Home / Beschäftigung für den Hund / Hat Dein Hund Langeweile?

Hat Dein Hund Langeweile?

Hat mein Hund Langeweile? Diese Frage stellen sich viele Hundebesitzer, wenn der Vierbeiner mal wieder im Körbchen liegt, den Kopf zwischen den Pfoten und mit dem schönsten Hundeblick zu uns hinauf schaut. Für uns Menschen sieht das dann immer schnell so aus, als würde unser Hund sich schrecklich langweilen und nur darauf warten, das wir ihm ein bisschen Action bieten. Meist ist das gar nicht der Fall und unser Hund ruht nur – doch ab und an ist wirklich mehr Action gefragt.

Ob ein Hund Langeweile hat oder nicht, lässt sich schnell herausfinden. Überlege einfach, was Du heute und vielleicht auch die letzten zwei bis drei Tage mit ihm unternommen hast. Gab es eine neue Route beim Gassigehen? Habt ihr gemeinsam auf der Wiese getollt, gespielt oder wart ihr sogar beim Hundetraining? Dann sollte alles im grünen Bereich sein und dem Hund ist nicht unbedingt langweilig. War allerdings die Zeit etwas knapp, so das die große Runde kleiner ausfiel, und statt dem gemeinsamen Spiel gemeinsames Couch-Sitzen angesagt war, dann kann es schon passieren, das Dein Hund Langeweile hat.

Was passiert, wenn mein Hund Langeweile hat?

Was tun, wenn der Hund Langeweile hat?Normalerweise ist Langeweile beim Hund kein großes Problem. Wir alle haben ein Leben, einen Job, Familie, Freunde usw. Und all das fordert unsere Aufmerksamkeit. Da gibt es immer mal Tage, wo der Hund nicht ganz so viel Aufmerksamkeit bekommt, wie an anderen. An diesen Tagen ist dem Hund also vielleicht ein wenig langweilig – aber das übersteht er ohne Probleme. Problematischer wird es allerdings, wenn das öfter passiert oder wenn wir einen sehr aktiven Hund an unserer Seite haben, dem ein langer Spaziergang und ein bisschen Spielen nicht reicht.

Hat ein Hund Langeweile – und zwar Tag für Tag – kommen oft die Seiten an ihm zum Vorschein, die uns Menschen verzweifeln lassen. Wenige Hunde sitzen diese Unterforderung, die mit der Langeweile einher geht, einfach auf. Viel öfter zeigen sie Verhaltensauffälligkeiten, wie es immer genannt wird. Und spätestens dann sollte jeder Mensch merken, dass irgendwas nicht stimmt. Leider wird oft nicht erkannt, warum der Hund das unerwünschte Verhalten zeigt, wie z. B. Zerkauen von Schuhen, extremes Bellen usw. Viel zu oft wird die Schuld auf den Hund geschoben, der sich einfach nicht erziehen lassen will.

Wie so oft, wenn etwas in der Mensch-Hund-Beziehung nicht gut läuft, sind es aber wir Menschen, die die Verantwortung für das Verhalten tragen. Und das hat in diesem Fall rein gar nichts mit der Erziehung zu tun, sondern viel mehr mit den Möglichkeiten, die wir unseren Hunde bieten. Hat ein Hund Langeweile und zerstört deshalb Möbel oder kläfft die halbe Stadt zusammen, kann er rein gar nichts dafür.

Was tun, wenn der Hund Langeweile hat?

Hat Dein Hund Langeweile, dann reagiere daraufDie große Frage lautet nun also: Was mache ich, wenn mein Hund Langeweile hat? Klar, Beschäftigung ist hier der Schlüssel. Doch auch hier gilt es ein wenig zu differenzieren. So mögen nicht alle Hunde stundenlange Spaziergänge, wollen beim Joggen dabei sein oder zum Agility-Star werden. Die Beschäftigung sollte also für uns Menschen passen (Zeit, Aufwand etc.) und auch die Bedürfnisse des Hundes erfüllen.

Als gute Nachricht vorweg: Man muss keine acht Stunden oder ähnliches am Tag investieren, um einen glücklichen Hund zu haben. Unsere Hunde lieben es zu ruhen und verbringen mindestens 16 Stunden am Tag schlafend oder zumindest ruhend. In der übrigen Zeit müssen sie auch nicht durchgehend beschäftigt werden – aber ein paar Tätigkeiten, die sie fordern und auch fördern, tun ihnen richtig gut. Dann ist auch noch genügend Zeit für gemeinsames Kuscheln übrig.

Aber kommen wir nun zu dem, was wirklich interessiert: Wie treibe ich meinem Hund Langeweile aus? Wir haben da ein paar Ideen:

Nasenarbeit

Was sich aufgrund des Wortes Arbeit anstrengend anhört, ist im Endeffekt ein großer Spaß! Ob einfaches Verstecken von Leckerchen, Spielspaß mit dem Schnüffelteppich oder vielleicht sogar die Fährtensuche draußen – Hunde lieben es, mit der Nase zu arbeiten und werden dabei richtig ausgelastet.

Neue Gassi-Runden

Beim Gassigehen immer dieselbe Runde laufen? Kann man machen. Man kann aber auch immer wieder neue Routen wählen. Der Hund kann dann die neue Umgebung erkunden, die neuen Gerüche wahrnehmen usw. Auch das kann ein riesiger Spaß sein, der nicht viel mehr Zeit als sonst in Anspruch nimmt.

Intelligenzspielzeug

Hütchen hochheben, Scheiben verschieben oder kleine Schubladen an einem Bändchen aufziehen? All diese Herausforderungen und noch viele mehr bieten Intelligenzspielzeuge für den Hund. Im Handel ist eine große Auswahl mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen zu finden – wer handwerklich begabt ist, kann auch selbst welche basteln.

Hundesport

Für Hunde, die viel Bewegung brauchen, gibt es unterschiedliche Hundesportarten. Von Agility bis DogDancing gibt es viele Möglichkeiten und die meisten können auch im eigenen Garten durchgeführt werden.

Spielen

Ob Spiele mit Bällen, das Apportieren von Futterbeuteln oder auch ausgelassenes Toben mit anderen Hunden oder dem Menschen – beim Spielen können Hunde Langeweile vertreiben und sich so richtig auspowern.

Es gehört also gar nicht mal so viel dazu, einen Hund Langeweile auszutreiben. Ein paar Minuten Zeit kann man zwischendurch immer erübrigen, auch wenn es gerade stressig ist. Und gerade dann tut es nicht nur den Hunden, sondern auch uns Menschen gut, für einen Augenblick abzuschalten, die gemeinsame Aktivität zu genießen und danach glücklich und zufrieden weiterzumachen.

Wie ist es bei Dir? Kommt bei Deinem Hund Langeweile auf? Was tust Du dagegen?

Bildcredits: Titelbild von Siliconsamurai, Bild1 von gk0914jp, Bild2 von 947051

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

Vielleicht interessiert Dich

Das Dummytraining ist nicht nur für Retriever interessant

Dummytraining begeistert nicht nur Retriever!

Hast Du schon einmal das Dummytraining mit Deinem Hund ausprobiert? Lange Zeit wurde diese Art …

4 Kommentare

  1. Ich glaube, Bella war bisher nur ein einziges Mal als Welpe so richtig gelangweilt – ich hatte verschlafen, weil ich Kopfschmerzen hatte, sie lag neben dem Bett und zerlegte meinem Lieblingspullover. Nunja.

    Grundsätzlich probieren wir vieles aus: Wir haben einen selbstgebastelten Schnüffelteppich, nutzen auch mal die Wiese vor dem Haus zum Schnüffeln, erkunden Wälder in unserer Nähe, machen Stadttouren, gehen in Restaurants, wir üben Tricks, arbeiten dazu mit einem Clicker und werden nun auch noch einen Targetstick in unser Training einbauen. Das alles machen wir nicht am gleichen Tag – zu viel des Guten ist ja auch eher schlecht.

    • Ihr macht wirklich viel mit Bella, verfolge das ja immer über die unterschiedlichen Medien 🙂 Und klar, irgendwann kommt auch immer mal das Leben dazwischen und es der Hund muss mal mit Langeweile klar kommen – und wir dann halt mit den Folgen, wie zerlegten Pullovern.

  2. Wir haben den Hund meiner Großmutter nach ihrem Tod aufgenommen. (Ein übergroßer Yorkshire Terrier. Wir glauben, da ist nen Pudel mit drin. Benji geht mir fast bis zum Knie.)
    Er kam früher nur 1x am Tag für 15 Minuten raus und sonst nur allein in den Garten.
    Er wird 9 dieses Jahr und hat extrem viele Zwangshandlungen. Wie sofort loszubellen, sobald er einen Nachbarshund hört oder „wehe du kommst näher an den Zaun“, auch leckt er Teppiche und seine Pfoten. Da Benji aber Epileptiker ist, ist Stress ja nicht gut. Und Stress macht er sich beim Bellen.
    War ein ganz schönes Stück Arbeit. Aber jetzt stoppt er wenigstens das Bellen, wenn ich ihn rufe.
    Ansonsten geht es morgens ans Feld, andere Hunde treffen. Dienstags mit zu meinen Betreuenden (da ist er dann voll fertig nach). Mittags ein wenig mit oder ohne mich in den Garten. Abends 1 Stunde Gassie nach der letzten Tablette, wo wir uns um Abwechslung bemühen. Mehr als 4-6 unterschiedliche Strecken passen aber selten. :\ Danach dann Ochsenziemer im Wohnzimmer suchen (er muss solange vor der Tür warten), den schnabbulieren und anschließend noch etwas Aktion mit dem Kater, wenn der dann aufdreht und ihm immer vor die Nase springt.
    Schwierig sind mit ihm die Ruhephasen. Er kommt sehr schlecht runter. Wir vermuten, das er das vielleicht nie so richtig gelernt hat. :\ Gibt es da Tipps, wie ich ihn zum Liegenbleiben kriege, auch wenn ich aufstehe und den Raum verlasse? (Kontrollfreak…)

    LG
    Mandy

    • Hey Mandy – es ist klasse, dass ihr den Hund übernommen habt und ihm jetzt so ein tolles Leben bietet. Da kann er sein Hundsein wirklich ausleben!
      Zum Thema Ruhephasen… wir haben es da nach einem Tipp von Martin Rütter trainiert. Einfach immer wieder aufstehen und sinnlos in der Wohnung herum laufen. Der Hund kommt ne Zeit lang mit, aber irgendwann ist es ihm zu doof, einfach immer hinterher zu trotten. Er bleibt dann immer mal liegen und irgendwann ist das Thema ganz durch. Man braucht ne Menge Geduld dazu (war jedenfalls bei unserem so) – aber ich finde es angenehmer, als ihn immer wieder auf den Platz zu schicken, wo dann die Anspannung dennoch vorhanden bleibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Fordere jetzt gleich Deinen kostenlosen Ratgeber für die Hunde-Hausapotheke an!

Vielen Dank für Deine Anmeldung

In den nächsten Minuten erhälst Du eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Nachdem Du Deine Eintragung bestätigt hast, bekommst Du den Downloadlink zugestellt.