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Der Sheltie: fröhlich, flink und äußerst sportlich

Der Sheltie, der eigentlich Shetland Sheepdog heißt, wird von Menschen, die die Rasse nicht kennen, oft als kleinwüchsiger Collie angesehen. Und ja, man kann es wirklich nicht leugnen, dass hier bei der Zucht Collies eingekreuzt wurden, dennoch ist der Sheltie eine ganz eigene Rasse, die hier und da noch einige Eigenschaften vom Collie aufweist, aber dennoch auch eine eigene Persönlichkeit hat. Und die ist äußerst liebenswert!

Shelties sind ein echter Hingucker. Ihre eher geringe Größe in Verbindung mit dem langen Fell und den manchmal auch unterschiedlichen Augenfarben macht sie optisch zu etwas Besonderem und wer mit einem Sheltie spazieren geht, wird garantiert oft von anderen Menschen angesprochen. Aber auch wenn der Sheltie klein ist und mit weichem Fell begeistert, ist er alles andere als ein Schoßhund. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen sehr sportlichen Vierbeiner, der die Bewegung liebt, intelligent ist und beschäftigt werden möchte.

Die Geschichte des Shelties

Der Sheltie stammt von den Shetland InselnAuf den Shetlandinseln im Nordosten Schottlands herrscht seit jeher ein eher unschönes Klima. Die kargen Insel, auf denen es durchschnittlich 216 Tage im Jahr regnet und die selbst im Hochsommer nur wenige Stunden Sonne pro Tag genießen können, sind nichts für schwache Gemüter. Wer hier lebt, muss sich kalten Winden stellen und ziemlich robust sein. Das Klima, das auf uns meist nicht gerade einladend wirkt, hat für die Zucht des Shelties gesorgt – und somit doch etwas äußerst Positives hervor gebracht!

Die Shetland Inseln wurden 1195 an Norwegen angegliedert und die norwegischen Walfänger brachten ihre Yakki mit, kleine Hunde, die ab diesem Zeitpunkt auch auf den Shetland Inseln heimisch wurden. Als 1469 die Shetland Inseln dann an Schottland übergingen, brachten die aus Schottland kommenden Schafhirten Collies mit auf die Inseln. So vermischten sich die nordischen und schottischen (bzw. britischen) Hunde mit der Zeit und es gab viele bunte Mixe zu bestaunen. Gemeinsam hatten sie eigentlich nur eine eher geringe Größe. Die wurde vor allem deswegen bevorzugt, weil größere Hunde dem eher kleinen Nutzvieh auf der Insel gefährlich hätte werden können.

Über Pferdehändler und Soldaten gelangten diese Mischlinge, die als Shetland Collies bezeichnet wurden, später nach England. Dort wurde der Shetland Collie, wie die Rassebezeichnung bis Anfang des 20. Jahrhunderts war, erstmals 1905 erwähnt. Im Jahr 1908 gründete sich auch der erste Rasseverein und es kam zu Streitereien. Die Colliezüchter waren nicht einverstanden damit, dass dieser Hund „Shetland Collie“ genannt wurde – so musste der Zusatz Collie schließlich aufgegeben werden und die Rasse wurde in Shetland Sheepdog umgetauft und 1914 durch den London Kennel Club als eigenständige Rasse anerkannt.

Das Aussehen und die Pflege des Sheltie

Man sieht dem Sheltie an, dass Collies eingekreuzt wurdenDa der Sheltie ein wirklich hübscher Hund ist, war er schon bald nicht nur als Hütehund auf den Shetland Inseln beliebt, sondern er schaffte den Sprung in die Herzen der Menschen, die ihn dann auch als Begleithund halten wollten. So wurde er auch schnell zum Show-Hund. Heute besagen die Richtlinien, dass ein Sheltie zwischen 35 cm (Hündin) und 37 cm (Rüde) groß sein sollte. Entsprechend der geringen Größe ist auch das Gewicht eher niedrig. Vom Körperbau her ist der Sheltie wohl proportioniert und sieht oftmals wirklich wie ein Miniatur-Collie aus.

Sein langes Fell gibt es in den Farben Sabel (zobelbraun), Tricolour, Blue-Merle, Black-and-Tan (schwarzbraun) und Bi-Black (schwarz-weiß). Das Fell an sich ist zwar sehr lang, aber alles andere als Aufwendig in der Pflege. Regelmäßiges Bürsten reicht hier völlig aus, beim Fellwechsel auch gern mal alle 1-2 Tage. Auch ein Bad ist nur selten notwendig, wenn sich der Hund nicht gerade genüsslich im Schlamm gewälzt hat.

Für wen eignen sich Shelties?

Auch wenn der Sheltie heute ein wunderbarer Familienhund ist, so hat er doch noch die wesentlichen Merkmale seiner Herkunft im Blut. Er ist also kein wirklicher Schoßhund, sondern eher sehr wachsam, wie es sich für einen Hütehund gehört. Daher sind Shelties oftmals auch sehr bellfreudig, wenn man es ihnen nicht früh genug abgewöhnt. Gegenüber seiner Familie ist er äußerst loyal und verteilt seine Liebe gern und ausführlich – bei Fremden ist jedoch häufig eine gewisse Vorsicht zu bemerken. Gegenüber anderen Hunden ist er im Allgemeinen sehr verträglich und er hat auch nichts dagegen, sein Zuhause mit einem Kumpel zu teilen.

Den Sheltie gibt es in unterschiedlichen FarbschlägenWer sich für einen Shetland Sheepdog entscheidet, muss sich allerdings auch darüber klar sein, dass er einen sehr sportlichen Hund hält, der Bewegung liebt. Ausgedehnte Spaziergänge und Hundesport wie Agility oder Obedience sind dem Sheltie sehr willkommen, denn dort kann er sich so richtig austoben und zeigen, wie viel Power in einem kleinen Hund stecken kann. Sind Kinder im Haushalt, ist er auch ein wunderbarer Spielkamerad, der nicht so schnell müde wird.

Seinen Menschen macht der Sheltie die Erziehung relativ einfach. Er lernt schnell, folgt gern und besitzt ein großes Einfühlungsvermögen. Er ist allerdings auch sehr sensibel und braucht zwar Konsequenz, aber eine liebevolle Erziehung. Läuft etwas verkehrt, zeigt er es schnell und ist dann nicht immer bereit, Fehler in der Erziehung auch gleich wieder zu verzeihen. Beachtet man das, hat man einen treuen und genügsamen Begleiter an seiner Seite, der aufgrund seines robusten Wesens bis zu 16 Jahre alt werden kann.

Hat der Sheltie gesundheitliche Probleme?

Derzeit gehört der Sheltie noch zu den glücklichen Rassen, die nicht aufgrund von Trends kaputt gezüchtet werden. Wie schon erwähnt, ist er sehr robust und fit. Aber auch beim Shetland Sheepdog gibt es, wie bei beinahe jeder Rasse, ein paar gesundheitliche Probleme, die man im Blick haben sollte. Auch hier macht sich wieder die Einkrezung des Collies bemerkbar, denn auch Shelties können an dem so genannten MDR1-Defekt leiden – einer Überempfindlichkeit gegenüber mehreren Arzneistoffen. Auch die genetisch bedingte Haut-Muskel-Erkrankung Dermatomyositis kann bei Junghunden auftreten.

Fazit:

Der Sheltie oder auch Shetland Sheepdog ist ein äußerst liebenswerter Hund, der sich in Stadt-Wohnungen genauso wohl fühlt, wie auf dem Land – wenn er denn ausreichend Bewegung bekommt. Als Familienhund ist er ein echter Freund für Kinder, spielt gerne ausgiebig mit ihnen und steht ihnen stets treu zur Seite. Aber er kann auch seine Herkunft als Hütehund nicht verleugnen, ist wachsam und bellt hin und wieder gern – ohne aber jemals aggressiv zu sein. Auch für Hunde-Anfänger ist ein Sheltie leicht zu erziehen, wenn viel Liebe mit ihm Spiel ist.

Gefällt Dir der Sheltie oder hast Du vielleicht selbst einen? Erzähl uns davon in den Kommentaren!

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  • Andrea Bruch, Astrid Ruckmich
  • Herausgeber: Cadmos Verlag
  • Taschenbuch: 80 Seiten

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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