Mensch-Hund-Bindung: Mit Kommunikation zum Team
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Mensch-Hund-Bindung: Mit Kommunikation zum Team

Der Hund wird oft als bester Freund des Menschen bezeichnet und wir können uns sicher sein, dass der Hund alles dafür tut, damit es auch wirklich so ist. Aber sind wir umgedreht auch gleichzeitig der beste Freund unserer Hunde? Wir wünschen uns das, verwöhnen unsere Hunde und sind der Meinung, wirklich alles für eine starke Bindung zu tun. Aber leider ist es manchmal auch wirklich nur ein Wunschdenken, denn in Wirklichkeit machen wir es unseren Hunden schwer, uns zu verstehen und verhindern damit eine starke Bindung.

Kennst Du diese Mensch-Hund-Teams, die wirken, als wären sie zusammen auf die Welt gekommen und durchs Leben gegangen? Sie scheinen sich blind zu verstehen, der Hund wirkt entspannt, super erzogen und überhaupt herrscht so eine Harmonie zwischen Hund und Halter, das man fast neidisch werden kann. Viele wünschen sich bei diesem Anblick, selbst eine solche Bindung zum Hund zu haben und wühlen anschließend in Erziehungsratgebern, wie man das trainieren kann.

Training ist eine Unterstützung, aber nie die einzige Lösung

Das Geheimnis solcher Teams, bei denen die Bindung so offensichtlich sichtbar ist, liegt aber nicht allein in Trainingsmaßnahmen. Natürlich, ein gemeinsames Training kann die Bindung stärken, aber es wird nie allein dafür verantwortlich sein, dass man sich blind versteht. Bindung beruht nämlich, wie so vieles, in erster Linie auf ein gegenseitiges Verstehen und auf Kommunikation. Und mit Kommunikation ist nicht das Erteilen von Befehlen gemeint, sondern viel mehr das, was wir unseren Hunden ohne Worte vermitteln.

Menschen und Hunden können ein tolles Team werden, wenn die Kommunikation stimmtUnd, Du hast es sicherlich schon geahnt: Bindung aufbauen, passiert nicht einfach nebenbei. Vielmehr ist es gerade für uns Menschen Arbeit, während unsere Hunde das eigentlich spielend meistern würden, wenn wir sie nicht immer durch unsere missverständliche Kommunikation und unser Verhalten so verwirren würden. Missverständnisse sind hier an der Tagesordnung und sorgen dafür, dass der Hund geradezu verunsichert ist und nicht versteht, warum er vielleicht in bestimmten Situationen ausgeschimpft wird, obwohl er nach seinem Empfinden doch alles richtig gemacht hat.

Wir Menschen denken dann oft: Mein Hund hört einfach nicht auf mich! Der nächste Schritt ist dann oft das Training und wir versprechen uns davon, dem Hund beizubringen, was wir uns von ihm wünschen. Viel richtiger wäre es allerdings, wenn wir an uns arbeiten. Und zwar daran, die Signale unserer Hunde zu erkennen und zu deuten.

Kommunikation ist Arbeit

Hunde senden uns stetig ganz genaue Signale und teilen uns dabei mit, was in ihnen vorgeht. Sie werfen uns Blicke zu, arbeiten extrem viel mit ihrer Körpersprache und selbst die Art, wie sie bellen, sagt sehr viel aus. Das alles zu verstehen, ist für uns Menschen nicht einfach. Aber wollen wir ein harmonisches Zusammenleben mit unserem Hund, möchten wir ein gutes Team sein und eine starke Bindung haben, dann ist es einfach unser Job, diese Aufgabe in Angriff zu nehmen. Der Hund seinerseits versucht auch ständig uns zu verstehen, herauszufinden, was wir von ihm erwarten – und er versucht uns zu gefallen.

Die Kommunikation mit dem Hund zu erlernen ist ein bisschen wie das Erlernen einer Fremdsprache. Nur das wir hier keine Vokabeln lernen, sondern viel mehr Gestik und Mimik studieren. Dazu beobachten wir den Hund genau, schauen hin, wie er sich in bestimmten Situationen verhält, wie sich seine Mimik verändert, wenn er sich freut, unsicher ist oder mit irgendwas total unzufrieden ist. Und jeder, der seinen Hund auf diese Weise ganz genau beobachtet, ist immer wieder erstaunt darüber, wie vielfältig der Hund kommuniziert.

Und was hat das jetzt mit Bindung zu tun?

Jetzt wissen wir also: Wir müssen etwas tun, um unseren Hund zu verstehen. Wir müssen seine Art der Kommunikation verstehen, seine Gesten und seine Mimik richtig interpretieren. Aber wie soll uns das bei der Bindung weiterhelfen? Ganz einfach: Verstehen wir, was der Hund uns sagen möchte, können auch wir die richtigen Signale zur richtigen Zeit geben und somit klar kommunizieren. Das nimmt dem Hund die Unsicherheit, zeigt ihm, dass wir nicht unbedacht etwas von ihm verlangen und dass es richtig Spaß machen kann, unseren Anweisungen zu folgen.

Verständnis und Kommunikation sind die Voraussetzungen für eine starke BindungEin gutes Beispiel dafür ist immer der Rückruf. Wir Menschen meinen, unser Hund muss immer, ständig und zu jeder Zeit sofort auf unseren Rückruf reagieren. Ist das nicht der Fall, wird geschimpft. Und funktioniert es, nehmen wir es selbstgefällig hin und sehen es als Selbstverständlichkeit an. Für unseren Hund ist das allerdings keine Selbstverständlichkeit. Er versteht oftmals nicht, warum wir ihn rufen – und noch weniger versteht er es, wenn auf den Rückruf nichts weiter folgt oder er im schlimmsten Fall ausgeschimpft wird, weil er erst auf den dritten oder vierten Ruf reagiert hat.

Deshalb ist es wichtig, Dinge wie den Rückruf (der schließlich auch vor Gefahr schützen soll), für den Hund so toll wie möglich zu gestalten. Anstatt laut zu werden, einen Befehlston anzuschlagen und auch in unserer Haltung Dominanz auszudrücken, ist es besser, dem Hund entgegen zu kommen. Damit ist gemeint, das wir ihm im übertragenen Sinne ein Stück weit entgegen kommen. Wir können uns beispielsweise hin hocken, so dass wir mit ihm auf einer Höhe sind, und wir können mit hoher, freundlicher Stimme nach ihm rufen, darauf reagieren Hunde genauso positiv wie auch Babys.

Und reagiert der Hund auf den Rückruf, dürfen und sollten wir ihn auch dafür belohnen. Am Anfang sind vielleicht Leckerlies ein guter Anreiz, aber auch ein Spiel, ein Knuddeln oder ein überschwängliches Lob macht dem Hund Freude. Der Hund muss wissen, dass es sich lohnt, dem Rückruf zu folgen und dass es immer absolut toll ist, wenn er zu Frauchen/Herrchen kommt – denn da gibt es etwas Leckeres oder einfach Spaß. Mit der Zeit ist es dann nicht mehr notwendig, jederzeit eine Party zu veranstalten, wenn der Hund zurück kommt, aber ein kurzes verbales Lob wie ‚fein‘, ’super‘ etc. ist doch immer drin, oder?

Fazit

Der Weg zu einer engen Mensch-Hund-Bindung lässt sich nicht in ein paar Tagen gehen. Er braucht Zeit und er wird nicht immer gradlinig sein. Viel mehr werden wir uns oftmals verlaufen, anstrengende Strecken zurücklegen müssen und vielleicht auch irgendwann bemerken, dass wir ein paar Schritte zurück statt voran gemacht haben. Auf diesem Weg gibt es viel Arbeit zu erledigen. Wir müssen unseren Hund beobachten, lernen, seine Gestik und Mimik richtig zu deuten und ihm zur richtigen Zeit die richtigen Signale geben.

Mit jedem kleinen Fortschritt, den wir hier machen, mit jedem Signal, dass wir richtig aussenden und das somit vom Hund auch richtig verstanden wird, stärken wir die Bindung und kommen unserem Ziel näher. Und das Ziel besteht darin, einfach ein tolles Team zu sein, dass sich ohne Worte versteht und indem man sich jederzeit auf den Hund verlassen kann. Was aber noch viel wichtiger ist: Der Hund muss spüren, dass er sich jederzeit auf uns verlassen kann. Es lohnt sich, jeden Tag wieder auf dieses Ziel hinzuarbeiten und jeder einzelne Schritt nach vorn kann gemeinsam gefeiert werden.

Hund & Mensch: Das Geheimnis unserer Seelenverwandtschaft(*)
  • Kurt Kotrschal
  • Herausgeber: Brandstätter Verlag
  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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