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Der Dackel – ein mutiger Charakterhund

Denkt man an einen Dackel, kommen einem meist zwei ganz unterschiedliche Bilder in den Kopf. Zum einen ist da dieser mutige kleine Hund, der an der Seite von Jägern unterwegs ist und seinen Dienst tut. Und zum anderen ist da dieser leider oft leicht übergewichtige Hund, der an der Seite einer älteren Dame durch den Park spaziert. Doch der Dackel hat noch viel mehr Gesichter – und wird aufgrund seiner geringen Größe oft unterschätzt oder in die Schublade des Schoßhundes gesteckt. Das ist er jedoch ganz und gar nicht. Vielmehr ist es ein Hund mit einer starken Persönlichkeit, der sich durchzusetzen weiß.

Auch wenn Dackel klein und niedlich sind, zeigt sich doch immer wieder, dass sie Hunde sind, die eine konsequente Erziehung brauchen. Bekommen sie diese nicht, tanzen sie ihren Haltern oftmals auf dem Kopf herum und können dabei durchaus ungemütlich werden. Wer sich für einen Dackel entscheidet, sollte sich von vorn herein klar darüber sein, dass hier nicht nur aufgrund des Jagdtriebs viel Geduld und am besten auch schon Hundeerfahrung vorhanden sein sollte. Ansonsten wird aus dem süßen kleinen Hund schnell ein unangenehmer Zeitgenosse, der sein Leben auch gut ohne seine Menschen bestreitet.

Der Ursprung vom Dackel

DackelDer Dackel, oft auch Teckel oder Dachshund genannt, ist eine sehr alte Hunderasse, deren Ursprung wohl im Mittelalter liegt. Dabei gehört der Dackel zu den wenigen Hunderassen, die aus Deutschland stammt. Er wurde ursprünglich aus Bracken gezüchtet, um für die Jagd unter der Erde, also in Fuchs- und Dachsbauten, eingesetzt zu werden. Mit der Zeit wurde aus den ersten Zuchtversuchen ein vielseitiger Jagdhund, der auch über der Erde tolle Leistungen erzielen konnte und somit immer beliebter bei Jägern wurde. Mit diesen Merkmalen wurde er auch 1560 erstmals in einem Buch erwähnt und 1840 waren im Hundestammbuch 54 Dackel zu finden. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann auch der erste Deutsche Teckelclub gegründet.

Außerhalb Deutschlands nahm man jedoch lange keine große Notiz von dieser kleinen Hunderasse – jedenfalls gibt es keine Aufzeichnungen dazu. Erst im 19. Jahrhundert änderte sich das, als Königin Victoria von England Gefallen an dem kurzbeinigen Hund fand. Ihr ist es wohl zu verdanken, dass kurze Zeit später auch die Franzosen auf den Dackel aufmerksam wurden und somit die Verbreitung zunahm. Lange Zeit wurde er in verschiedenen Ländern fast ausschließlich als Jagdhund verwendet, inzwischen ist er jedoch häufiger als Begleithund anzutreffen.

Dackel verfügen über viel Charakter

Dackel wurden gezüchtet, um unter der Erde zu jagen. Und dieser ursprüngliche Verwendungszweck zeigt sich bis heute in ihrem Charakter. Sie sind mutig, selbstbewusst und entscheiden gern die Dinge selbst. Auch laufen sie nicht unbedingt weg, wenn sich ein Kampf abzeichnet, sondern gehen eher tapfer voraus und geben alles. Das alles sind Charaktereigenschaften, die sich anfangs ganz schön anhören. Einen mutigen und selbstbewussten Hund möchte schließlich jeder gern haben, oder? Ja, zumindest so lange, wie man mit diesen Eigenschaften gut umgehen kann und auch weiß, wie man sie in die richtigen Bahnen lenkt. Dass das nicht immer der Fall ist, zeigt sich in der Realität leider oft, wenn aus dem Dackel ein kleiner Terrorzwerg wird, der sein Leben nach seinen Vorstellungen führt und seine Menschen eher als Bedienstete ansieht, die nach seiner Pfeife tanzen.

DackelDackel zeichnen sich also dadurch aus, dass sie durchaus in der Lage sind, allein klar zu kommen. Waren sie im Dachsbau, mussten sie schließlich auch zusehen, wie sie alleine klar kamen. Somit ist der Dackel nicht ganz so bindungswillig wie andere Hunderassen und wird auch nur selten einem Kommando blind folgen. Vielmehr wird er immer wieder probieren, seinen Willen durchzusetzen. Diese gewisse Sturheit, die den Dackeln nachgesagt wird, ist also kein Mythos. Aber es ist auch nicht alles so schlimm, wie es sich im ersten Moment anhört. Vielmehr lässt es sich wirklich toll mit einem Dackel zusammenleben, wenn man ihn am besten schon vom Welpenalter an konsequent erzieht. Zu viele Fehler sollte man sich dabei dann auch nicht erlauben, denn diese wird der kleine Vierbeiner geschickt ausnutzen. Das erklärt, warum für die Dackel meist erfahrene Hundehalter empfohlen werden.

Aussehen und Pflege des Dackels

Dackel erkennt man vor allem an ihrem unverwechselbaren Körperbau. Sie sind äußerst klein mit sehr kurzen Beinen, dafür aber mit recht langem Rücken ausgestattet. Ihren Kopf tragen sie meist stolz aufrecht und zeigen dabei einen aufmerksamen Gesichtsausdruck. Die genaue Größe des Dackels lässt sich schlecht eingrenzen, denn es gibt hier durchaus verschiedene Linien, die kleiner oder auch größer ausfallen. Selten wird jedoch die Größe von 35cm überschritten. Damit ist der Dackel wirklich ein sehr kompakter Hund. Auch das Fell kommt in mehreren Varianten daher. So unterscheiden wir zwischen Kurzhaar, Rauhaar und Langhaar – und je nach Fell sind auch andere Farben möglich. Alle lassen sich jedoch gut pflegen und machen nicht viel Mühe.

Der Dackel hat jedoch nicht umsonst den Ruf, ein kleines Erdferkel zu sein. Aufgrund seiner ursprünglichen Bestimmung liebt er es, ausgiebig in der Erde zu wühlen – und hat er die Möglichkeit, in einem Loch zu verschwinden, wird er es auch tun. Somit hat man es doch häufig mit einer Menge Dreck zu tun, der ausgebürstet oder ausgespült werden will. Das sollte immer im Hinterkopf behalten werden!

Was gibt es sonst noch zu wissen?

DackelIm Grunde sind Dackel sehr robuste Hunde, die problemlos ein Alter von 13-15 Jahren erreichen können. Gerade Rauhaardackel gelten als sehr robust und sind nicht sonderlich anfällig für Krankheiten. Aber es gibt natürlich auch bei dieser Rasse gesundheitliche Probleme, die nicht verschwiegen werden sollten. Im Fall des Dackels ist es die sogenannte Dackellähme, eine besondere Form des Bandscheibenvorfalls. Dackel sind aufgrund ihres Körperbaus sehr anfällig dafür und sind sie betroffen, klemmen die Wirbel die Nerven im Rücken ab und es kommt zu Lähmungserscheinungen. Eine vollständige Heilung davon gibt es nicht, jedoch können Medikamente und Physiotherapie dafür sorgen, dass die Symptome gelindert werden.

Ansonsten muss man sich wirklich immer bewusst machen, dass der Dackel ein Hund ist, der nicht viel Respekt vor anderen zeigt. Ob großer Hund oder auch Mensch: Ist der Dackel der Meinung, er ist im Recht, dann geht er nach vorn – und lässt sich dann auch nicht so leicht abwimmeln. Man sollte ihn also immer im Blick behalten. Das ist allerdings auch erforderlich, damit er bei langen Spaziergängen, die er wirklich liebt, nicht seinem Jagdtrieb nachgeht.

Hast Du einen Dackel daheim? Wie würdest Du seinen Charakter beschreiben?

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  • Annette Doehring
  • Herausgeber: Cadmos
  • Auflage Nr. 1 (30.09.2011)
  • Gebundene Ausgabe: 96 Seiten

Letzte Aktualisierung am 17.02.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Bildcredits: Titelbild, Bild1, Bild2, Bild3

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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