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Hilfe, mein Hund hat Angst vor Gewitter!

Der Himmel zieht sich zu, aus der Ferne ist ganz leise ein erstes Donnern zu hören. Noch bevor wir dies wirklich wahrnehmen, läuft unser Hund Devil schon nervös in der Wohnung auf und ab. Dann setzt der Regen ein, das Grollen des Donners kommt näher. Spätestens zu diesem Zeitpunkt verzieht Devil sich unter den Schreibtisch. Sein Hecheln verrät, welchen Stress er hat. Und je näher das Gewitter kommt, desto lauter wird auch sein Winseln. Beim lauten Krachen, das anzeigt, dass das Gewitter uns jetzt richtig erreicht, sitzt ein Häufchen Elend vor uns. Devil zittert am ganzen Leib, drängt sich mit seinem Körper fest an uns und möchte nur noch eins: auf den Arm bzw. den Schoß.

Unser Hund hat Angst vor Gewitter! Wir müssen zugeben, lange Zeit wussten wir nicht, wie wir uns richtig verhalten sollten. Überall hagelte es Tipps auf uns herab und dann war da noch der eigene Instinkt, der meist das genaue Gegenteil geraten hat. Einerseits möchte man seinen Vierbeiner beschützen, ihm zeigen, dass ihm nichts passieren kann. Auf der anderen Seiten will man ihn jedoch auch nicht verhätscheln und in seiner Angst bestärken. Was ist also der richtige Weg? Der liegt unserer Meinung nach irgendwo in der Mitte, wie so oft.

Hund hat Angst vor Gewitter – ignorieren oder tätscheln?

Hund hat Angst vor Gewitter und versteckt sich unter der DeckeAls wir mit dem kleinen Devil in die Welpenschule gingen, erzählte man uns eine Menge darüber, wie wir uns verhalten sollten, wenn der Hund durch laute Geräusche verunsichert ist. Unsere Welpenschule war nicht gerade ein gutes Beispiel für liebevolle Hundeerziehung. So wundert es mich im Nachhinein nicht, dass man uns dort folgenden Rat gab: Wenn der Hund Angst zeigt, beispielsweise bei Gewitter, ignoriert es einfach. Bleibt selbst ganz ruhig, geht ganz normal dem Alltag nach und bleibt konsequent.

Ein toller Ratschlag (an dieser Stelle würde meine Stimme in einem Gespräch vor Ironie triefen). Und natürlich befolgten wir ihn – nicht! Unser Instinkt ging viel mehr in die Richtung, den Hund bei seiner Angst zu trösten. Heute wissen wir, dass wir damit auch falsch lagen. Aber ich denke, mit Ignorieren hätten wir weitaus mehr angerichtet, als mit dem Trösten. Irgendwann machte ich mich nach einem Gewitter dann im Internet auf die Suche. Ich schaute, wie andere Hundehalter reagieren. Nicht nur unser Hund hat Angst vor Gewitter, es gibt da draußen ja noch viele mehr, die mit diesem Problem zu tun haben.

In Hunde-Foren und auf Ratgeber-Seiten fand ich dann noch viele andere Ansätze, wie man den Hund behandeln sollte, wenn es draußen blitzt und kracht. Die einen verwenden dann Notfall-Tropfen auf Bachblüten-Basis und andere versuchen, ihren Hund durch Spiele abzulenken. Oder sie versuchen, ihn mit Leckerlies aus der Angst heraus zu holen. Aber irgendwie sagte mir das alles vom Bauchgefühl nicht zu. So probierten wir bei jedem Gewitter etwas Neues aus, um den Hund zu beruhigen.

Was wir heute tun?

Ja, unser Hund hat Angst vor Gewitter – immer noch. Ob wir das jemals aus ihm heraus bekommen, wissen wir nicht. Wir folgen inzwischen aber vollkommen unserem Bauchgefühl. Und wir haben eine Methode gefunden, mit der wir Devil halbwegs entspannt durch das Gewitter bringen. Unser Rezept? Den Instinkten des Hundes folgen und dabei selbst Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen. Dabei wird er jedoch nicht verhätschelt und erst recht nicht ignoriert, sondern wir reagieren einfach auf sein Tun.

Hund hat Angst vor Gewitter und sucht NäheLäuft Devil also am Anfang unruhig auf und ab, lassen wir ihn genau das tun. Wir gehen weiter unseren Tätigkeiten nach und zeigen ihm damit: Hey, alles okay, alles geht seinen Gang. Ist es dann für ihn Zeit, sich unter dem Schreibtisch zu verkriechen, lassen wir auch das kommentarlos geschehen. Wenn er sich an einen Ort zurückziehen möchte, an dem er sich sicher fühlt, ist das vollkommen okay und das machen wir ihm nicht streitig.

Kommt dann der Moment, wo er ganz in seiner Angst drin steckt und nur noch unsere Nähe will, lassen wir auch das geschehen. Er darf dann auf den Schoß krabbeln, seinen Kopf zwischen Arm und Körper verstecken, wenn ihn das beruhigt. Dabei wird er jedoch nicht übermäßig gestreichelt und wir reden auch nicht ununterbrochen auf ihn ein. Wir bleiben weiterhin ruhig und gelassen und sind einfach für ihn da.

Die richtige Vorgehensweise?

Der Hund hat Angst vor Gewitter, jedes Donnern, das für uns schon ziemlich laut ist, muss für seine feinen Ohren wirklich schlimm sein. Und sicherlich spürt er auch das Flirren in der Luft, dass selbst wir Menschen beim Gewitter hin und wieder fühlen können. Warum sollten wir also in diesem Moment, der wirklich schrecklich für ihn ist, sein Vertrauen in uns missbrauchen und ihn seiner Angst überlassen? Nein, das bringen wir nicht übers Herz.

Wenn der Donner ganz besonders laut ist und der Hund zittert wie Espenlaub, legen wir ihm zur Beruhigung die Hand auf den Rücken, ohne ihn wirklich zu streicheln. Wir signalisieren damit nur: Wir sind für dich da und passen auf dich auf. Das hilft meist schon, um sein Hecheln wieder etwas zu mindern. Und zieht dann das Gewitter ab und der Hund beruhigt sich langsam, bestärken wir ihn darin, in dem wir ihm die langen Ohren sanft massieren oder langsam und mit sanftem Druck vom Kopf bis zur Rute streicheln. Nach wenigen Minuten ist dann wieder alles gut. Wir können Devil vom Schoß lassen und er legt ganz geschafft ein Schläfchen ein.

Fazit

Hat der Hund Angst vor Gewitter, gilt es Ruhe auszustrahlenEs gibt wohl viele Möglichkeiten, wie man dem Hund bei Angst vor Gewitter beistehen kann. Ist ein Hund eher souverän und erschreckt sich nur bei einem besonders lauten Donner, muss darauf sicherlich nicht besonders eingegangen werden. Hat man jedoch ein kleines Sensibelchen bei sich, halten wir das Ignorieren für den falschen Weg. Es zerstört Vertrauen, das man über lange Zeit aufgebaut hat. Vielleicht denken wir hier auch wieder zu menschlich, aber ein Kind würde man doch beim Gewitter auch nicht wieder allein ins Kinderzimmer schicken und sagen: Keine Angst, ist bald vorbei. Angst ist kein rationales Gefühl, es beherrscht uns und auch die Tiere, wenn es auftritt. Und da ist es uns wichtiger, unserm Hund zu zeigen, dass wir für ihn da sind, als ihn im Stich zu lassen.

Dein Hund hat auch Angst vor Gewitter? Schreib uns in den Kommentaren, wie Du damit umgehst!

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  • Rolf C Franck, Madeleine Grauss
  • Herausgeber: Cadmos Verlag
  • Taschenbuch: 80 Seiten

Letzte Aktualisierung am 14.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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4 Kommentare

  1. Hallo! Nicht nur,das die kleine Nelly auch Angst vor einem Gewitter hat,auch meine 4 Katzen suchen das „weite“ b.z.w.kriechen unter die Decke oder unter einem Schrank, lang,bevor es mit dem Gewitter losgeht.Ich denke,da haben die meisten Tiere damit zu „kämpfen“ wenn es um Donnern oder laute Geräusche geht.Komisch,bei uns vis a vis wird gerade ein neuer Bau errichtet, da können die Arbeiter noch so laut klopfen,sägen,hämmern,das stört unsere Katzen nicht im geringsten,im Gegenteil,da sitzen sie am Fenster und schauen ganz fasziniert zu,was sich dort drüben tut.Aber wehe,es donnert in der Ferne……….. weg sind sie.Ja,auch Katzen sind in Bezug Gewitter sehr feinfühlig und reagieren eigentlich für ihr Verhalten ganz normal. Grüsse an Devil…und von Nelly,die sich freut,wenn die Sonne scheint,denn da donnert und blitzt es ja bekanntlich nicht. Eine schöne sonnige Woche all den Katzen…. und Hundebesitzern. Monika

  2. Na, dann ist ja bei euch immer kräftig was los, wenn ein Gewitter kommt. Seitdem es neulich mal so richtig laut gekracht hat, ist es bei Devil wieder schlimmer geworden. Aber wenn wir für unsere Tiere da sind, dann überstehen sie auch die blöden Gewitter gut 🙂 Egal, ob es Hunde, Katzen oder andere Tiere sind

  3. Unser kleiner obelix hat auch panische Angst bei Gewitter und Silvester. Wir spielen dann die ganze zeit mit ihm. Seine ältere Schwester hat keine Angst. Aber wenn er jault und bellt, dann macht sie mit. Also machen wir Wie gesagt mit beiden Ballspiele. Silvester feiern wir gar nicht, da wir uns lieber um unsere Hunde kümmern.

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