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Können Hunde schlechte Laune haben?

Heute morgen hätte ich den Spaziergang mit dem Hund am liebsten schon beendet, bevor er richtig angefangen hat. Wir waren noch nicht ganz aus der Haustür draußen, da zeigte mir mein sonst so freundlicher Vierbeiner schon seine schlechte Laune, indem er einfach vor der Tür stehen blieb und gar nicht einsah, auch nur einen Schritt weiter zu machen. Das ist für mich das Zeichen, besonders ruhig und gelassen zu agieren, denn wenn der Herr schlechte Laune hat, lässt er sie gern lautstark an allem und jedem aus. Und das wiederum verursacht bei mir schlechte Laune.

Ich kann förmlich sehen, wie bei diesen Worten viele Hundehalter und auch -trainer mit den Augen rollen. Hunde und schlechte Laune? Da interpretieren wir Menschen doch zu viel hinein, die Gefühlswelt der Hunde ist eine andere als unsere und so weiter und so fort. Der rationale Teil in mir möchte dem zustimmen und sagen: Klar, Devil hat keine Launen, er reagiert nur auf die Umwelt. Der emotionale Teil in mir weiß jedoch, dass es ganz anders ist. Ich bin mir ganz sicher, dass Hunde Launen haben – und die müssen nicht immer eine Reaktion auf die Umwelt sein. Manchmal stehen sie ganz einfach mit der falschen Pfote auf.

Schlechte Laune – ganz normal, oder?

Schlechte LauneBevor ich diesen Artikel geschrieben habe, habe ich die Tiefen des Internets durchforstet und mich auf die Suche nach Tatsachen begeben. Leider nicht wirklich erfolgreich, denn grundsätzlich bin ich auf drei verschiedene Antworten auf die Frage Können Hunde schlechte Laune haben gestoßen. Sämtliche Artikel, Forenbeiträge und Blog-Postings passen in eins dieser drei Lager:

  1. Klar haben Hunde auch Launen – warum auch nicht? Eine wissenschaftliche Bestätigung dafür brauche ich nicht!
  2. Richtige Launen haben Hunde nicht, vielmehr reagieren sie auf uns Menschen und unsere Befindlichkeiten. Sie spiegeln unser Seelenleben und wir interpretieren dann mehr in ihr Verhalten hinein.
  3. Hunde haben garantiert keine schlechte Laune – und auch keine gute. So differenziert ist ihre Gefühlswelt nicht.

Grundsätzlich tut sich die Wissenschaft natürlich schwer mit solchen gefühlsduseligen Themen – denn die lassen sich oft nur schwer nachweisen. In mir sträubt sich jedoch alles gegen die Aussage, dass Hunde keine Launen haben. Beweist unser Hund doch immer mal wieder seine schlechte Laune. Stellt sich also nur die Frage, ob die schlechte Laune von mir ausgeht und der Hund sie nur spiegelt oder ob sie bei ihm selbst aufkommt.

Nehme ich den heutigen Morgen als Beispiel, kann ich ganz sicher sagen, dass da nichts gespiegelt wurde. Ich war nämlich bester Laune, hab mich über angenehme Temperaturen und den Sonnenschein gefreut. Der Hund allerdings nicht. Nachdem ich ihn in einem stummen Kräftemessen doch dazu bewegen konnte, die Haustür hinter sich zu lassen, ließ er mich bei jedem Schritt seine Laune spüren. Und nicht nur mich, sondern auch den Fahrradfahrer, die nette alte Dame und sogar einen Mülleimer. Alles wurde verbellt. Alle drei Meter blieb er außerdem stehen und schenkte mir Blicke, die selbst eine Feuersäule in Sekunden gefrieren lassen würde. Nun spiegelte ich allerdings langsam auch seine Laune…. Verkehrte Welt, oder?

Was tun bei schlechter Laune?

Schlechte LauneEs ist nicht schwer zu erkennen: Ich bin wirklich davon überzeugt, dass Hunde schlechte Laune haben können. Anfangs wusste ich damit allerdings überhaupt nicht umzugehen. Als Ersthundebesitzerin war ich in den ersten Monaten sehr unentspannt und vermutete gleich das Schlimmste, wenn der Kleine einfach mal wieder launisch war. Heute sehe ich das wesentlicher entspannter. Ich akzeptiere die schlechte Laune von meinem kleinen Grummelkopf genauso, wie ich sie auch bei meinen Mitmenschen bis zu einem gewissen Grad akzeptiere.

In der Praxis sieht es dann so aus, dass der Spaziergang dann ziemlich kurz ausfällt und ich ihn danach einfach in Ruhe lasse. Devil zieht sich dann meist unter meinen Schreibtisch zurück, schläft dort noch eine Runde und grummelt auch im Schlaf vor sich hin. Anschließend ist die Laune etwas besser, jedoch ist er auch für den Rest des Tages etwas angespannt und geht ihm dann irgendwas gegen den Strich, zeigt er es ganz deutlich.

Lasse ich ihm das durchgehen? Zum gewissen Teil! Haben meine Mitmenschen schlechte Laune, lass ich sie auch mal meckern. Daher darf der Hund auch mal bellen, wenn er schlechte Laune hat – aber in Maßen. Wird es zuviel, mache ich das auch deutlich. Ansonsten sehe ich dann an solchen Tagen zu, ihn nicht gerade unter Menschen zu bringen und die Gassi-Runden klein zu halten, er mag dann nämlich nicht wirklich draußen rum laufen. Ist der Tag dann überstanden, kuscheln wir uns gemeinsam ins Bett und am nächsten Morgen habe ich meinen kleinen Sonnenschein wieder.

Hat Dein Hund auch manchmal schlechte Laune? Wie gehst Du damit um?

Bildcredits: Titelbild von Counselling, Bild1 von Congerdesign, Bild2 von mcgrout

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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2 Kommentare

  1. Also mein Hund hat auf jeden Fall Launen und ist auch mäkelig was das Fressen betrifft. Er bockt meist am Anfang des Spaziergangs total, zieht nach hinten an der Leine oder legt sich gleich hin und geht nicht weiter. Es kostet mich einige Überzeugungskraft und Ausdauer und Geduld damit er weiter kommt. Nachher geht es dann. Er kommt mir vor wie so ein verzogenes Kind.
    Das Futter welches er zu Hause verschmäht, schmeckt ihm hervorragend unterwegs aus der Hand. Solche Mätzchen habe ich früher als Kind mit meiner Oma ebenfalls gemacht. Ich werde wohl mal andere Seiten aufziehen müssen, langsam fühle ich mich veräppelt.

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