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Übertriebene Hundeliebe! Wieviel ist noch okay?

„Ihr behandelt euren Hund ja wie ein Kind“ – diesen Satz haben wir schon häufiger erlebt. Und ich nennen unseren Kleinen Teufel auch gern mal mein Baby. Das heißt aber nicht, dass ich dabei vergesse, dass es ein Hund ist. Aber auf der anderen Seite führt er wohl wirklich ein gutes Leben, in dem es ihm an nichts fehlt. Da wir keine Kinder haben, ist er vielleicht sogar ein stückweit Kindersatz. Doch das ist für mich völlig in Ordnung, so lange wir es damit nicht übertreiben. Doch wie viel Hundeliebe ist in Ordnung und ab wann ist es übertrieben?

Unser Hund hat eine riesige Spielzeugkiste, einen Stall voll Kuscheltiere, drei Körbchen (natürlich orthopädische), einen Mantel, handgenähte Geschirre und so einiges mehr. Man könnte also sagen, er hat weitaus mehr als er bräuchte. Er wird ganz einfach verwöhnt und würde auch ohne das ganze Kram super leben können. Und spätestens wenn die Rede darauf kommt, dass unser Hund gefiltertes Wasser trinkt und täglich auf seinen Zwieback besteht, den wir ihm natürlich auch geben, verdrehen die ersten Mitmenschen die Augen. Aber das finde ich nicht schlimm. Wir sind uns bewusst, dass Hunde all das nicht brauchen. Schaden tut es aber auch nicht.

Hundeliebe ohne Grenzen?

HundeliebeBei all diesem Luxus, den wir unserem Hund gönnen, vergessen wir jedoch eins nie: er ist ein Hund! Auch wenn er absolut verkuschelt ist, müssen wir ihn nicht ständig auf dem Schoß haben und betüddeln. Er hat zwar einen Mantel, bekommt diesen aber wirklich nur dann angezogen, wenn er wirklich friert – und das kam schon zwei oder drei Winter nicht vor. Sein handgenähtes Geschirr ist echt hübsch und natürlich hab ich bei der Auswahl auf das Design geschaut. Es ist allerdings auch gar kein Problem, wenn er damit ins Wasser geht und sich anschließend im größten Dreck wieder trocken machen will. Hundeliebe hört ja schließlich nicht da auf, wo das Hund sein anfängt.

So darf Devil auch in dreckiges Wasser, er darf sich auf der Wiese wälzen (natürlich nicht gerade in Hinterlassenschaften anderer Tiere) und er darf auch gern mal in der Erde buddeln, wenn er denn mag. Ansonsten ist es uns wichtig, dass er rennt und Spaß hat, sich aber auch gut mal mit einem Spielzeug allein beschäftigen kann – wir sind schließlich nur seine Menschen, nicht seine Alleinunterhalter. Und wenn er Mist baut, dann wird auch mal geschimpft. All das gehört zum Hund sein dazu. Und unserer Meinung nach gehört es auch zur Hundeliebe dazu.

Das Geschäft mit der Hundeliebe

Dass die Hundeliebe hier und da vielleicht ein wenig übertrieben wird, sieht man daran, dass in den Tierbedarfsläden die seltsamsten Dinge angeboten werden. Kein Hund braucht ein diamantenbesetztes Halsband zum Preis eines Kleinwagens. Aber gut, wer das Geld hat, darf es natürlich auch gern für den Hund ausgeben. Da ist noch wenig drüber zu sagen. Ganz anders sieht es aber bei anderen Dingen aus, die so angeboten werden. Allein die Palette an Mode-Accessoires für den Hund, die ihn wirklich zur Puppe verkommen lassen, ist erschreckend hoch. Und dieser Kommerz-Wahnsinn treibt noch viel seltsamere Blüten – so gibt es beispielsweise „Gummipuppen“ für den Hund, die der potente Rüde besteigen kann, um seinem Trieb nachzugehen. Da fehlen mir dann doch tatsächlich die Worte.

HundeliebeInsgesamt sind Hundehalter halt eine sehr lukrative Zielgruppe. Der Hund ist nicht länger nur ein Haustier, sondern vielmehr ein Mitglied der Familie und wird auch dementsprechend verwöhnt. Wie schon erwähnt, verfallen wir auch ab und an dem Kaufwahn. Aber ganz ehrlich: Mehr als Zweidrittel des Inhalts seiner Spielkiste haben wir über Monate nicht mal angefasst. Einiges ist sogar gar nicht benutzt und so wird sich bald auch wieder ein Tierheim über unsere Aufräum-Aktion freuen können. Denn was noch gut ist und hier nicht gebraucht wird, wird halt einfach weiter verschenkt.

Ungesunde Hundeliebe

All das, was wir und wahrscheinlich der Großteil der Hundebesitzer für unseren Vierbeiner tun, ist noch völlig im Bereich des Erträglichen. Glauben wir zumindest. Leider gibt es aber auch ganz andere Extreme. Man denke nur an die Handtaschenhunde, die wahrscheinlich noch nie sorglos über eine Wiese tollen durften. Oder auch an die Hunde, die als Statusobjekt dienen und für ein besseres Aussehen teilweise sogar operiert werden. Das Kupieren ist ein Beispiel dafür. Da hört es für uns mit der Hundeliebe auf.

Doch wo zieht man eine Grenze? Für uns ist sie ganz klar da, wo der Hund in seinem normalen Verhalten eingeschränkt wird oder ihm sogar körperliches Leid angetan wird. Ein Hund muss Hund sein dürfen. Und gerade weil wir unsere Vierbeiner lieben, brauchen sie auch Erziehung und ab und an mal ein deutliches Wort, wenn sie aus der Spur laufen. Auch das gehört für uns zur Hundeliebe dazu. Dann finden wir es auf der anderen Seite auch nicht schlimm, wenn der Hund im Bett mal das Kopfkissen für sich beansprucht. Das können wir ihm dann gern gönnen!

Hundeliebe(*)
  • Katharina von der Leyen
  • Herausgeber: teNeues Media
  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten

Letzte Aktualisierung am 26.09.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Wie hältst Du es mit der Hundeliebe? Verwöhnst Du Deinen Vierbeiner oder bist Du da sehr konsequent?

Bildcredits: Titelbild, Bild1, Bild2

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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7 Kommentare

  1. Silke und Fritz

    Hallo ihr lieben, wenn ich eure Artikel lese, muß ich immer schmunzeln, denn ich erkenne mich manchmal selbst wieder. Schade dass es nicht allen Fellnasen so gut geht. Aber zum Thema Hundeliebe: natürlich bekommt Fritz auch ein Weihnachtsgeschenk ( ausgesucht nach seinen Vorlieben, z. B. Teddy mit getragenem Shirt – ist zwar nach 3 Wochen nicht mehr aktuell – hat aber Spaß gemacht, schon alleine das auspacken war’s wert! PS: Mein Kind hatt Fell und eine schwarze Lakritznase – bin halt eine Hundemutti.

    • Danke liebe Silke! Da hast du uns gerade ein Riesen-Kompliment gemacht – denn zu erreichen, dass sich die Leser wiederfinden, ist unser großes Ziel!
      Ach ja, Weihnachtsgeschenk, Geburtstagskuchen etc. gibt es hier natürlich auch alles 😉

  2. Gabi Taubenheim-Fey

    Hunde sollten nicht vermenschlicht werden und als Ersatz für eigene Bedürfnisse herhalten müssen.
    Unser Hund bekommt kein Weihnachtsgeschenk. Das dient nur der EIGENEN Befriedigung bzw. menschlichen Bedürfnissen.
    Unser Hund freut sich jedenfalls vielmehr auf einen anregenden Spaziergang auf einem neuen Waldweg, auf dem auch mal ein besonderes Leckerchenversteck suchen und finden muss.
    Unsere Hündin nennt drei Spielzeuge ihr Eigentum. Einen Ball, einen Kaukochen sowie ein altes Stück Fell. Das war mal ein Spielzeug meiner Kinder in Form eines Teddys. Gerade dieses alte Teil liebt unsere Hündin besonders. Wir wollten es schon einmal ersetzen, aber neue Teile fanden keinerlei Beachtung. Auch nicht nach Martin Rütters Anleitung das neue Spielezeug wie den heiligen Gral in Szene zu setzen. So blieben wir beim alten, aber geliebten Stück.
    Will damit sagen, dass es ähnlich wie in der Kindererziehung ist. Auch Kinder werden mit Spielzeug zugeschüttet und haben meist soviel, dass das Interesse und die Kreativität verloren geht. Auch hier gilt: weniger ist mehr und wir haben mit unseren Kindern immer festgestellt, was für tolle und kreative Spielmöglichkeiten es mit Dingen gibt, die man draußen beim Spielen findet. Stöcke,Steine, Tannenzapfen
    und ähnliches mehr.
    Meine Meinung ist: Kein unnötiges Geld für überflüssiges Spielzeug ausgeben. Tierärzte ohne Grenzen freuen sich sicher über seine Spende. Dann wäre das Geld sinnvoller verwendet.
    Spielzeug ersetzt nicht gemeinsame Zeit und Unternehmungen, bei Kindern wie bei Hunden.
    LG Gabi

    • Bitte nicht in die „dies-statt-das“-Falle tappen 😉 Hunde können auch Geschenke UND spannende Spaziergänge bekommen. Und viel Spielzeug heißt ja nicht, dass man sich nicht mit ihnen beschäftigt – wobei ich von Stöckchen zum Spielen bei Hunden abraten würde, aber das ist ein anderes Thema. Und Geld für den eigenen Hund ausgeben heißt auch nicht, dass man nicht noch spendet. Und neben Tierärzte ohne Grenzen gibt es ja auch noch viele andere tolle Organisationen, die mit Spenden viel erreichen können.
      Die Kernfrage aus dem Artikel ist ja eher: „Wie viel Liebe ist zu viel?“. Und diese Liebe kann sich ja auf viele unterschiedliche Arten zeigen.

  3. gabriele taubenheim-fey

    Wenn sich „Liebe“ darin zeigt, völlig überflüssiges Spielzeug anzuschaffen stellt sich doch die Frage, wem das dient. Dem Mensch oder dem Hund?
    Welche Bedürfnisse werden damit befriedigt? Die des Hundes oder die der Menschen? Kaufrausch und Konsumzwang hurra!
    Nun mal ganz ehrlich. Ein Hund kommt auch ohne Weihnachtsgeschenk aus. Das ist für mich „Liebe“ zuviel und eine total unnötige Geldausgabe. Der Hinweis auf Tierärzte ohne Grenzen sollte nur als Beispiel gedacht sein. Es bleibt aber die Tatsache, dass Geld dafür sinnvoller verwendet ist als für den x-ten Teddy des Hundes, der dann aber nur unbeachtet in der Ecke liegt.
    Sicherlich gibt es unterschiedliche Arten „Liebe“ zu zeigen. Für den einen oder anderen mag es wichtig sein, kistenweise Kuscheltiere für den Hund anzuschaffen. Das kann jeder so halten, wie er mag. Es gibt auch Menschen, die es für nötig befinden, dem Hund die Krallen rosa zu lackieren. Aber beides ist für mich „Liebe“ zuviel. Soviel zum Kernthema des Artikels.
    Im Übrigen rate ich auch vom Stöckchenspielen mit Hunden ab. Der Bezug auf Stöckchen ergibt sich aus dem Text in Zusammenhang mit Kindern, die genauso wie Hunde mit Spielzeug überschüttet werden aber das eigentlich in den Mengen nicht benötigen, da die Natur ausreichend kreative Möglichkeiten bietet.

    • Mir kam es hier nur drauf an, von dem „dies statt das“ weg zu gehen – denn das ist halt nicht unbedingt gegeben 🙂 Ansonsten mag ich unterschiedliche Meinungen und lebhafte Diskussionen. Also alles gut!

  4. Man kann nicht genug Liebe für ein Tier empfinden,b.z.w. geben.Denn die Liebe ,die dir ein Tier gibt,das kann kein Mensch geben.Ich sage immer.;Seit ich die Menschen kenne,liebe ich die Tiere, und mit dieser Meinung bin ich Gott sei Dank nicht alleine.Ein Tier kann dich nie enttäuschen,Menschen jedoch schon.Ein Tier liebt dich bedienungslos,ein Mensch jedoch nicht.Mir geben unsere Katzen soviel an Liebe,das will ich nicht mehr missen.Und kein Mensch der Welt würde soviel für dich tun,als ein Tier.Wenn es sein muss,gibt es dir sein Leben.Es ist dem Tier egal,welche Herkunft Du bist,wie du aussiehst,hauptsache,du bist für dein Tier da und gibst ihm die Zuneigung,die es benötigt um glücklich zu sein.Ich hoffe,das viele andere Menschen ebenso denken wie ich und das sie den Tieren den Respekt zollen,den sie verdienen.Würden mehr Menschen Tiere mögen,dann wäre diese Welt um wer weiss was besser.Darum…. es gibt keine übertriebene Tierliebe.

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