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Dürfen Hunde Schweinefleisch essen?

Es gibt bestimmte Aussagen, die nimmt man einfach hin, ohne sie jemals zu hinterfragen. Zumindest so lange, bis man durch Zufall auf die Hintergründe stößt oder von anderen informiert wird. Dann erst weiß man, dass man mitunter Jahre falsch gelegen hat. Bei uns war das mit der Frage, ob Hunde Schweinefleisch dürfen, der Fall. Da haben wir uns jahrelang an die Aussage gehalten, dass sie es nicht dürfen – und lagen somit komplett falsch.

Ich muss zugeben, ich hab mir anfangs überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, ob Hunde Schweinefleisch essen dürfen oder auch nicht. Nach meinem naiven Verständnis als Ersthundehalterin in den ersten gemeinsamen Monaten, durften Hunde Fleisch jeder Art essen. Da es bei uns selbst wenig Fleisch gibt und wenn meist nur Geflügel, stellte sich die Frage mit dem Schweinefleisch aber auch nicht wirklich im Speziellen. Bis ich dann irgendwann auf einer Liste las, dass Schweinefleisch zu den Dingen gehört, die Hunde nicht essen sollten. Erklärt wurde das damals mit irgendeinem Enzym im Fleisch, welches Hunde nicht vertragen – so hab ich es auf jeden Fall in Erinnerung. Aber das war natürlich kompletter Blödsinn.

Hunde dürfen Schweinefleisch essen!

Dürfen Hunde SchweinefleischBevor auch hier Verwirrung aufkommt: Schweinefleisch an sich ist nicht schädlich für Hunde. Sie dürfen es roh essen und erst recht im gekochten Zustand. Gerade letzteres ist absolut unbedenklich und erklärt auch, warum Schweinefleisch auch im Hundefutter vorkommt. Im rohen Zustand könnte über das Schweinefleisch theoretisch ein Virus übertragen werden, der für Hunde und auch Katzen tödlich ist. Theoretisch deshalb, weil er im deutschsprachigen Raum bei Schweinen, die zur Futtergewinnung geschlachtet werden, eigentlich gar nicht mehr vorkommt.

Viel öfter als unsere Hausschweine sind Wildschweine von diesem Virus betroffen – und da ist die Gefahr gerade für Jagdhunde gleich größer. Sie können sich hier leicht anstecken und hin und wieder hört oder liest man auch davon, dass ein Jagdhund an dem Aujezky-Virus bzw. der Pseudowut, wie die Krankheit auch genannt wird, erkrankt und innerhalb kürzester Zeit gestorben ist. Kommen Hunde mit dem rohen Fleisch eines infizierten Tieres in Berührung, gibt es leider oft keine Hilfe mehr.

Was passiert nach der Ansteckung

Hat sich ein Hund mit der Pseudowut oder auch Aujezky-Krankheit infiziert, machen sich erste Symptome bereits nach wenigen Tagen bemerkbar. Der Hund ist schlapp und leidet unter Durchfall, Erbrechen und Fieber. Nach und nach kommen noch weitere Symptome hinzu, wie beispielsweise starkes Hecheln, Juckreiz, Lähmungserscheinungen und einiges mehr. Die Anzeichen der Krankheit schreiten schnell voran und vom Ausbruch bis hin zum Tod des Tieres vergehen oftmals keine 48 Stunden.

Steht ein Hund in Verdacht, sich mit der Krankheit infiziert zu haben, sollte eine sofortige Untersuchung beim Tierarzt erfolgen. Steht die Diagnose dann, gibt es keine Hoffnung, dem Hund noch zu helfen. In diesem Fall ist es am besten, das Tier auf der Stelle zu erlösen und damit viel Leid zu ersparen. Eine Heilung ist definitiv nicht möglich!

Wie kann der Hund geschützt werden?

Dürfen Hunde Schweinefleisch?Wer einen Jagdhund hat und mit ihm auf Wildschwein-Jagd geht, kann nie eine hundertprozentige Sicherheit haben. Zwar ist nur eine eher geringe Anzahl an Wildscheinen mit dem Virus infiziert, aber ausschließen kann man es nie so ganz. Da bleibt es also dem Jäger selbst überlassen, ob er das Risiko trägt oder den Hund in diesem Fall nicht zur Unterstützung nimmt. Dem normalen Hund droht eigentlich keine Gefahr. Da Hunde im Wald eh nicht allein durchs Unterholz streifen sollten, kann ein Kontakt mit einem Wildschwein wohl ausgeschlossen werden und somit kann auch das Virus nicht übertragen werden.

Beim Verzehr von Wildschweinfleisch sollte einfach darauf geachtet werden, dass es der Hund nur im gekochten Zustand erhält und der Virus somit abgestorben ist. Es macht also nichts aus, wenn der Hund beim Festmahl ein bisschen was abbekommt, so lange es erhitzt wurde. Vom herkömmlichen Schweinefleisch geht so gut wie gar keine Gefahr mehr aus. Aber auch hier kann man, wenn man denn möchte, ganz sicher gehen, indem man das Fleisch vorher kocht oder brät.

Bildcredits: Titelbild von Alexas_Fotos, Bild1 von Jaquielucas01, Bild2 von dife88,

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.

Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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