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Berner Sennenhund – sanfter Riese mit vielen Qualitäten

Auch wenn sie groß und damit sehr imposant sind: Beim Anblick eines Berner Sennenhunds überkommt viele Menschen der Drang, sie einfach hemmungslos zu knuddeln. Ihr flauschiges Fell und die sanften braunen Augen scheinen einfach eine besondere Wirkung auf uns zu haben. Und man spürt förmlich die Sanftheit, die von diesen hübschen Riesen ausgeht. So ist es kein Wunder, dass der Berner Sennenhund inzwischen ein sehr beliebter Familienhund ist. In ihm steckt aber mehr als ein großes Herz. Ursprünglich zählte diese Rasse zu den Arbeitshunden und kann auch heute noch verschiedene Aufgaben erfüllen.

Ich weiß gar nicht, wann ich das erste Mal mit einem Berner Sennenhund Kontakt hatte. In Erinnerung blieb mir jedoch jener, der im Nachbarhaus meiner Eltern wohnte. Der hübsche Rüde konnte sich den ganzen Tag im großen Garten, der an einem Hang liegt, bewegen. Und war das Herrchen nicht zu Haus und der Hund hatte Lust auf Unterhaltung, gelangte er von dem Garten problemlos auf das Garagendach meiner Eltern. Von dort schaute er in den kleinen Anbau, in dem sie so gern sitzen. Dann stand mein Vater auf, holte ein paar eigens für diesen Hund gekaufte Leckerlies aus der Speisekammer und warf sie für ihn aufs Dach. Der Hund kaute sie genüsslich, lauschte dabei den Worten meiner Eltern, die ihm ein wenig was erzählten, und ging dann wieder seiner Wege. Und wollte er noch mehr Unterhaltung, büchste er ganz aus und lief die wenigen Meter zu meinen Eltern, um sich einfach zu ihnen zu setzen. Er war wirklich ein toller und auch lustiger Hund.

Woher stammt der Berner Sennenhund?

Berner SennenhundBei dieser Rasse ist es wirklich nicht schwer zu erraten, woher sie stammt. Schon der Name verrät, dass der sanfte Riese seinen Ursprung in dem Schweizer Kanton Bern hat, wo er früher fast überall zu finden war. Viel mehr kann man jedoch nicht mit Gewissheit über sie sagen, denn ihr wahrer Ursprung ist nicht unbedingt eindeutig. Viele Experten sind jedoch der Meinung, dass die Kreuzungen, aus der diese Rasse hervorging, doch sehr interessant und vielfältig waren. So sehen einige Doggen in seinen Vorfahren, andere eher den Mastiff. So ziemlich alle sind sich sicher, dass hier Deutsche Schäferhunde, Bernhardiner und auch Neufundländer eingekreuzt wurden. Bei all dem war das Ziel, einen Hofhund zu schaffen, der robust und wachsam ist. Er sollte aber auch einige Arbeiten, wie beispielsweise das Ziehen von Wagen, erledigen können.

So entstand mit der Zeit der Berner Sennenhund und verbreitete sich nicht nur in der Schweiz immer weiter. Im Jahr 1910 wurde ein Verein für die Rasse gegründet und ein Standard festgelegt, nach dem fortan gezüchtet wurde. Nicht nur andere Teile der Schweiz wurden nun auf den Hund aufmerksam – auch in Deutschland fand er immer mehr Freunde. Auch hier wurde er oft auf Bauernhöfen eingesetzt. Seit damals hat sich allerdings viel getan. Der Berner Sennenhund ist noch immer sehr beliebt, ist aber doch eher Familien- als Arbeitshund und erfüllt auch diese Aufgabe mit Bravour! Ob diese Qualitäten auch schon mit den Einkreuzungen in die Rasse herein gebracht wurden?

Der Berner Sennenhund hat einen tollen Charakter!

Möchte man den Charakter eines Berner Sennenhunds beschreiben, kommen da viele Attribute zum Vorschein. Er ist freundlich, loyal, sehr menschenbezogen, sanft, wachsam, ausgeglichen, gelassen, selbstbewusst, intelligent, arbeitswillig und ruhig sowie gutmütig. Da ist es kein Wunder, dass viele ihn als Familienmitglied aussuchen und gerade Kinder sich glücklich schätzen können, mit einem solchen Hund als Freund aufwachsen zu können. Auch mit kleinen Kindern hat der Vierbeiner überhaupt keine Probleme und lässt auch so einiges über sich ergehen, bevor er einmal sanft darauf hinweist, dass er ein paar Minuten Ruhe möchte. Vor Übergriffen auf Fremde ist trotz seiner Wachsamkeit nicht zu rechnen. Ein gut sozialisierter Berner Sennenhund behält alles gut im Auge, warnt natürlich auch. Er greift aber auch nur dann ein, wenn es wirklich nicht anders geht und regelt dann die Dinge auf seine Weise.

Wenn ein Hund ein solches Selbstbewusstsein mitbringt und auch die Gabe hat, Situationen schnell einzuschätzen und sie selbst zu regeln, ist das gerade für die Erziehung nicht immer so positiv. Aber auch hier unterscheidet sich der Berner Sennenhund von vielen anderen Rassen und braucht nur liebevolle Konsequenz in der Erziehung. Dann lässt er sich wunderbar führen und bereitet keine Probleme. Lastet ihn man dann noch beim Zughundesport beispielsweise aus, hat man einen glücklichen und gut hörenden Hund an seiner Seite, der wenig Probleme verursacht. Nur wenn ein Rüde plötzlich sein Zuhause von einem anderen Rüden bedroht sieht, kann er schon mal ein wenig ruppig werden. Weiß man das aber, kann man dementsprechend reagieren und Konfrontationen vermeiden.

Merkmale und Pflege

Berner SennenhundWie schon erwähnt, haben Berner Sennenhunde eine doch sehr imposante Größe. Rüden bringen es auf eine Widerristhöhe von bis zu 70 Zentimeter und Hündinnen stehen dem mit 65 Zentimeter nicht viel nach. Bei ihrer kräftigen Statur bringen sie je nach Größe im Idealfall zwischen 40 und 50 Kilogramm auf die Waage. Es handelt sich hier also definitiv um Hunde, die man gut im Griff haben sollte, um nicht auf die Nase zu fallen. Zum Glück besitzen sie keinen Jagdtrieb, so dass hier keine Gefahr lauert, einfach mal hinterher gezogen zu werden. Besonders auffallend sind bei den Berner Sennenhunden neben der Größe vor allem die tollen, dunkelbraunen Augen, die mandelförmig sind. Sie schauen absolut sanft in die Welt und geben sofort ein gutes Gefühl.

Auch das Fell dieser Rasse ist unverkennbar. Den Berner Sennenhund gibt es nur in der Fellfärbung Tricolor, also Braun/Schwarz/Weiß. Das flauschige Fell muss regelmässig mit Kamm und Bürste gepflegt werden, damit es so schön und glänzend bleibt. Gerade in Zeiten des Fellwechsel kommt man meist nicht drum herum, ein tägliches Wellness-Ritual einzuführen. Ansonsten wird man den Haaren nur schwer Herr. Darüber hinaus ist die Rasse sehr pflegeleicht. Wer sich für diese sanften Riesen entscheidet, sollte jedoch auch nichts gegen ein bisschen Sabber auf Möbeln und Böden einzuwenden haben – denn das gehört bei dieser Rasse einfach dazu.

Und sonst noch?

Leider hat der Berner Sennenhund mit 8 – 10 Jahren keine sehr hohe Lebenserwartung. Häufig ist hier mit Nierenproblemen zu rechnen und Krebs, also diverse Tumore, gehört zu den häufigsten Todesursachen dieser Rasse. Es ist daher angebracht, den Hund wirklich aus guten Zuchten zu holen, wo viel Wert auf die Gesundheit gelegt wird – und darüber hinaus sollte der Halter auch auf eine gesunde Ernährung, ein gutes Gewicht und ausreichend Bewegung achten, um die besten Voraussetzungen für ein langes und gesundes Leben zu schaffen. Neben den schon erwähnten Krankheiten leiden Berner Sennenhunde auch oft unter Gelenkserkrankungen, wie es häufig bei großen Hunden der Fall ist. Auch das sollte man immer im Hinterkopf behalten – nicht nur, wenn man sich für einen Hundesport entscheiden möchte.

Ansonsten ist der Berner Sennenhund ein wirklich toller Freund, der mit einem durch dick und dünn geht und dabei nur wenig Ansprüche stellt. Wer ihn glücklich machen möchte, stellt ihm am besten einen Garten zum Bewachenzur Verfügung und unternimmt im Winter lange Spaziergänge in Kälte und Schnee. Da fühlt sich der Vierbeiner nämlich besonders wohl bei!

Kennst Du einen Berner Sennenhund oder hast selbst einen? Dann erzähl uns von der Rasse in den Kommentaren!

Berner Sennenhund: Auswahl, Haltung, Erziehung, Beschäftigung (Praxiswissen Hund)
  • Margit Bürner, Evi Bürner
  • Franckh Kosmos Verlag
  • Auflage Nr. 1 (06.02.2010)
  • Taschenbuch: 128 Seiten

Letzte Aktualisierung am 22.09.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Bildcredits: Titelbild, Bild1, Bild2

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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