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Hundesteuer – ein ständiges Ärgernis

Mitte Januar ist es wieder so weit – uns wird von unserer Gemeinde ein netter Brief geschickt, der die Aufforderung enthält 25 Euro zu überweisen. Das ist nicht etwa eine Strafe für zu schnelles Fahren oder ähnliches, sondern die Hundesteuer, die fällig wird. Mit 25 Euro kommen wir da noch verdammt gut weg, wie ich inzwischen weiß. Andere zahlen das 10-fache – und wenn dann noch ein Zweit- oder Dritthund kommt, wird es gleich noch teurer. Von Listenhunden wollen wir da noch gar nicht reden. Die Haltung eines Hundes kann da also schon richtig teuer werden. Im Gegenzug wird aber wenig für die Hunde getan. Statt Hundeauslauf-Flächen gibt es höchstens ein paar Kotbeutelspender und dazu die Bitte, den Hund überall an die Leine zu nehmen.

Das Thema Hundesteuer ist für viele Hundebesitzer ein richtiges Ärgernis. In Hundeforen und -gruppen taucht immer wieder die Frage auf, wie viel man an den verschiedenen Orten für die Haltung eines Hundes bezahlen muss und dabei gehen die Beträge weit auseinander. Da ist es schwer nachzuvollziehen, warum Hundehalter überhaupt Hundesteuer bezahlen müssen und warum die Beträge so variieren. Und warum die Hundesteuer nicht verwendet wird, um Gutes für die Hunde zu tun, ist der nächste Punkt, über den man sich aufregen kann. Bringen tut das leider nur wenig. Auch die vielen Petitionen gegen die Hundesteuer, die immer wieder durchs Netz gehen, scheinen nicht wirklich etwas ausrichten zu können.

Seit wann gibt es die Hundesteuer?

HundesteuerEntgegen der Meinung vieler ist die Hundesteuer keine moderne Erfindung, um noch tiefer in unsere Taschen zu greifen. Schon zum Ende des Mittelalters, im 15. Jahrhundert, gab es eine Art der Hundesteuer. Bauer, die Hunde gehalten haben, mussten „Hundekorn“ bezahlen. Die „richtige“ Hundesteuer wurde in Deutschland wohl 1807 in Offenbach erstmals erhoben und betrug damals einen Reichstaler. Aus den Einnahmen sollten städtische Kriegsschulden getilgt werden. In Sachsen-Coburg führten man 1809 die Hundesteuer ein, um die Anzahl der Hunde und somit auch die Seuchen- und Tollwut-Gefahr zu vermindern. Dort gab es dann aber auch schon erste Ausnahmen, die weniger oder keine Steuern zahlen brauchten und die Hundemarke mit einer Nummer, die am Halsband angebracht werden sollte, wurde ebenfalls ausgegeben.

Nach und nach verbreitete sich die Erhebung der Hundesteuer in ganz Deutschland. Die Gründe dafür waren unterschiedlich. Mal brauchte man Geld für andere Dinge in den Gemeinden und Städten, mal wurde der Hund als Luxusgut angesehen. Somit ist die Hundesteuer also schon eine recht „alte“ Abgabe und keine Erfindung der Neuzeit. Dass sie über so lange Zeit beibehalten wurde zeigt aber auch, dass es sich hier um eine beträchtliche Einnahme handelt, die man sich nicht unbedingt durch die Finger gehen lassen möchte.

Weitere Erklärungen zur Hundesteuer

Wie anfangs schon erwähnt, finden es viele nicht gerade gerecht, dass die Hundesteuer nicht auch wieder den Hunden zu Gute kommt. Das liegt daran, dass sie eine öffentlich-rechtliche Abgabe ist, die nach dem Gesamtdeckungsprinzip zur allgemeinen Finanzierung von kommunalen Aufgaben genutzt werden kann. Die Steuer dient also nicht dazu, die Aufwendungen zur Straßenreinigung von Hundekot oder ähnlichem zu finanzieren. Die Rechtsgrundlage ist die kommunale Hundesteuersatzung bzw. das Hundesteuergesetz. Dort ist festgelegt, wie viel für die Hundesteuer entrichtet werden muss. Und da es eine kommunale Steuer ist, kann von Ort zu Ort auch die Höhe unterschiedlich sein.

HundesteuerAusnahmen gibt es aber natürlich auch. Hunde, die für gewerbliche Zwecke gehalten werden (zur gewerblichen Zucht, als Hütehund und ähnliches) sind von der Hundesteuer befreit. Darüber hinaus gibt es dann oft auch noch Befreiungen oder Ermäßigungen für Blinkendhunde, Gebrauchshunde und sogar teilweise Hunde mit bestandener Begleithundeprüfung. In wenigen Orten gibt es auch eine Ermäßigung, wenn man einen Hund aus dem Tierheim ein Zuhause gibt.

In vielen europäischen Ländern wurde die Hundesteuer schon abgeschafft. Deutschland, Österreich und die Schweiz halten jedoch weiter an der Steuer fest und wie es derzeit aussieht, wird sich da auch in absehbarer Zeit nichts dran ändern. Wir können also noch eine ganze Weile über den Sinn bzw. Unsinn dieser Abgabe diskutieren 😉

Wie viel Hundesteuer musst Du zahlen und findest Du es okay oder regt es Dich eher auf?

Bildcredits: Image by StockUnlimited

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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11 Kommentare

  1. Interessanter Artikel, gerade für mich als Neu-Hundehalterin. Wir in Hamburg zahlen ganze 90€. Allerdings muss ich sagen, dass ich mich bisher nicht weiter darüber aufgeregt habe. Steuern muss man schließlich für fast alles zahlen, da habe ich es konsequenter Weise bei einem Hund nicht anders erwartet. 🙂

    Dass die Stadt dem Hund & Hundehalter jedoch relativ wenig zurückgibt fällt bei genauerem Hinsehen schon auf.

    Liebe Grüße
    Jana
    http://www.comfort-zone.net

  2. 90 Euro ist ja dann auch noch recht okay. Aber ja, viel Gegenleistung bekommt man nicht dafür. Und das finde ich gerade dann unfair, wenn 300,- oder mehr pro Hund gezahlt werden muss.

  3. Interessant auch mal Hintergründe zur Hundesteuer zu erfahren. Macht diese unsinnige Steuer allerdings nicht besser. In unserem Landkreis muss das Tierheim für jeden seiner Hunde Steuer bezahlen. Das ist beschämend. Hier sind Hunde für die Verwaltung eine reine Einnahmequelle.

    • Das Tierheim muss zahlen? Puh, das ist ja wirklich heftig. Hab mich gerade erst aufgeregt als ich gehört hab, das ein Tierheim auf die Vermittlungsgebühr von Tieren Steuern zahlen muss… Man muss echt nicht alles verstehen.

  4. Bei uns in der schweiz ist es pro Hund 120 franken für privat und die Bauern zahlen nur 40 franken. Ich finde das einfach eine Frechheit. Sonst ist mir die Hundesteuer eigentlich egal, naja egal auch nicht muss halt sein.

    Lg Theresa

  5. 50€ und „Kampfhunde“ 500€ die reinste Sauerei! Alle Kreuzungen mit Staff, Dogo Canario, etc fallen darunter. Welches ja auch von Kommune zu Kommune wieder anders läuft. Dann sollten meines Erachtens auch Ridgeback, Dalmatiner oder Schäferhunde auf der Liste stehen. Oder vielleicht doch der Border oder Aussie, die werden nämlich auch ganz unbequem, wenn die nichts fürs Gehirn kriegen. Und womit berechtigt man dann die 500€? Mein Hund ist auch eine Listenhund Kreuzung und zu blöd, um ein Loch in den Schnee zu pinkeln. Um es mal so zu umschreiben;-)) Er kuschelt alle tot!

  6. Tja Hundesteuer ist in Deutschland eine nicht zweckgebundene Luxussteuer. Diese kann und wird von den Komunen nach gut Dünken vergeudet. Dies ist um so ärgerlicher als daß Hundehalter mittlerweile von Amts wegen zum Staatsfeind Nummer 1 deklariert werden.

  7. NRW 64 € im Jahr.

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