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Die Französische Bulldogge ist ein kompaktes Kraftpaket

Klein, kompakt, äußerst muskulös und mit niedlichem Knautschgesicht – so verzaubert die Französische Bulldogge immer mehr Hundefreunde und erschleicht sich einen Platz in den Herzen. Das ist auch kein Wunder, denn diese Rasse ist recht anspruchslos, braucht nicht sonderlich viel Auslauf und ist dank der geringen Größe auch wunderbar in Stadtwohnungen zu halten. Doch wo es viele Vorteile gibt, geht es auch nicht ohne Schattenseiten: Aufgrund der flachen Schnauze leiden Französische Bulldoggen häufig an Kurzatmigkeit, darüber hinaus können Probleme mit den Bandscheiben auftauchen. Auch Epilepsie und Keilwirbelbildung sieht man auf der Liste der rassebedingten Krankheiten.

Geschichte der Französischen Bulldogge

Eigentlich war die Französische Bulldogge ein RattenfängerFranzösische Bulldoggen zählen heute zu den Begleithunden. Das war allerdings nicht immer so, denn anfangs züchtete man sie vor allem für die Rattenjagd und es war eine „arme Leute Hund“. In ihrer Abstammungslinie findet man Molosser und sie ist natürlich verwandt mit der Englischen Bulldogge. Auf dem Weg zur Französischen Bulldogge, wie wir sie heute kennen, gab es jedoch auch verschiedene Kreuzungen, die vor allem von passionierten Züchtern in den Arbeitervierteln von Paris vorgenommen wurden. So sind Einkreuzungen von Terriern und auch Möpsen dabei. Gerade den Mops erkennt man noch recht gut an der kurzen Rute sowie den leicht vorstehenden Augen.

Das erste Zuchtbuch für die Französische Bulldogge wurde im Jahr 1885 eröffnet und drei Jahre später folgte die erste Festlegung eines Standards.. Dieser wurde in den darauf folgenden Jahrzehnten noch öfter angepasst, die letzte Festlegung des Standards fand 1994 durch das Comitè du Club du Bouledogue Francais statt. So viel zu den geschichtlichen Daten, viel spannender ist jedoch zu erfahren, wie aus dem kleinen Rattenfänger ein Hund für die High Society wurde. Dazu trug König Eduard VII bei, in dem er sich 1898 eine Französische Bulldogge kaufte. Auch diverse Künstler verfielen dieser Rasse und so wurde sie nach und nach zum Schoßhündchen der feinen Gesellschaft und damit schließlich zu dem Begleithund, den wir heute kennen.

Das Aussehen und die Pflege der Französischen Bulldogge

Französiche Bulldoggen gehören zu den BegleithundenWie schon erwähnt, ist die Französische Bulldogge vor allem eins: sehr niedlich! Die Rasse ist eher klein (Widerristhöhe 25 – 35 cm), aber mit sehr kompaktem Körperbau und muskulösem Erscheinungsbild. Besonders auffällig sind neben der eher flachen Knautschnase die großen Ohren, die an eine Fledermaus erinnern. Mit ihren leicht hervorstehenden Augen ist ihnen der berühmte Hundeblick schon angeboren und sie werden gern dazu eingesetzt, Leckerlies zu erbetteln. Das Fell der Französischen Bulldogge ist sehr kurz, glänzt seidig und ist meist rehbraun oder schwarzgestromt – aber auch andere Farben sind möglich.

Das schöne Fell braucht nicht viel Pflege. Es reicht, wenn hier ab und an die Bürste zum Einsatz kommt. Etwas mehr muss man jedoch darauf achten, dass die empfindlichen Ohren immer gereinigt werden und auch die Hautfalten unter den Augen brauchen eine regelmäßige Reinigung, um Infektionen vorzubeugen. Das erfordert jedoch alles nicht viel Zeit, so dass die Französische Bulldogge wirklich als sehr pflegeleicht gilt und wohl auch deshalb immer beliebter wird.

Das Wesen der Französischen Bulldogge

Häufig werden Französische Bulldoggen aufgrund ihres oft leicht mürrischen Gesichtsausdrucks und des kraftvollen Körperbaus als Kampfhunde angesehen – das genaue Gegenteil ist jedoch der Fall. Die kleinen Hunde sind sehr menschenbezogen und freundlich zu jedem – auch Kinder und andere Hunde werden von ihnen gern freundlich begrüßt. Sie lieben ausgiebiges Kuscheln ebenso wie gemeinsames Spielen, wobei man sie bei letzterem ab und an ein wenig in ihrem Übermut stoppen muss, damit sie sich nicht zu sehr verausgaben.

Französische Bulldoggen kuscheln für ihr Leben gernEine Französische Bulldogge genießt die Nähe ihrer Menschen und fühlt sich auch in Familien wohl. Sie findet sich schnell in die Tagesabläufe hinein, braucht jedoch auch viel Aufmerksamkeit und ist am liebsten überall mit dabei. Das ist allerdings auch so ziemlich die einzige Anforderung, die diese Rasse stellt. Bei Spaziergängen zeigt sie sich eher genügsam und ist auch mit kurzen Runden durchaus zufrieden. Aufgrund der häufigen Kurzatmigkeit ist sie zu sportlichen Aktivitäten eher nicht geeignet, sondern lässt es draußen gern eher gemütlich angehen.

In der Erziehung ist die Französische Bulldogge recht einfach. Sie ist intelligent, möchte ihren Menschen gefallen und gehört auch nicht zu den Kläffern. Wenn man sich mit ihr beschäftigt, sie ausgiebig knuddelt und bespielt, belohnt sie die Aufmerksamkeit durch wenig Probleme. Wie aus Reihen der Besitzer von Französischen Bulldoggen zu hören ist, ergibt sich jedoch hin und wieder ein Problem, wenn es um das Erbetteln von Futter geht. Die kleinen Knautschgesichter kriegen eigentlich nie genug Futter und stehen so gern neben ihren Menschen und versuchen, hier und da ein bisschen was vom Teller zu ergaunern. Die Stubser, die dabei an den Beinen verteilt werden, soll man laut Aussagen aber schnell in den Griff bekommen.

Was Französische Bulldoggen gar nicht mögen, ist das Alleinebleiben. Sie brauchen ihre Menschen und die Nähe – eignen sich also eher weniger, wenn man Vollzeit arbeitet und nur die Abende zu Hause verbringt. Auch mit einigen Temperaturen ist die Rasse nicht sonderlich zufrieden. Bei warmen Temperaturen sollten daher die Spaziergänge sehr kurz gehalten werden. Wenn es kalt ist, ist hingegen oftmals ein Mantel angesagt, denn mit dem kurzen, feinen Fell frieren die Französischen Bulldoggen schnell.

Für wen eignen sich die Französische Bulldogge?

Eigentlich ist dieser Hund ideal für jeden, der viel Zeit mit dem Tier verbringen möchte und ein loyales Familienmitglied sucht. Allerdings muss einem auch bewusst sein, dass aus einer Französischen Bulldogge nie ein Sportler wird. Man verbringt also eher wenig Zeit auf Hundeplätzen und Laufpfaden mit ihnen. Aufgrund ihrer Kinderliebe ist die Rasse auch ein idealer Familienhund – ebenso passt er gut zu Senioren, da er sehr anspruchslos ist.

Wer also einen kleinen, treuen Freund sucht, keine Lust auf viele Kilometer Spaziergang am Tag hat und viel lieber kuschelt und spielt, findet in der Französischen Bulldogge wahrscheinlich seine Traumrasse. Auch das Zusammenleben mit anderen Hunden ist für die Französische Bulldogge kein großes Problem – wenn sie denn immer noch genügend Aufmerksamkeit von ihren Menschen abbekommt.

Was gilt es beim Kauf einer Französischen Bulldogge zu beachten?

Die Französische Bulldogge stellt nicht viele AnsprücheFranzösische Bulldoggen sind in den letzten Jahren äußerst beliebt geworden und zählen inzwischen zu den Modehunden. Das ist einerseits natürlich toll für die Rasse, bringt andererseits aber auch Probleme mit sich. Wie schon anfangs erwähnt, hat die Rasse mit einigen Krankheiten zu kämpfen. Durch ihre Beliebtheit mischen sich unter die Züchter dann auch leider schwarze Schafe, die nicht gerade dafür sorgen, dass die rassetypischen Krankheiten bekämpft werden. So gibt es viel zu viele Französische Bulldoggen mit einer viel zu flachen und kleinen Nase, die (ebenso wie viele Möpse) massive Atemprobleme haben. Auch werden die anfälligen Bandscheiben oft nicht erwähnt, so dass es relativ häufig zu Bandscheibenvorfällen kommt, die im schlimmsten Fall zur Lähmung führen. Die schon genannte mögliche Epilepsie ist einen weitere Baustelle.

Wer sich für eine Französische Bulldogge entscheidet, solltet wirklich viel Zeit darauf verwenden, einen seriösen Züchter zu suchen. Die erkennt man vor allem daran, dass sie die vorhandenen Probleme der Rasse nicht verschweigen, sondern sogar darauf hinweisen. Eine nicht zu flache Nase bei den Hunden ist ebenso ein gutes Zeichen für seriöse Züchter. Eine hundertprozentige Garantie auf einen gesunden Hund gibt es natürlich nie, aber man kann hier bei der Züchterauswahl zumindest mehr Glück haben. Ein regelmäßiger Besuch beim Tierarzt sollte jedoch selbstverständlich sein, damit etwaige gesundheitliche Probleme schnell erkannt werden können.

Mehr zur Rasse und ihren Standards gibt’s beim VDH

Französische Bulldogge (Praxiswissen Hund)(*)
  • Dr. med. vet. Anne Posthoff
  • Herausgeber: Franckh Kosmos Verlag
  • Auflage Nr. 1 (07.08.2012)
  • Taschenbuch: 128 Seiten

Letzte Aktualisierung am 23.10.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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