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Der Boxer – ein selbstbewusster Familienhund

Wenn ich zurückdenke und überlege, wann ich das erste Mal richtig Kontakt zu einem Hund hatte, kommt mir sofort Pepe in den Sinne. Pepe war der Boxer meiner Patentante und als wir sie in einem Sommer besuchten, entstanden viele Bilder von mir und dem Hund – und wohl auch einige Geschichten. Ich war damals vielleicht zwei oder drei Jahre alt und hatte sonst nur wenig Kontakt mit Hunden – Pepe war ein absolut gemütlicher Genosse, der scheinbar ständig an meiner Seite war. Einig waren wir uns nicht immer, es gibt Geschichten über den Streit um eine Hängematte und einiges mehr, aber das würde hier zu weit führen.

Fakt ist jedoch, dass mir Boxer durch Pepe als super liebe und tiefenentspannte Hunde in Erinnerung geblieben sind. Heute weiß ich, dass das bei weitem nicht für jeden Boxer so gilt. Aber noch immer muss ich lächeln, wenn ich einen der hübschen Hunde sehe. Die Liebe zu Kindern gab es jedoch nicht nur bei Pepe, dafür sind Boxer allgemein sehr bekannt und deshalb auch sehr beliebte Familienhunde.

Die Geschichte des Boxers

Boxer sind kinderliebBoxer waren nicht immer Familienhunde, die mit im Haus wohnten. Ihre Vorfahren sind unbestritten die sogenannten Bullenbeißer, die im Mittelalter an Fürstenhöfen zur Jagd auf Bären und Wildschweinen gezüchtet wurden. Nachdem Feuerwaffen sich an den Fürstenhöfen verbreiteten, waren diese Hunde jedoch überflüssig und auch unbeliebt. Daraufhin kreuzte man den eh verwandten Bulldog mit in die Rasse hinein und nannte sie fortan Deutscher Boxer (geht auf den Münchner Begriff Bierboxer zurück).

Rund um 1900 wurde dann nicht nur der erste Boxer-Klub gegründet, sondern auch ein Rassestandard aufgestellt. Im Jahr 1924 wurde der Deutsche Boxer dann auch als Diensthunderasse anerkannt und wurde dementsprechend eingesetzt. Aber auch dieser Aufgabe kommt der Boxer heute nur noch selten nach – stattdessen ist er ein beliebter Familienhund und eignet sich auch gut für diverse Hundesportarten.

Der Boxer wird oft verkannt

Der Boxer ist wirklich eine imposante Erscheinung, auch wenn er nurmittelgroß ist. Mukuslös, mit großem und eher kantigem Kopf sowie quadratischem Körperbau kann er schon etwas gefährlich wirken, wenn er sich richtig aufstellt. Noch dazu ist der Boxer mit viel Temperament ausgestattet und gerade im Spiel mit anderen Hunden ist er sehr ausgelassen und rauft auch gern – allerdings meint er das nicht böse. Vielmehr ist er ein Leben lang immer lebhaft und albert gern herum.

So sehr er draußen auch Gas gibt – zuhause ist der Boxer ruhig und ausgeglichen. Seinen Menschen gegenüber nimmt er auch das Selbstbewusstsein zurück und ist eher sensibel und sehr anlehnungsbedürftig. Trotz allem zeigt sich hier und da auch ein wenig Sturheit, die mitunter bei der Erziehung viel Geduld und Konsequenz erfordert.

Der Boxer ist wirklich pflegeleicht

Fellpflege beim Boxer ist ein Punkt, der schnell abgehakt ist. Sein Fell ist sehr kurz und eng anliegend und kann schnell gekämmt werden – täglich ist das aber nicht nötig, wenn nicht gerade Fellwechsel ist. Die Fellfarbe beim Boxer wird als Gelb und gestromt bezeichnet – wobei Gelb einen sehr breiten Bereich umfasst. Einige Boxer haben darüber hinaus noch weiße Abzeichen, die nicht immer erwünscht sind, wenn es sich um Zuchttiere handelt.

Einige Boxer neigen zu Ohrenverschmutzungen und deshalb ist es ratsam, hier immer ein wenig mehr drauf zu achten. Ist die Neigung vorhanden, empfiehlt es sich, die Ohren regelmäßige vorsichtig mit einem weichen Tuch zu reinigen. Ansonsten ist nicht mehr zu tun, als bei anderen Hunden auch.

Der Boxer ist leider nicht immer gesund

Boxer sind pflegeleichte HundeDer Boxer teilt mit vielen anderen Hunderassen das Leid, dass die Zucht teilweise in eine falsche Richtung ging. So leiden Boxer aufgrund der herunterhängenden Augenlider häufig unter Bindehautentzündungen, die behandelt werden müssen. Damit kann man natürlich gut leben, auch wenn es nicht angenehm für den Hund ist. Schlimmer ist es da schon, dass einige Boxer mit einer angeborenen Herzkrankheit kämpfen müssen, die im Auge behalten und gegebenenfalls behandelt werden müssen.

Darüber hinaus sind Boxer auch von Gelenkdeformationen betroffen und leiden häufig unter Arthrose. Auch Tumore sind nicht selten bei dieser Rasse. So hat der Boxer so einige Baustellen, weswegen bei der Auswahl des Züchters mit besonderer Sorgfalt vorgegangen werden sollte.

Fazit

Boxer sind wirklich tolle Familienhunde, die ein sehr großes Herz für Kinder haben und diesen mit einer Engelsgeduld begegnen. Wenn sie jedoch die Möglichkeit haben Dampf abzulassen, dann tun sie das auch richtig und tollen lebhaft umher. Wer sich einen Boxer als Familienhund zulegt, sollte immer beachten, dass der Hund ausgelastet werden muss, damit er sein ausgeglichenes Wesen beibehält. Passiert das nicht, kann es schon mal passieren, dass sein Selbstbewusstsein Oberhand gewinnt und er sich nur noch schwer führen lässt. Daher ist eine ausreichende Beschäftigung und ggf. auch eine gute Idee, wenn man einen zufriedenen und familientauglichen Boxer daheim haben möchte.

Besitzt Du selbst einen Boxer oder hattest Du mal einen? Was kannst Du uns noch über die Rasse verraten?

Bildcredits: Titelbild von Cortez13, Bild1 aus dem Familienalbum, Bild2 von Romek

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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2 Kommentare

  1. Wir lieben Boxer. Zur Zeit haben wir auch einen und werden auch nach ihm bei dieser Rasse bleiben.

    Wir sind so zufrieden und stolz mit unserem Max. Er ist toi toi topfit und gesund. Er hat auch nichts von dem wie oben angegeben. Max ist heute 8 Jahre alt.

    Er ist sehr lieb, anhänglich und noch ein Vorteil, er bellt nicht. Das ist auch ein Merkmal seiner Rasse.

    Er macht uns jeden Tag viel Freude und ich hoffe, dass wir ihn noch lange bei uns haben.

    • Andrea, das hört sich ja nach einem echten Traumhund an! Wir drücken die Daumen, dass Max auch weiterhin so gesund und munter bleibt und ihr noch viele Jahre mit ihm genießen könnt.

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