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Knochen füttern – ja oder nein?

Kein anderes Bild wird in der Tierwelt so oft verwendet, wie der glückliche Hund mit seinem Knochen. Überall, wo es um das Wohlergehen unserer Vierbeiner geht, ist auch die Abbildung eines Knochens  oder des Knochen füttern nicht weit. Er zeigt sich auf Futternäpfe, Decken, Halsbändern und natürlich gibt es auch Spielzeug in Form von Knochen. Da stellt sich eigentlich gar nicht die Frage, ob Du Deinem Hund Knochen fütterst – oder vielleicht doch?

Ich gebe ehrlich zu: Unser Hund durfte noch nie an Knochen nagen. Und er lebt noch und ist auch gesund laut unserem Tierarzt. Auch habe ich nicht das Gefühl, dass er das Knochen füttern vermisst. Er kennt es ja nicht. Aber warum eigentlich? Sind wir schlechte Hundeeltern, weil wir keine Knochen füttern? Oder hat es spezielle Gründe? Eigentlich hat es sich einfach so ergeben. Als Devil noch ein wilder Jungspund war, wollten wir ihm mal etwas Gutes tun und hatten gelesen, man sollte bei Knochen mit Hühnerhälsen anfangen – die sind klein und der Hund kann sich nicht verletzen. Also probierten wir es mit Hühnerhälsen und Devil war so gierig, dass er sich fürchterlich daran verschluckt hat. Damit war das Thema für uns erstmal durch. Später zeigte sich dann, das Devil nicht gern an großen Sachen herum knabbert. Er mag seine Snacks lieber angenehm portioniert und somit kamen wir auch gar nicht mehr auf die Idee, Knochen zu füttern.

Knochen füttern ist gut für den Hund

Knochen fütternOhne Frage: Knochen sind gesund für den Hund. Wer Knochen füttert, tut zum einem etwas für die Zahngesundheit des Hundes, sorgt damit zum anderen aber auch für die Zufuhr bestimmter Nährstoffe. Sie liefern Mineralstoffe und Kalzium und auch das Fett und die Enzyme, die der Hund über das Nagen am Knochen zu sich nimmt, sind gesund. Und oftmals kann man sogar lesen, dass Knochen zu einer vollwertigen Hunde-Ernährung unbedingt dazu gehören. Die Vorfahren unserer Vierbeiner, die Wölfe, nagen ja schließlich auch die Knochen ihrer Beute ab – also gehört das doch auf den Speiseplan!

Aber wie bei allem, gibt es auch beim Knochen füttern einiges zu beachten, damit aus dem Leckerbissen nicht ein Fiasko mit anschließendem Tierarztbesuch wird. Um das letzte Argument der Futtervorlieben des Wolfs als erstes aufzugreifen: Natürlich, in freier Wildbahn wird kein Wolf einen Knochen verschmähen. Aber die Ernährung unserer Hunde hat nur noch wenig mit der von wild lebenden Tieren gemein. Und somit gibt es sogar Hunde, die überhaupt keine Knochen vertragen. Und selbst die Hunde, die mit dem Knochen füttern grundsätzlich kein Problem haben, können plötzlich unter Verdauungsproblemen leiden, wenn die Knochenportion etwas zu groß war. Denn unsere Fellnasen, die größtenteils ja Fertigfutter oder aber zumindest gut abgestimmte Mahlzeiten gewohnt sind, können den Knochenabrieb nicht verdauen. Denn wo am Knochen genagt wird, wandern ja auch immer mal wieder kleine Stückchen in den Magen, wo jedoch nicht genügend Verdauungssäfte vorhanden sind, um sie zu zersetzen. Die Folge ist im besten Fall ein kräftiges Bauchgrummeln.

Wieso kann das Knochen füttern gefährlich sein?

Knochen fütternWie eben schon erwähnt, kann es beim Hund zu Verdauungsproblemen kommen, wenn Knochen gefüttert werden. Neben dem Grummeln des Bauches kann dann auch der so genannten Knochenkot auftreten – ein sehr harter, weißer Kot, der vom Hund nur unter Schmerzen abgeführt werden kann oder sogar zu Verstopfungen führt, die den Gang zum Tierarzt und mitunter sogar eine Operation erforderlich machen. Daher ist es äußerst wichtig, den Hund wirklich langsam an das Knochen füttern zu gewöhnen und die Portionen nur langsam größer werden zu lassen. So wird die Verdauung erheblich erleichtert.

Aber nicht nur die Verdauung kann Probleme verursachen. Weitaus öfter landen Hunde nach dem Knochen füttern beim Tierarzt, weil sie sich an den Leckerbissen verletzten. Das kommt vor allem dann vor, wenn die falschen Knochen gefüttert werden. Grundsätzlich gilt, dass Knochen von Kleintieren wie Hühnern, Enten, Hasen usw. keinesfalls gefüttert werden sollten. Die Knochen sind klein, dünn und zerbrechen häufig, wenn der Hund darauf beißt. Die Folge sind Verletzungen im Mundraum, Rachen oder auch Magen. Richtig schlimm wird es, wenn Knochensplitter die Darmwände durchbohren. Problematisch ist es auch, wenn die Knochen (egal von welchem Tier) in irgendeiner Form erhitzt sind. Werden Knochen gebraten oder gekocht, werden sie porös, können leicht brechen und den Hund damit verletzen.

Knochen füttern oder lieber nicht?

Knochen fütternViele Hundehalter sind richtig geschockt, wenn sie über Verletzungen beim Knochen füttern hören. Schließlich wollen sie ihrem Liebling etwas Gutes tun, wenn sie ihm einen Markknochen oder ähnliches mitbringen. Und dieses Vergnügen sollte sich auch keiner nehmen lassen, wenn der Hund denn die Knochen grundsätzlich mag und verträgt. Wichtig ist nur, dass die richtigen Knochen in vernünftiger Menge ausgewählt werden, damit das Verletzungsrisiko gering gehalten wird. Außerdem sollte der Hund die Knochen nur unter Beobachtung bekommen. Passiert dann einmal etwas, kann schnell eingegriffen werden.

Wer keine Knochen füttern möchte, ist deshalb aber auch kein schlechter Hundehalter. Die Nährstoffe, die über die Knochen geliefert werden, bekommen unsere Hunde auch auf anderem Weg und zur Zahnpflege gibt es auch genügend andere Alternativen. Dem Hund wird es bestimmt nicht schlecht gehen, nur weil er nie Knochen isst. 😉

Fütterst Du Knochen und verträgt Dein Hund sie gut? Wir sind gespannt auf Deine Erfahrungen!

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Bildcredits: Titelbild, Bild 1, Bild 2, Bild 3

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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2 Kommentare

  1. Ich habe meiner Hündin jahrelang immer wieder mal Knochen gegeben.
    Jetzt ist ihr Magen völlig im Eimer.
    Ich kann natürlich nicht 100% sagen dass es an den Knochen liegt/lag aber Vorwürfe mache ich mir trotzdem. Würde das so nicht wiederholen.
    Hunde waren mal Wölfe, aber sind halt keine mehr.

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