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Kontaktliegen: Kuschelnd zum tollen Team

Egal, wo wir uns hinsetzen oder hinlegen, es dauert meist nur wenige Sekunden, im Höchstfall Minuten, bis der Hund neben uns ist und selbst dort noch Platz fürs Kuscheln findet, wo wir es nicht erwarten würden. Und ist kein Platz, macht er sich welchen. Da kennt er ja nichts. Ich muss zugeben, anfangs war ich etwas verunsichert. Einerseits ist es ja wirklich toll, so zu kuscheln und ständig in Verbindung zu sein. Aber andererseits hatte ich auch die Befürchtung, dass es zu viel war und der Hund uns vielleicht so bewachen oder beschützen wollte. Und dann hörte ich irgendwann vom Kontaktliegen – und hatte eine Entschuldigung für ausgiebige Kuscheleinheiten 😉

Hunde lieben in den meisten Fällen Körperkontakt und auch wir Menschen sind dem ja nicht abgeneigt. Vielleicht liegt darin schon ein Teil des Geheimnisses, warum Mensch und Hund so gut miteinander harmonieren. Sie können nämlich einfach kuschelnd beieinander liegen, die Nähe genießen und dabei ihre Batterien aufladen. So geht es uns zumindest. Inzwischen haben wir schon fast Rituale fürs Kontaktliegen, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben. Telefoniere ich, liegt der Hund entweder auf dem Schoß oder neben dem Bein. Schaut der Mann ein Video auf dem Laptop, ruht der Hund auf seinen Beinen. Und machen wir uns nach dem Abendessen für eine halbe Stunde auf dem Sofa lang, bevor wir wieder irgendwelchen Aktivitäten nachgehen, sucht der Hund sich aus, mit wem er kontaktliegen mag. Nachts drückt er sich dann eh an uns und so verbringen wir doch einige Zeit am Tag kuschelnd.

Warum ist das Kontaktliegen so wichtig?

KontaktliegenKlar, Hunde kuscheln gern, aber ist das der einzige Grund fürs Kontaktliegen? Oder was läuft da im Hund und zwischen Hund und uns ab, wenn wir so nah beieinander liegen, dass nicht mal ein Blatt Papier dazwischen passt? Fakt ist, dass das gemeinsame Herumliegen mit Artgenossen oder auch Menschen für Hunde eine hohe Bedeutung hat. Es ist für sie eine Möglichkeit, Sympathie und Verbundenheit auszudrücken. Aber das ist nur ein Teil von dem, was das Kontaktliegen an Vorteilen mit sich bringt.

Wenn unsere Hunde sich ganz eng an uns drücken, dann überschlagen sich Hunde- und Menschenkörper fast dabei, Wohlfühl- und Bindungshormone auszuschütten. Diese Wohlfühlhormone sorgen (zumindest bei mir) oft für absolute Glücksgefühle. So gibt es nach einem anstrengendem Tag nichts Besseres als einen Hund, der sich in meinen Arm legt und dort leise vor sich hin schnarcht. Wir sind dann gemeinsam ganz entspannt. Und die Hormone machen ganz nebenbei ihre Arbeit, wirken stressmindernd und reduzieren Ängste. Die Bindung zwischen Mensch und Hund wird stärker und das sorgt wiederum dafür, dass ein besseres Team entsteht.

Wie funktioniert das Kontaktliegen?

Wir Menschen neigen ja dazu, alles ein wenig zu verkomplizieren. So bin ich bei der Recherche für diesen Beitrag auch oft über die Frage gestolpert, wie das mit dem Kontaktliegen denn richtig geht. Eine Antwort darauf gibt es allerdings nicht wirklich. Denn eigentlich braucht es zum Kontaktliegen nicht mehr als einen Hund, einen Menschen und etwas Platz, an dem es sich beide gemeinsam gemütlich machen können. Das kann der Fußboden sein, das Sofa oder auch das Bett. Und dann? Dann liegt man einfach zusammen rum!

KontaktliegenOftmals verbinden wir Menschen das Kontaktliegen mit irgendwas anderem. Uns fällt es schwer, einfach nichts zu tun. Und so lesen wir nebenbei, telefonieren oder schauen fern. Das ist auch völlig in Ordnung. Noch mehr entfaltet das Kontaktliegen seine entspannende Wirkung aber, wenn man sich einfach voll und ganz auf das Zusammenliegen einlässt. Also einfach mal gar nichts tut. Und vielleicht auch mal versucht, nichts zu denken. Erlaubt ist aber natürlich das Streicheln, Kraulen oder Massieren des Hundes. Nach ein paar Minuten hat das schon fast etwas Meditatives und die richtige Entspannung und Stressminderung beginnt. Das ist zumindest unsere Erfahrung.

Wann, wie oft und was gibt es noch zu wissen?

Auch wenn es für viele Hundehalter nur schwer fassbar ist, so gibt es doch Hunde, die das Kontaktliegen überhaupt nicht mögen. Ein paar Welpen zeigen beispielsweise schon von Anfang an, dass Körperkontakt für sie nicht toll, sondern eher unangenehm ist. Sie weichen dem richtig aus. Auch erwachsene Hunde finden es nicht immer toll, berührt zu werden. Vor allem jene, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, können große Angst vor Körperkontakt haben. Und schlussendlich gibt es noch die sehr aktiven Hunde, die fast schon überdreht ständig Streicheleinheiten fordern, aber zu nervös und hibbelig sind, um diese auch anzunehmen und zu genießen.

Wir halten es einfach so, dass wir den Hund entscheiden lassen, wann er Kontakt haben möchte. Gut, bei unserem Hund ist das eigentlich immer der Fall, aber es gibt auch bei ihm Zeiten, wo er anscheinend besseres als das Kuscheln zu tun hat. Das akzeptieren wir vollkommen. Genauso muss der Hund aber auch akzeptieren, wenn uns mal der Sinn nicht nach Kuscheln steht – z. B. wenn er gerade nass vom Spaziergang hereinkommt. Und so lässt es sich gut miteinander leben.

Wie handhabt ihr das mit dem Kontaktliegen? Wir freuen uns über Kommentare!

Beziehung - Erziehung - Bindung: Forschung im Dienst des Mensch-Hund-Teams(*)
  • Udo Gansloßer, Kate Kitchenham
  • Herausgeber: Franckh Kosmos Verlag
  • Auflage Nr. 1 (11.06.2015)
  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten

Letzte Aktualisierung am 10.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Bildcredits: Titelbild, Bild1, Bild2

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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Ein Kommtentar

  1. dein Artikel passt haargenau zu meinem jüngsten Kommentar zum Thema Hund im Bett. Ich habe beschrieben, wie entspannt mein Hund ist, wenn er neben mir im Bett liegt und wie es mir gut tut.
    Und auch das Kontaktliegen tagsüber hat nicht nur etwas fast meditatives, nein, es IST Meditation.
    Es ist genau das im Hier und Jetzt sein das man in Meditationsübungen lernt.
    Und ich bin glücklich darüber, dass mein Hund mich gelehrt hat, wieder auf das Wesentliche zurück zu kommen. Oft ist man von seinen Gedanken und Problemen gestresst, wälzt alles hin und her und der Geist spinnt Geschichten und man ist irgendwie in einem Film gefangen.
    Und dann kommt der Hund, kuschelt sich an und man selbst kommt zur Ruhe. Der Geist hört auf, einem katastrophale Geschichten zu erzählen und man merkt: das ist das Leben, das es wert ist, gelebt zu werden. Wie hat Albert Schweitzer doch so schön gesagt: „Glück ist das Einzige was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“ Und wenn meine Fellnase mit mir kuschelt brauche ich das Glück nicht mehr zu suchen, denn ich habe es die ganze Zeit neben mir.

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