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Deklarationen im Hundefutter – Was steckt wirklich drin?

Auf dem Foto vom Hundefutter ist ein saftiger Fleischbrocken abgebildet und die Beschreibung verspricht: Mindestens 60% Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse. Das hört sich doch richtig gut an, oder? Schließlich essen Hunde gern Fleisch und je mehr sie davon bekommen, desto besser ist. Wenn dann noch Obst, Gemüse und Getreide genannt sind, sind die Hundehalter glücklich und der Meinung, sie tun ihrem Hund mit dem Futter etwas Gutes. Doch leider ist das nicht immer der Fall, denn die Bezeichnung der Inhaltsangaben auf dem Hundefutter können täuschen.

Schon bei Lebensmitteln, die wir regelmäßig für uns einkaufen, vermeiden wir es oft, einen Blick auf die Inhaltsangaben zu werfen. Die sind nämlich mehr als verwirrend und vor lauter Fach-Chinesisch ist man nach dem Durchlesen eigentlich genauso schlau wie vorher. Bei Hundefutter ist das nicht unbedingt anders. Beschäftigt man sich nicht intensiv mit den genannten Bezeichnungen und kann so auch das eine oder andere, was anfangs gut klingt, enttarnen, kauft man fast blind ein.

Welche Deklarationen im Hundefutter gibt es?

Wir möchten für unsere Hunde nur das beste - auch und gerade beim HundefutterGrundsätzlich lässt sich sagen, dass auch Hersteller von Hundefutter dazu verpflichtet sind, bestimmte Angaben zu machen. Dabei können sie jedoch zwischen einer offenen und einer geschlossenen Deklaration wählen. Bei der geschlossenen Deklaration werden Inhaltstoffe des Futters zusammengefasst. Man liest dann häufig von XX% Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse. Das sagt nicht sonderlich viel aus, denn der wirkliche Fleischanteil kann hier hoch oder gering sein und auch die tierischen Nebenerzeugnisse sind nicht näher ausgeführt. Andere Sammelbezeichnungen wie Getreide, pflanzlichen Nebenerzeugnisse, Öle etc. lassen uns auch nicht wirklich schlauer werden.

Besser sieht es da schon aus, wenn es eine offene Deklaration gibt. Dort wird die Zusammensetzung aufgeschlüsselt und man erfährt beispielsweise genau, wie viel Prozent einer Fleischsorte im Futter enthalten sind, welches Getreide und welches Gemüse oder auch Obst in welcher Menge (auch meist prozentual angegeben) enthalten ist. So können wir uns viel besser ein Bild davon machen, was wir unseren Lieblingen da überhaupt vorsetzen. Es wird Dich nicht unbedingt wundern, dass die meisten Futterhersteller auf eine geschlossene Deklaration setzen und nur wenige offen erklären, was im Futter ist. Das muss jedoch auch nicht heißen, dass Futter mit einer geschlossenen Deklaration gleich schlecht ist.

Rohprotein, Rohasche & Co.

Wir wissen jetzt also, das gern alles mal ein wenig zusammengefasst wird, wenn es denn schon genannt werden muss. Das sorgt aber wiederum für noch mehr Verwirrung bei Hundehaltern. Es gibt viele Begriffe, unter denen man sich nicht wirklich etwas vorstellen können oder die sogar etwas irreführend sind. Sehr häufig sind dabei folgende Begriffe:

Rohprotein

Protein bedeutet für uns meist gleich Eiweiß – und das kann ja nie verkehrt sein, oder? Theoretisch nicht, aber in der Praxis können sich hinter diesem Begriff auch Eiweiße verstecken, die nicht aus dem Fleisch, sondern vielleicht eher aus Hühnerfedern. Es gibt hier also durchaus hochwertige und minderwertige Eiweiße

Rohfett

Handelt es sich um ungesättigte Fettsäuren? Das sollte man beim Hundefutter wissenÖle und Fette spielen in der richtigen Menge und Zusammensetzung eine wichtige Rolle in der Hundernährung, darüber sind wir uns sicher alle einig. Doch auch hier ist wieder die Frage, welche Öle und Fette sind tatsächlich im Futter enthalten? Bei einer Analyse von Hundefutter weiß man nur, wie hoch der Anteil des Rohfetts ist, aber nicht, wo er herkommt. Grundsätzlich brauchen unsere Hunde, wenn sie nicht gerade große Leistungen absolvieren müssen (beispielsweise Schlittenrennhunde) nur wenig Fett, allerdings ist ein gewisser Teil an ungesättigten Fettsäuren notwendig, um Mangelerkrankungen entgegen wirken zu können. Wie wertig das Rohfett im Futter ist, erfahren wir aber leider meist auch nicht.

Rohasche

Hinter dem Begriff Rohasche verbergen sich im Hundefutter die Spurenelemente und Mineralstoffe. Unsere Hunde brauchen beispielsweise Kalzium, Magnesium usw. – aber wieder nur bis zu einem gewissen Grad. Enthält das Futter zu viel davon, ist es aber nicht gut. Der Gesetzgeber hat deshalb eine Höchstmengendeklaration vorgeschrieben. Aber Du ahnst es schon: Das macht uns auch nicht schlauer.

Tierische Nebenerzeugnisse

Diesen Begriff liest man immer in geschlossenen Deklarationen und niemand weiß so wirklich, was man sich darunter vorstellen kann. Fakt ist aber, dass sich unter diesem Begriff alles verbergen kann, was bei der Schlachtung von Tieren anfällt. Also Haut, Hufe, Wolle, Därme etc. können hier ein Futterbestandteil werden. Und ob ein Futter viel oder wenig dieser Nebenerzeugnisse enthält, ist meist nicht zu erkennen. So weiß man also auch nicht wirklich, wie wertig das ist, was man dem Hund gibt.

Pflanzliche Nebenprodukte

Pflanzlich? Das ist doch immer gut, oder? Nein, leider nicht. Taucht dieser Begriff im Futter auf und ist nicht weiter definiert, dann heißt das nicht unbedingt, dass es hier Gesundes gibt, sondern es könne auch Sachen wie Maiskleber, Weizenkleber usw. enthalten sind. Das sind Füllstoffe ohne Wert für das Futter und somit auch nicht gesund.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Dinge, die man hier aufführen könnte (beispielsweise die Vitamin-Deklarationen). Aber das ginge dann vielleicht doch ein wenig zu weit. Wichtig ist zu wissen, dass nicht alles, was sich harmlos anhört, auch wirklich gut für den Hund ist.

Fazit:

Informiere Dich direkt beim Hundefutter Hersteller, was wirklich im Napf landetWir möchten hier nicht sagen, dass Nass- oder Trockenfutter für den Hund grundsätzlich nicht gut sind. Nein, ganz im Gegenteil: Es gibt viele hervorragende Futtersorten, die Deinen Hund mit all dem versorgen, was er für ein gesundes Leben braucht. Aber leider gibt es überall auch schwarze Schafe, die mehr versprechen, als sie halten. Was kannst Du also als Hundehalter tun, wenn Du Gewissheit haben möchtest? Sollte Dein bisheriger Futterhersteller eine geschlossene Deklaration haben, schreib ihn einfach an und lass Dir erklären, was genau im Futter enthalten ist. Ein seriöser Hersteller macht das gern und problemlos, denn er hat nichts zu verstecken.

Weigert man sich, Dir eine genaue Auflistung zu geben, werde lieber ein wenig skeptisch und probiere beispielsweise über Deinen Tierarzt mehr Informationen zu bekommen oder wechsle zu einer Marke, die Dir gern Auskunft gibt. Denn beim Hund ist es wie beim Menschen: Was gegessen wird, entscheidet maßgeblich mit über die Gesundheit und somit auch darüber, wie lange Dein Liebling Dein Leben bereichert.

Viele Hundehalter vertrauen den Futtermittelherstellern nur noch bedingt und entscheiden sich deshalb, selbst für den Hund zu kochen oder aber zu barfen. Das ist natürlich auch eine Möglichkeit, aber auch hier muss darauf geachtet werden, dass alle wichtigen Fette, Mineralien usw. in der richtigen Menge zugeführt werden. Hält man sich nicht daran, kann es auch hier zu Mangelerscheinungen und somit Krankheiten kommen.

Bildcredits: Titelbild von bykst, Bild1 von Antranias, Bild2 von condesign, Bild3 von bykst

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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2 Kommentare

  1. Hallo Nicole,
    super Artikel! Vlt. möchtest Du in meinem Blog tierisch-sparen.de einen Gastartikel schreiben? Würde mich sehr darüber freuen. Ein Link zu Deiner Seite erfolgt selbstversändlich.
    Vielen Dank für ein kurzes Feedback.
    Mach weiter so, Deine Seite gefällt mir sehr gut! 🙂
    Tierische Grüße
    „Cimbi“

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