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Kupierte Hunde – Großes Leid nur fürs Aussehen

Kupierte Hunde sind für viele ganz normal. Das Kupieren des Hundes ist als eine Art Schönheitsoperation anzusehen. Nur leider kann hier der Patient nicht selbst entscheiden, ob er sein Aussehen verändern und mit den Folgen leben möchte. Diese Entscheidung treffen Menschen. Und eben diese Menschen entscheiden sich dafür, dass dem Hund Leid widerfährt. Nur weil der Hund einem ästhetischen Standard entsprechen soll, wird er wirklich heftigen Operationen unterzogen, die nicht nur sein Aussehen, sondern auch sein Leben im Allgemeinen beeinflussen. Und der Mensch macht sich anscheinend darüber keine Gedanken, denn sonst würde es doch keiner tun, oder?

Mal ein kleiner Blick in die Praxis des Kupierens: Werden beim Hund die Ohren kupiert, also soll mit einer Operation erreicht werden, dass die Ohren aufgerichtet bleiben, wird das oft im Welpenalter von 8 bis 12 Wochen durchgeführt. Und fest steht: Das Aufrichten der Ohren ist für Hunde unsagbar schmerzhaft und gerade im Welpenalter, wo eigentlich nur Schönes erlebt werden sollte, wird der Hund diesem Schmerz ausgesetzt. Kein Wunder, dass es auch psychische Auswirkungen auf den Hund hat.

Kupierte HundeBeim Kupieren der Rute läuft es nicht viel besser. Oftmals wird den Welpen hierbei schon wenige Tage nach der Geburt die Rute amputiert und es müssen sogar einige Wirbel bei der Operation entfernt werden. Welche Schmerzen die Hunde dabei erleiden, möchte man sich als Hundefreund gar nicht vorstellen. Und wieder passiert das in einem Alter, in dem Welpen nichts als Liebe kennen lernen sollten. Welches Trauma entsteht, wenn die ersten Wochen durch Schmerzen geprägt sind, mag man sich gar nicht vorstellen.

Kupierte Hunde leiden ein Leben lang

Wie schon erwähnt, wird das Kupieren im Welpenalter durchgeführt und es entstehen garantiert Traumata beim Hund durch die Schmerzen, die er erleiden musste. Diese Traumata können sich später auf unterschiedliche Art und Weise auswirken und es ist nicht absehbar, wie der jeweilige Hund mit diesem Eingriff klar kommt. Jedoch ist das nicht das einzige Problem, das durchs Kupieren entsteht.

Bedenkt man, dass die Kommunikation von Hunden in vielen Bereichen über die Rute und die Ohren läuft, kann man sich auch schnell ausmalen, zu welchen Problemen es kommen kann. Sind die Ohren kupiert und somit ständig aufgerichtet, werden vollkommen falsche und auch widersprüchliche Signale ausgesendet. Und eine Rute, mit der nicht mehr gewedelt oder die bei Angst auch nicht eingezogen werden kann, trägt auch nicht gerade zu einer guten Kommunikation unter Hunden bei. Nicht zu verschweigen: Das Kupieren bewirkt einen gestörten Gleichgewichtssinn beim Hund – ein Leiden, dass ihn sein Leben lang begleiten wird.

Wo kommen die kupierten Hunde her?

kupierte HundeObwohl das Kupieren in Deutschland nur in wenigen Ausnahmen erlaubt ist, findet man doch sehr viele kupierte Hunde auf den Straßen und Hundeplätzen. Da stellt sich natürlich die Frage, wo die alle herkommen? Einige dieser Hunde werden sicherlich aus dem Ausland geholt. Neben Deutschland verbieten auch die Schweiz und Österreich diesen Eingriff bei Hunden, weitere Nachbarländer sehen es allerdings nicht unbedingt als Tierquälerei an. Da darf also noch kupiert werden und die Welpen werden dann bei uns verkauft. Aber können alle kupierten Hunde aus dem Ausland kommen?

Diese Frage beschäftigt uns dann doch – und es ist leider anzunehmen, dass das nicht der Fall ist. Sicherlich gibt es auch hier bei uns Tierärzte, die sich über das Tierschutzgesetz hinweg setzen und diesen Eingriff vornehmen, wenn er erwünscht ist. Dieser Wunsch kommt natürlich auch von Züchtern der jeweiligen Rasse. Deshalb an dieser Stelle ein Appell an alle Welpenkäufer: Bitte unterstützt diese Tierquälerei nicht und verzichtet auf den Kauf von kupierten Welpen!

Bildcredits: Titelbild von Skeeze, Bild1 von BlueFlamingo, Bild2 von Alexas_Fotos

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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4 Kommentare

  1. Hallo! Ich sage,wer Hunde den Schwanz oder Ohren kupiert,( oder kupieren lässt ) der ist für mich ein Tierquäler und gehört ordentlich dafür bestraft.Leider ist ein Tier immer noch nach Gesetz eine „Sache“,also sind die Strafen fürs kopieren gleich null.Ich wüsste allerdings schon,was ich mit so einen Menschen tun würde.Nähmlich auch zur Schere greifen und…………… aber das darf man ja nicht sagen.Egal,meine Meinung hab ich immer noch jeden gesagt und sei es nur,das ich sehe,das einer oder eine sein Tier nicht gut behandelt.Da bin ich schon einige Male mit Tierhalter zusammengekracht.Und das Kapitel Kupieren ist sowieso ein Reizthema für mich.Hoffentlich werden die Leute klüger und lassen ihr Tier so,wie es geboren wurde.Denn nichts ist schöner,als von der Natur geschaffen.

    • Ja Monika, es ist wirklich schlimm, was den Hunden da angetan wird. Man stelle sich mal Nelly oder Devil ohne ihre Rute vor?… Hoffe, wir sehen uns bald mal wieder.

  2. Hallo Nicole,
    ein sehr schöner Artikel.

    Ich habe zum Glück schon länger keinen Hund mit Kupierung mehr gesehen, aber wie du schreibst scheint es diese Praxis in anderen Gegenden in Deutschland noch vermehrt zu geben. 🙁

    • Schön Katharina, dass es anscheinend schon Ecken gibt, in denen diese Quälerei nicht mehr dem Standard entspricht. Ich hoffe sehr, dass sich das immer mehr ausweitet und kein Hund weiter auf diese Weise gequält wird

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