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Erkältung: Kann ich meinen Hund anstecken?

Es fing an mit Halsschmerzen in der Nacht, am nächsten Morgen lag ich schon komplett flach, schniefte und hustete vor mich hin. Schnell war klar: Eine Erkältung hatte mich mächtig erwischt. So verbrachte ich einige Tage auf dem Sofa, kuschelte mich in die Decke ein und schlief die meiste Zeit. Immer an meiner Seite war Devil, unser Hund. Nur zum Fressen und Gassigehen mit meinem Mann verließ er das Sofa, ansonsten sorgte er für zusätzliche Wärme unter der Decke oder lag an meinen Füßen. Schon irgendwie süß, wie sehr sich die Hunde um uns kümmern, wenn wir krank sind. Aber mir stellte sich dann doch die Frage: Kann ich meinen Hund mit der Erkältung anstecken?

Bei uns Menschen ist es klar: Wenn Erkältungszeit ist, vermeiden wir es doch, mit anderen auf Tuchfühlung zu gehen. Es wird sich weniger die Hand gegeben, beim Niesen und Husten dreht man sich natürlich in eine Richtung, in der kein Mensch steht und wir achten alles in allem darauf, unsere Viren nicht gerade auf alle Mitmenschen zu schleudern. Aber unsere Hunde lassen wir natürlich auch in der Erkältungszeit ganz nah an uns heran. Wir freuen uns, wenn wir mit ihnen kuscheln können, streicheln sie und nicht immer lässt es sich so einrichten, dass sie beim Niesen und Husten nicht in der Nähe sind. So sollte es doch eigentlich auch möglich sein, dass die Hunde sich anstecken.

Machen Viren einen Unterschied zwischen Mensch und Tier?

Ist eine Erkältung für den Hund ansteckend?Mit viel Zeit durchs Ausruhen gesegnet, stürzte ich mich in die Recherche und versuchte heraus zu finden, ob eine menschliche Erkältung auch für Hunde eine Gefahr ist. Google gab viele Ergebnisse zu meinen Suchanfragen aus. Ziemlich schnell fand ich eine Aussage der Tierärztin Prof. Dr. Katrin Hartmann. Sie sagt:

Erreger von typischen menschlichen Erkältungskrankheiten mit Husten und Schnupfen oder Grippe können Hunden und Katzen in aller Regel nichts anhaben.

Eine Aussage, die erst einmal beruhigt. Doch schaut man dann ein bisschen weiter, kommt man häufig auf Beiträge in Hundeforen, in denen das Gegenteil behauptet wird. Mehrfach liest man dort davon, dass nicht nur die gesamte menschliche Familie mit der Zeit mitschnieft, sonder auch der Hund mit Schnupfen, Halsschmerzen und ähnlichen Symptomen kämpft. Viele haben dann beim eigenen Tierarzt nachgefragt, ob eine Ansteckung möglich ist und bekamen die Antwort, dass es durchaus möglich ist. Schließlich ist die Erkältung ein Virus und Viren können jedes Lebewesen angreifen.

Ansteckung mit Erkältung also möglich?

Können wir unsere Hunde also mit einer Erkältung anstecken? Ich denke ja. Auch wenn hier verschiedene Meinungen aufeinander treffen, liest man doch recht häufig davon, dass erst der Mensch und dann der Hund erkältet ist. Allerdings sind sich alle darüber einig, dass eine Ansteckung durch den richtigen Grippe-Virus nicht möglich ist. Erkältungsviren jedoch verbreiten sich und bringen auch unseren Hund zum Schniefen. Ebenso war in vielen Foren zu lesen, dass auch Magen-Darm-Infektionen auf den Hund übergegangen sind.

Jedoch ist es nicht in Stein gemeißelt, dass sich der Hund ansteckt. Bei Welpen und alten Hunden kommt es häufiger vor – bei Hunden mit einem guten Immunsystem eher weniger. Wir müssen also bei Erkältungen nicht grundsätzlich das Kuscheln mit dem Hund vermeiden. Allerdings sollten wir schon darauf achten, dass der Hund nicht gerade an unseren Taschentüchern schnüffelt oder seinen Kopf direkt vor uns hat, wenn wir niesen oder husten.

Was tun, wenn die Erkältung beim Hund ankommt?

Erkältung beim HundWenn alle Vorsichtsmaßnahmen fehlgeschlagen sind und der Hund sich angesteckt hat, sollte man das nicht unbeachtet lassen. Unseren Hunden geht es bei Erkältungen ähnlich wie uns. Sie fühlen sich schlapp, haben kaum Hunger und sind genervt von Halsschmerzen und Schnupfen. In diesem Fall empfiehlt es sich, dem Hund viel Ruhe zu gönnen. Spaziergänge sollten kurz gehalten werden und wird der Hund draußen nass, sollte er Zuhause gleich wieder trocken gerubbelt werden.

Geht es dem Hund nach 1-2 Tagen Ruhe besser, ist alles in Ordnung. Trinkt der Hund jedoch auch wenig, läuft die Nase, muss er oft Niesen etc., dann ist der Besuch beim Tierarzt anzuraten. Natürlich sollte in dieser Zeit auch kein Kontakt mit anderen Hunden stattfinden, denn die Erkältung kann so immer weiter gereicht werden. In den meisten Fällen ist die Erkältung, ähnlich wie bei uns Menschen, nach kurzer Zeit abgeklungen und das gewohnt Leben kann weiter gehen. Hält sich die Erkältung hartnäckig, kann man in Absprache mit dem Tierarzt natürlich auch das Immunsystem zusätzlich stärken, so dass es dem Vierbeiner schon bald wieder gut geht.

Patient Hund: Krankheiten vorbeugen, erkennen, behandeln
  • Dr. Michael Hartmann
  • Herausgeber: Oertel & Spörer
  • Auflage Nr. 22015 (04.12.2015)
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Bildcredits: Image by StockUnlimited

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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