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Dein Hund kann Deine Emotionen lesen

Für uns Hundefreunde bedarf es keiner Diskussion: Unsere Hunde wissen genau, wie es uns geht. Sie wissen, wann wir glücklich sind und genauso wissen sie auch, wenn es uns schlecht geht. Unsere Emotionen sind für unsere Vierbeiner ein offenes Buch, in dem sie problemlos lesen können. Gerade Emotionen wie Angst nehmen Hunde über ihren ausgeprägten Geruchssinn wahr und auch sonst verraten wir Menschen uns auf vielfältige Art und Weise. Sind wir unsicher und verkrampfen in bestimmten Situationen, spürt das unser Hund und reagiert darauf. Freuen wir uns, wird unsere Stimme höher und auch das registrieren unsere Vierbeiner. Aber könnten sie auch ohne zusätzliche Informationen unseres Körpers,, also nur anhand unserer Mimik, wissen, wie es uns geht?

Genau mit dieser Frage haben sich Forscher der veterinärmedizinischen Universität in Wien beschäftigt und sie entwickelten eine Methode, mit der sie testen konnten, ob Hunde in der Lage sind, die Mimik eines Menschen zu unterscheiden und vielleicht sogar auch richtig zu deuten. Wie wir wissen, sind Geruchssinn und Gehör des Hundes unheimlich gut ausgebildet, er sieht allerdings nicht besser als ein Mensch. Somit bestand die Herausforderung in erster Linie darin, alle anderen Sinnesquellen „auszuschalten“, so dass sich die Hunde bei den Test wirklich nur auf das verlassen, was sie mit ihren Augen wahrnehmen.

Hunde können Emotionen wie Wut und Freude unterscheiden

Emotionen wie Wut sind für Hunde erkennbarDas Team der veterinärmedizinischen Universität Wien interessierte die Frage, ob Hunde zwischen einem glücklichen und wütenden Gesichtsausdruck unterscheiden können. Dazu wurde eine Versuchsreihe aufgebaut, in der Hunden auf einem Touchscreen Gesichter mit eben diesen Mimiken gezeigt wurden. Es gab also glückliche und wütende Gesichter zu sehen. Um auszuschließen, dass die Hunde sich beim Test auf einzelne Merkmale wie das Zeigen der Zähne bei glücklichen Menschen konzentrieren, wurde nicht das ganze Gesicht gezeigt, sondern jeweils nur die obere, untere oder auch die linke Hälfte.

Nun wurde mit den Hunden trainiert und ein Teil der Hunde bekam eine Belohnung, wenn sie auf glückliche Gesichter deuteten, andere dann, wenn sie wütende Gesichter richtig erkannten. So wussten die Hunde schnell, welche Emotion sie erkennen sollten. Interessant bei diesem Versuchsaufbau war, dass die Hunde, die glückliche Gesichter anzeigen sollten, viel leichter darauf trainiert werden konnten. Die Hunde, die wütende Gesichter als Aufgabe hatten, waren nicht mit ganz so viel Eifer dabei. Offenbar erkannten sie nicht nur den unterschiedlichen Gesichtsausdruck, sondern konnten sogar die Emotion Wut zuordnen und wussten aus Erfahrung: Von wütenden Menschen halte mich mich lieber fern.

Im ersten Teil des Experiments wurden der einen Hundegruppe ausschließlich Fotos von oberen Gesichtshälften gezeigt, die andere Gruppe bekam die dazu passenden unteren zu sehen. So wurde dann auch das Training begonnen, bis die Hunde wussten, was von ihnen verlangt wurde. Daraufhin wurden dann fremde Personen auf den Bildern hinzu genommen und der Versuch somit ausgeweitet. Auch hier zeigten die Hunde zuverlässig die richtige Emotion an – und selbst als man bei einigen Bildern dann die linke Gesichtshälfte anzeigte, konnten die Hunde gut zwischen glücklich und wütend unterscheiden.

Die Untersuchung zeigte, dass die teilnehmenden Hunde bis zu 70 % richtig lagen bei der Deutung der Emotionen. Und das nicht nur bei ihnen bekannten Gesichtern, sondern auch bei völlig fremden. Wenn Dir also das nächste Mal ein Hund auf der Straße begegnet, intensiv dein Gesicht betrachtet, vielleicht den Kopf schräg hält und Du das Gefühl hast „Hey, der versteht gerade, wie es mir geht“, dann ist es wahrscheinlich wirklich so!

Unsere Hunden orientieren sich an Emotionen

Hunde können aufgrund von Gesichtern Emotionen unterscheidenDieses Forschungsergebnis zeigt also deutlich, dass unsere Hunde auch in unseren Gesichtern lesen können und ohne weitere Informationen darin erkennen, wie es uns geht. Und die Ergebnisse zeigen auch, dass sich die Hunde an den Emotionen orientieren, denn die glücklichen Gesichter zeigten weitaus bessere Traningsergebnisse, als die wütenden. So wissen also die Hunde, wann sie sich uns zuwenden können und wann es vielleicht besser wäre, uns aus dem Weg zu gehen.

Dieses Verhalten der Hunde hast Du sicherlich auch schon bei Deinem Vierbeiner erlebt – nur das halt in einer normalen Umgebung viele weitere Sinneseindrücke zur Beurteilung der Emotion hinzugezogen werden. So können die Hunde noch besser einschätzen, wie es uns gerade geht, und dementsprechend darauf reagieren. Je besser die Bindung ist, desto feinfühliger reagiert auch der Hund. Aber auch bei Fremden ist für ihn eine „Grundeinschätzung“ der Situation also problemlos möglich.

Was für uns Hundehalter vor allem ein schönes Gefühl ist, ist für den Hund teilweise wichtig fürs Überleben: Können sie die Emotionen der Lebewesen in ihrer Umgebung erkennen und auch deuten, können sie auch voraus sehen, wie sich ihr Gegenüber verhält und sich dementsprechend benehmen. Treffen sie auf ein wütendes Lebewesen, werden sie versuchen, einer Konfrontation aus dem Weg zu gehen oder mit Beschwichtigungssignalen die Brisanz aus der Situation nehmen. Ist beides nicht möglich, so können sie sich zumindest für einen Kampf bereit machen, um sich selbst zu schützen.

Wir übertragen Emotionen auf unseren Hund

Leinenaggressionen können durch menschliche Emotionen hervorgerufen werdenAber auch im Alltag mit dem Hund zeigt sich immer wieder, wie dieser sich unseren Emotionen anpasst. So haben viele Hundehalter mit der Leinenaggression ihrer ansonsten lieben Vierbeiner zu kämpfen. Geht der Hund dann mit einer fremden Person, beispielsweise einem Trainer, so bleibt er oft an der Leine ganz ruhig. Das Erstaunen ist dann oft groß, die Erklärung allerdings recht simpel: Wir Menschen erwarten förmlich schon, dass sich unser ruhiger Hund an der Leine schlecht aufführt und begegnen wir einem anderen Hund, ist sofort der Gedanke da: „Och nö, gleich geht’s wieder los“. Und auch, wenn wir es selbst nicht merken, verkrampfen wir in diesem Moment, werden unsicher oder sogar ängstlich und signalisieren unserem Hund damit: Fremder Hund = Gefahr!

Geht der Hund dann mit einer fremden Person, die souverän ist, vielleicht gar nichts von diesem Problem weiß, verhält er sich ganz anders. Vielleicht wird er noch kurz zum Bellen ansetzen, wenn der Mensch sich aber völlig unbeeindruckt und ruhig zeigt, begreift auch der Hund schnell: Hier gibt es kein Problem, es droht keine Gefahr. So geben wir auch andere Emotionen wie Nervosität, Glück, Stress, Traurigkeit usw. an unsere Vierbeiner weiter und sie reagieren darauf.

Hast Du selbst auch schon Situationen bewusst erlebt, in denen Dein Hund auf Deine Emotionen reagiert hat? Erzähl uns in den Kommentaren davon!

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Bildcredits: Titelbild von tintenfieber, Bild1 von PDPics, Bild2 von tranmautitram, Bild3 von skeeze

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.

Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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2 Kommentare

  1. Ich habe Ihren interessanten Artikel geteilt auf https://www.facebook.com/KerstinFrei.Talks.Impulse/
    Vielen Dank Ihre Kerstin Frei von Lebenskunst in der Lebensmitte mit Bello und Bella

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