Das Krallenschneiden beim Hund - www.dogeridoo.com
Home / Pflege / Krallenschneiden beim Hund

Krallenschneiden beim Hund

Ich geb’s zu… als Devil damals bei uns einzog, stand das Thema Krallen überhaupt nicht auf meiner Informations-Liste. Krallenschneiden beim Hund kam mir gar nicht in den Sinn. Wenn ich überhaupt darüber nachdachte, dann höchstens mit dem Gedanken: „Die wetzt er sich schon beim Laufen ab“. Ja, und so lebten wir mit Devil und da nie jemand sagte, dass die Krallen zu lang sind, informierten wir uns auch nicht weiter. Später fiel uns dann aber doch irgendwann auf, dass die Krallen ganz schön lang waren. So ließen wir sie mal beim Tierarzt, mal beim Hundesalon kürzen. Aber richtig informiert hatten wir uns auch dann nicht über die Krallenpflege. Das kam erst eine ganze Zeit später.

Krallenschneiden beim Hund ist aber ehrlich gesagt auch ein blödes Thema. Man hört davon, dass „Leben“ in der Kralle ist und dass es ziemlich bluten kann, wenn man falsch schneidet. Auch sind die meisten Hunde nicht gerade erfreut über diese Art von Maniküre bzw. Pediküre. So schieben viele das Thema weit nach hinten. Ich kann es verstehen, uns ging es ja genauso. Aber auf der anderen Seite weiß ich jetzt auch ganz genau, warum Krallenpflege wichtig ist und was passieren kann, wenn man es vernachlässigt.

Krallenschneiden beim Hund – ist das wirklich nötig?

Krallenschneiden beim HundDefinitiv ja! Es mag vereinzelt Hunde geben, bei denen man wirklich nie die Krallen schneiden muss, weil sie wirklich beim Laufen abgewetzt werden. Wie ich inzwischen aus vielen Gesprächen weiß, ist das wirklich eher selten. Viel öfter passiert es, dass Hundebesitzer gar nicht wissen, dass Krallen mitunter geschnitten werden müssen, weil sie sonst wirklich Probleme verursachen können. Werden sie nicht beim Tierarzt oder irgendwo anders darauf hingewiesen, erfahren sie es erst, wenn es zu spät ist.

Wieso kann es zu spät sein? Ganz einfach: Sind die Krallen beim Hund zu lang, kann es zum einen leichter zu Verletzungen kommen, weil der Hund irgendwo hängen bleibt und sich z. B. die Krallen einreißt oder die Krallen können einwachsen. Für unsere Hunde ist das richtig schmerzhaft und es dauert oft lange, bis so eine Verletzung verheilt, weil die Pfoten halt schwer ganz sauber und trocken gehalten werden können. Zum anderen wird der natürliche Bewegungsablauf gestört. Sind die Krallen zu lang, kann der Hund nicht mehr richtig auftreten, die Pfotenhaltung ist falsch und kann Auswirkungen auf Gelenke, Rücken etc. haben.

Wie funktioniert das mit dem Krallenschneiden beim Hund?

Zuerst steht natürlich die Frage im Raum: Wie lang dürfen die Krallen beim Hund sein? Die Antwort darauf ist eigentlich ganz einfach: Wenn der Hund steht, sollten die Krallen nicht den Boden berühren. So könnte man eigentlich anschauen, wie viel von den Krallen weg sollte und das in einem Rutsch abschneiden. Doch da war ja noch die Sache mit dem „Leben“. Als Leben bezeichnet man das Hellrosane, was bei weißen Krallen zu sehen ist. Meist reicht das Leben ziemlich weit in die Kralle hinein und sorgt dafür, dass wir nicht einfach drauf los schnippeln können, denn erwischen wir das Leben, fängt es an zu bluten.

Krallenschneiden beim HundEs ist also nicht möglich, einfach ein größeres Stück Kralle abzuscheiden, sondern man muss hier wirklich Schritt für Schritt vorgehen und Millimeter für Millimeter schneiden. So nähert man sich vorsichtig dem „Leben“ an und verhindert Verletzungen. Wer jetzt denkt, dass er die Krallen nicht weit genug schneiden kann, weil das Leben so weit hinein reicht, für den gibt es eine gute Nachricht: Kürzt man die Krallen, zieht sich das Leben nach und nach zurück. So kann man nach 2 – 3 Wochen wieder zur Zange greifen und weiter kürzen.

Selbst schneiden oder ab zum Tierarzt?

Es spricht normalerweise gar nicht dagegen, das Krallenschneiden beim Hund selbst zu erledigen. Klar, für die meisten Hunde ist es nicht angenehm und somit wird es auch für uns Menschen nicht gerade zur Lieblingsaufgabe – aber beide Seiten gewöhnen sich mit der Zeit daran. Am besten ist es, wenn man sich einmal vom Tierarzt zeigen lässt, wie das funktioniert und auf was man zu achten hat, dann sollte das ziemlich schnell und problemlos möglich ist. Schwierig wird es nur dann, wenn der Hund dunkle Krallen hat – dann kann man das Leben kaum erkennen und weiß nicht, wie weit man schneiden kann. Hält man sich allerdings daran, immer nur einen Millimeter weg zu nehmen, kann auch hier nichts passieren.

Als Werkzeug eignet sich eine herkömmliche Krallenzange – bei kleinen Hunden kann man oft auch eine Krallenschere benutzen. Viele Krallenzangen verfügen über Sicherheitsvorrichtungen, die es einem leichter machen. Zum einen ist meist an den Zangen selbst ein Schutz vorhanden, der dafür sorgt, dass man nur wenig abschneiden kann. Zum anderen gibt es Vorrichtungen, die dafür sorgen, dass die Zange nicht unkontrolliert aufschnappt und somit zu Verletzungen führen kann. Aber Vorsicht: Bitte nicht auf die Sicherheitsvorkehrungen verlassen. Wir haben selbst erlebt, dass die Zange trotzdem aufschnappt und da Hunde ihre neugierigen Nasen gern überall dazwischen stecken, geht das mit den Verletzungen schneller, als man glaubt.

Krallenschneiden beim HundNoch dazu gibt es inzwischen Feilen (manuell oder auch elektrisch), die bei der Krallenpflege unterstützen. Diese haben wir noch nicht ausprobiert, da unser Devil das überhaupt nicht mag. Ich hab jedoch schon oft gelesen, dass man auch damit die Krallen sehr gut kürzen kann.

Extra-Tipp: Wenn Dein Hund nicht gerade begeistert ist vom Krallenschneiden, dann hol Dir eine zweite Person zur Hilfe dazu, die den Hund ablenkt oder zumindest dafür sorgt, dass er den Kopf halbwegs still hält und nicht ständig mit der Schnauze an die Pfoten geht. Das erleichtert das Schneiden ungemein. Und natürlich ist es auch hilfreich, immer genügend Leckerchen zur Hand zu haben, mit denen man den Hund belohnen kann.

Wie ist es bei Dir? Schneidest Du die Krallen selbst und hast noch einen guten Tipp? Dann freuen wir uns auf Deinen Kommentar!

Medical Training für Hunde: Körperpflege und Tierarzt-Behandlungen vertrauensvoll meistern (Cadmos Hundepraxis)(*)
  • Anna Oblasser-Mirtl, Barbara Glatz
  • Herausgeber: Cadmos Verlag
  • Taschenbuch: 96 Seiten

Letzte Aktualisierung am 26.09.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Bildcredits: Titelbild und Bild1 von Lily_Blossom, Bild2 von Hans, Bild3 von Snufkin

(*) Hinweis: Dieser Artikel enthält Provisionslinks (Affiliatelinks), die auch als solche gekennzeichnet sind. Wird über einen solchen Link ein Produkt geordert, erhält dogeridoo vom Verkäufer eine Provision. Für Dich als Käufer entstehen dabei keine Mehrkosten oder andere Nachteile.

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

Vielleicht interessiert Dich

Ohrenpflege

Ohrenpflege beugt Entzündungen vor

Ohrenpflege gehört zu den Dingen, die bei Hunden oftmals unterschätzt werden. Für uns Menschen ist …

5 Kommentare

  1. Toller Artikel, vielen Dank dafür. Ich habe auch immer Angst, zuviel zu schneiden. Daher haben wir eine elektrische Feile geholt, die extra für Hundekrallen gemacht wurde. Unsere Fellnasen haben sich schon daran gewöhnt und lassen sich ganz gut die Krallen feilen 🙂
    Ich guck auch immer, dass danach die Krallen den Boden nicht mehr berühren.
    LG

  2. Ich kann ein Krallenschleifgerät wirklich sehr, sehr empfehlen. Bella ist auch kein großer Fan vom Krallenschneiden, aber mit der Kombination aus Schere und elektrischer Feile fahren wir derzeit sehr gut.

    Die Feile ist außerdem praktisch, um – falls das denn vorkommt – abgeplatzte Krallenstücke kantenfrei zu entfernen.

    An das Geräusch der elektrischen Feile muss man den Hund natürlich auch erst mal gewöhnen und Bella hat Tage, an denen sie es nicht leiden kann, sodass ich doch zur Krallenschere greife. An solchen Tagen nehme ich ab und zu aber auch einfach eine Glasfeile, die eigentlich für Menschennägel gedacht ist. Die sind nämlich stabil genug für Hundekrallen 🙂

    • Ich glaub, das Geräusch allein ist bei Devil nicht das Problem, auch das „Vibrieren“ mag er nicht. 🙁 Wir müssen wohl weiter mit der Zange kämpfen

  3. Wir machen das ganz einfach mit einer stinknormalen Glaspfeile auf Handbetrieb.
    Es dauert etwas langer, geht aber ganz gut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.