Warum Hunde Gras fressen - Gastbeitrag bei dogeridoo.com
Home / Verhalten - Warum ein Hund das macht was er macht / „Hilfe! Mein Hund frisst Gras.“ oder warum Hunde Gras fressen…

„Hilfe! Mein Hund frisst Gras.“ oder warum Hunde Gras fressen…

„Mein Hund frisst Gras. Das Wetter ändert sich, bald wird es regnen.“
Es gibt Menschen, die das heute noch ernsthaft behaupten. Kennen tun wir diesen Spruch aber alle. Wissenschaftlich ist diese Volksweisheit übers Gras fressen allerdings nicht bewiesen.

Es ist wieder Frühjahr und es geht los: Mit Genuss kauen die Hunde auf der frisch ergrünten Wiese ausgesuchte Grashalme. Das neue Gras schmeckt aromatisch und sehr saftig. Aber nicht nur im Frühling fressen Hunde Gras. Warum ist das so?

Beim Grasfressen reagiert der Hund auf natürliche Weise auf seine körperlichen Bedürfnisse. Daher sollte dem Hund nicht verboten werden, Gras zu fressen. Die Aufnahme von Gras zählt zu den natürlichen Verhaltensmustern eines Hundes.

Im Gras steckt u.a. Folsäure. Hunde wie auch Katzen sind beide Fleischfresser und fressen ab und an Gras. Davon schlucken sie aber nur geringe Mengen herunter und sind meistens mehr am Saft als an den festen Bestandteilen interessiert. Nach neuesten Erkenntnissen versorgen sich Katzen auf diese Weise zusätzlich mit dem wichtigen Vitamin Folsäure das in den Pflanzen enthalten ist. Dasselbe gilt möglicherweise auch für Hunde, wird aber derzeit noch wissenschaftlich untersucht.

Gras fressen hat viele Vorteile

Gras fressen versorgt den Hund mit NährstoffenZudem ist Gras besonders nährstoffreich und rohfaserig und bringt somit den Darm in Schwung. Bei Magenproblemen oder Problemen mit der Verdauung dient Gras als eine Art Transportmittel. Wenn ein Hund etwas Giftiges oder Unverdauliches gefressen hat, sind oft Schmerzen die Folge und der Körper des Hundes möchte den Stoff möglichst schnell wieder ausscheiden. Das ist übrigens auch der Grund warum oft die Gabe von Sauerkraut empfohlen wird, wenn der Hund einen harten Gegenstand oder etwas Scharfkantiges verschluckt hat. Es wickelt sich wie Gras um den Fremdkörper und hilft bei der Ausscheidung.

Dennoch sollten Hundehalter darauf achten, dass die Tiere keine scharfkantigen Gräser fressen. Diese können die Maulhöhle und Speiseröhre verletzen oder Magenschmerzen bei der Verdauung verursachen.

Es kann auch vorkommen, dass sich Hunde, ähnlich wie Katzen, nach dem Grasfressen übergeben. Sollte sich ein Hund nach dem Grasfressen erbrechen tut er das nicht weil er Gras gefressen hat, sondern damit er sich erbrechen kann.

Hunde die Gras fressen, sind sich ihres Handelns durchaus bewusst, es ist selten grundlos. Aber nicht jeder Hund der Gras frisst hat automatisch ein Problem mit seiner Verdauung, auch wenn oft ein Zusammenhang besteht.

Es gibt noch weitere Gründe hierfür. Das Malmen und Kauen zum Beispiel entspannt den Hund, da durch die Bewegung der Kieferknochen Endorphine im Körper freigesetzt werden (Stichwort: Stressabbau). Auch enthält Gras viel Wasser und wird daher von durstigen Hunden in Ermangelung einer Trinkquelle gefressen. Hunde die besonders viel Schnüffeln, brauchen beispielsweise mehr Wasser als andere, da die Nasenarbeit die Riechepithele stark beansprucht und die Schleimhäute austrocknen. Ähnlich wie beim Menschen verursacht ein Wassermangel Kopfschmerzen und beeinträchtigt die Konzentrationsfähigkeit des Hundes.

Fazit:

Gras fressen muss nicht zwingend auf gesundheitliche Probleme hinweisenFrisst Dein Hund hin und wieder Gras, ist das ein ganz normales, natürliches Hundeverhalten. Sobald es gehäuft auftritt, der Hund zusätzlich würgt, erbricht oder eine ständig wechselnde Kotkonsistenz hat, kann dies auf gesundheitliche Probleme hindeuten.

Menschen die in der Stadt leben sollten darauf achten, dass am Straßenrand wachsendes Gras nicht vom Hund gefressen werden darf. Das Gras ist durch die Schadstoffe der Auspuffgase stark belastet. Gleiches gilt auch für Grasflächen bei denen man davon ausgehen kann, dass dort mit Insektiziden oder ähnlichem gespritzt wird. Auch hier sollten Sie das Grasfressen unterbinden.

Der Form halber: Der Artikel dient nur zur allgemeinen Information und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Beitrag ist KEINE medizinische Beratung und ersetzt nicht den Tierarzt.

Was mein Hund nicht fressen darf (Cadmos Hundewissen)(*)
  • Brigitte Rauth-Widmann
  • Herausgeber: Cadmos Verlag
  • Auflage Nr. 1 (01.01.2003)
  • Taschenbuch: 32 Seiten

Letzte Aktualisierung am 21.10.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Bildcredits: Titelbild von Kapa65, Bild1 von Didgeman, Bild2 von LarsForseth

(*) Hinweis: Dieser Artikel enthält Provisionslinks (Affiliatelinks), die auch als solche gekennzeichnet sind. Wird über einen solchen Link ein Produkt geordert, erhält dogeridoo vom Verkäufer eine Provision. Für Dich als Käufer entstehen dabei keine Mehrkosten oder andere Nachteile.

Über Frank R. Neff

Frank R. Neff ALPHADOGS NÜRNBERG Artgerechtes Hundecoaching – leise, gewaltfrei & hundorientiert…Meistens haben die "großen Probleme" nur "kleine Ursachen". Gerne helfen wir Ihnen dabei, die Natur Ihres Hundes besser zu verstehen und mit ihm zu kommunizieren.

Vielleicht interessiert Dich

Welpenschutz

Welpenschutz: Ein großer Mythos in der Hundewelt!

„Da kann nichts passieren, der ist ja noch jung. Da gilt ja noch der Welpenschutz!“ …

2 Kommentare

  1. Bella grast auch wahnsinnig gerne – das hat sie sich angewöhnt, als sie ihr Welpenfutter nicht vertragen hat, und mittlerweile kaut sie einfach wahnsinnig gerne auf ein paar Grashalmen herum, die sie meist noch nicht mal schluckt. Man möchte meinen, sie sei eine Kuh..

  2. Hallo! Also ich hab 4 Katzen und da sie nur in der Wohnung gehalten werden,kaufe ich ab und an eine Schale mit Katzengras. Das wird von ihnen auch ganz begierig angenommen und es dauert auch nicht lange,dann kommt das gefressene Gras auch wieder „nach oben“ oder besser gesagt,sie erbrechen es.Mein Tierarzt meinte dazu,das Katzen das Gras für ihren Magen zur besseren Verdauung benötigen und daher Gras fressen.Aber ob das auch für Hunde zutrifft,kann ich nicht sagen.Der Chiuhiuaua meiner Freundin,die kleine Nelly frisst auch Gras,aber sie erbricht es nicht,sondern es kommt bei ihr „hinten raus“,also beim Häufchen machen. Auf jeden Fall wissen Tiere,was gut für sie ist und für ihre Verdauung…… na ja fast immer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.