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Blindenhund – Augenersatz auf vier Pfoten

Es gibt ja inzwischen viele so genannte Assistenzhunde, die uns Menschen in vielen Situationen des Lebens unterstützen. Die wohl bekannteste Art ist der Blindenhund und ich muss ehrlich sagen: Ich bin immer wieder schwer begeistert über die Leistung, die von den Vierbeinern da erbracht wird. Sie sind sozusagen ein Augenersatz auf vier Pfoten und viel mehr als nur ein treuer Freund für ihre Besitzer. Dafür müssen sie aber auch über besondere Fähigkeiten verfügen und durchlaufen eine sehr intensive Ausbildung. Als „fertiger“ Blindenführhund, wie sie offiziell heißen, sind sie ein gehorsamer Pilot und so intelligent, dass sie auch wissen, wann sie sich einem Kommando widersetzen müssen.

Der erste ausgebildete Blindenhund trat vor etwas über 100 Jahren seinen Dienst an – und seitdem haben tausende von Hunden ihren Herrchen und Frauchen die Augen ersetzt und ihnen zu einer neuen Mobilität verholfen. Laut eines Artikels vom WDR, den ich gefunden hab, sind derzeit in Deutschland ca. 3.000 Blindenhunde im Einsatz. Das sind 3.000 Hunde, deren Leben ganz im Zeichen der Hilfe steht und die eigentlich nie Feierabend haben. Für das, was sie Tag für Tag leisten, erhalten sie von ihren Besitzern allerdings auch viel Liebe, Stolz und Anerkennung.

Welche Hunde eignen sich zum Blindenhund?

BlindenhundKann eigentlich jeder Hund zu einem Blindenhund werden? Die Antwort auf diese Frage dürfte kaum überraschen. Nein, nicht jeder Hund eignet sich zum Blindenhund. Um die Ausbildung erfolgreich zu durchlaufen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Zu den körperlichen Anforderungen gehört, dass der Hund eine Schulterhöhe zwischen 50 und 65 Zentimeter haben – so hat er mit dem Führungeschirr die richtige Größe, um den Hundeführer auch richtig zu leiten. Zudem gibt es einige Rassen, die eher zum Blindenhund geeignet sind als andere. Zu ihnen gehört natürlich der Deutsche Schäferhund, aber auch Golden Retriever, Labradore, Riesenschnauzer und Großpudel sind von der Rasse her gut zur Ausbildung geeignet.

Von einem Blindenhund wird viel abverlangt, daher muss auch sein Wesen genau zu diesem Job passen. Charaktereigenschaften wie eine ruhige Art, Friedfertigkeit, Nevernstärke, Intelligenz, Belastbarkeit und Wesensfestigkeit sind wichtig, damit sich der Hundeführer später wirklich auch den Blindenhund verlassen kann und nicht damit rechnen muss, dass dieser an einer vielbefahrenden Straße in Panik verfällt oder pöbelt, wenn ihm ein anderer Hund zu nahe kommt. Wichtig ist aber auch, dass der Hund nicht ausschließlich gehorsam ist. Er muss auch entscheiden, wann Ungehorsam nötig ist – beispielsweise dann, wenn eine Gefahr droht.

Ob ein Hund das Zeug zum Blindenhund hat oder auch nicht, wird schon im Welpenalter mit einem speziellen, mehrstufigen Test festgestellt. Auch die Gesundheit wird natürlich im Besonderen geprüft. Ist ein Welpe geeignet, wird er für ungefähr ein Jahr lang zu einer Patenfamilie gegeben. Dort wird er sozialisiert und auf seine Aufgabe vorbereitet. Im Anschluss daran folgt dann die eigentliche Ausbildung, die sehr intensiv ist. Die Kosten der Ausbildung, die nicht gerade gering sind, werden in Deutschland von der Krankenkasse übernommen, wenn alle Kriterien für diese Unterstützung erfüllt sind. Auch in Österreich wird die Ausbildung finanziert oder es gibt zumindest Unterstützung bei der Finanzierung.

Was muss ein Blindenhund können?

BlindenhundEin Blindenhund ist ein Wunder auf vier Pfoten – anders kann man es nicht wirklich beschreiben. Die Vierbeiner führen ihren blinden Menschen nicht einfach nur in bekanntem und fremden Terrain und sorgen dafür, dass der Hundeführer nicht überall gegen läuft oder über rote Fußgängerampeln läuft. Vielmehr übernehmen sie so ziemlich alle Aufgaben, die zur Fortbewegung notwendig sind und noch vieles darüber hinaus. So zeigen Blindenhunde Stolperfallen auf dem Bürgersteig an, auch wenn sie für den Hund selbst ja eigentlich kein Problem darstellen. Sie finden den Weg zum nächsten Briefkasten, zeigen Hindernisse und Höhenunterschiede (z. B. Stufen) an und suchen in der Bahn auch einen freien Sitzplatz für Herrchen oder Frauchen.

Gerade in unbekannten Umgebungen können sie zeigen, was sie wirklich alles drauf haben. Sie finden den nächsten Zebrastreifen genauso einfach, wie auch Treppen, Türen und ähnliches. Insgesamt beherrscht ein ausgebildeter Blindenführhund über 70 verschiedene Hörzeichen – und wenn Herrchen oder Frauchen fleißig üben, können es auch noch mehr werden. Aber auch die vorhandenen müssen immer wieder trainiert werden, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

Sieht man sich die Aufgabenliste an, dann ist es ganz klar, dass Blindenhunde wirklich mehr als nur Gehorsam sein müssen. Sind sie mal stur, haben keine Lust oder gehen lieber einem netten Geruch in der Nase nach, kann das für ihren Menschen böse Folgen haben. Aber nicht nur Gehorsam ist gefragt, sondern auch „gewollter Ungehorsam“. Immer dann, wenn ein Kommando zu einer Gefahr führen würde, muss der Hund das merken. Und er muss für sich selbst entscheiden können, das er sich diesem Kommando entgegen setzt, es also nicht ausführt. Der Hundeführer wiederum muss an diesen Punkt vollstes Vertrauen zum Blindenhund haben, um seine Einschätzung zu respektieren.

Nicht nur Helfer, sondern ein echter Freund

Eins darf man natürlich bei all den Aufgaben, die ein Blindenhund hat, nicht vergessen: Er ist nicht nur ein sinnvoller Helfer für den Menschen, sondern vor allem ein treuer und loyaler Freund. Die Bindung, die einen Hundeführer zu seinem Blindenhund hat, ist stark und geprägt von Liebe und gegenseitigem Respekt. Nur so kann das Team miteinander funktionieren und den Alltag bewältigen.

Bildcredits: Titelbild von WikimediaImages, Bild1 von Pexels, Bild2 von 1192864

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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