

Was spricht gegen BARF?

Nicht alle Tierärzte halten das Barfen für sinnvollImmer mehr Hundehalter schwören auf BARF und möchten ihre Hunde mit nichts anderem mehr füttern. Doch es gibt auch Gegenstimmen. So bemängeln viele beim Barfen die Infektionsgefahr. Über das rohe Fleisch können Parasiten und andere Krankheitsträger übertragen werden. Darüber hinaus sieht bei einigen die Zusammenstellung der BARF-Mahlzeiten nicht wirklich optimal aus, so dass es entweder an Nährstoffen fehlt oder es werden aber zu viele Nährstoffe zugeführt. Beides kann dem Hund mehr Schaden zufügen, als das er von der Rohfütterung profitiert.

Gerade Tierärzte sprechen sich dagegen oft gegen das Barfen aus und bemängeln, dass oftmals nicht auf die Risiken hingewiesen wird und das viele Hundebesitzer sich auch nicht gut genug mit der Ernährungsweise auseinander setzen und mehr ’nach Gefühl‘ füttern. Die Folgen für den Hund bleiben dann meist nicht aus. Dazu kommt, das beim BARF immer vom Wolf und seiner Ernährung ausgegangen wird. Unsere Hunde sind heute aber zwar von Anatomie und Verdauung noch genauso wie ihre Vorfahren, jedoch haben sie nicht mehr so viel Bewegung und zudem hat der Wolf sicherlich auch nicht jeden Tag eine Mahlzeit vor der Nase, für die er nichts weiter tun muss. Es gibt also durchaus Unterschiede, die beachtet werden sollten.

BARF – ja oder nein?

Es gibt also Vor- und Nachteile beim BARF, so wie wohl bei allem. Wer seinen Hund auf die Rohfütterung umstellen möchte, sollte sich also auf jeden Fall gut informieren und den Hund auch regelmäßig vom Tierarzt checken lassen, ob alle Werte passen und der Hund die Nährstoffe erhält, die er braucht. Auch gilt es heraus zu finden, ob der Hund BARF überhaupt mag. Auch wenn es immer heißt, dass es die artgerechte Fütterungsmethode ist, so hört man auch immer wieder von Hunden, die doch lieber ihr Nass- oder Trockenfutter im Napf haben.

Was landet bei Dir im Napf? Barfst Du oder greifst Du auf fertiges Futter zurück. Und wo liegen Deiner Meinung nach die Vor- und Nachteile?

BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde(*)
  • Swanie Simon
  • Herausgeber: Drei Hunde Nacht
  • Auflage Nr. 2 (16.04.2008)
  • Taschenbuch: 80 Seiten

Letzte Aktualisierung am 18.06.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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2 Kommentare

  1. Hallo Nicole,
    ich bin einfach nur froh, dass es kein Trend ist. Ich fing vor 15 Jahren schon damit an. Dass heute so ein extremer Fokus darauf liegt hat natürlich mit dem Lifestyle und der menschlichen Fit-Bewegung zu tun, aber ich persönlich glaube, dass nun langsam auch der Letzte verstanden hat, dass ein Alleinfuttermittel nicht zwangsläufig optimal für den Hund ist. Lebererkrankungen sind nicht umsonst Top1 bei den Tierheilpraktikern. Nur Online-Futterpläne sehe ich kritisch…nichts desto trotz: Danke für diesen gut recherchierten und fundierten Artikel.
    Sei lieb gegrüßt
    Danni

  2. Hallo Danni,
    vielen Dank für dein Kompliment.
    Ich muss gestehen, ich gehöre ja auch noch zu denen, die größtenteils auf Fertigfutter zurück greift. Da setze ich allerdings auf Hochwertiges bzw. mag der Hund auch nur eine Sorte.

    Ich habe mich schon öfter mit BARF beschäftigt, finde es toll, habe aber noch ein paar kleine Probleme in der Umsetzung dieser Ernährung. Hoffe, ich kann sie bald aus dem Weg räumen. Bis dahin achte ich darauf, dass unser kleiner Teufel zumindest zwischendurch immer frisches Obst und Gemüse sowie natürlich auch leckeres rohes Fleisch bekommt.

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