Mobbing unter Hunden - dogeridoo

Mobbing unter Hunden

Mobbing ist eine sehr unschöne Sache – und wer schon einmal Mobbing-Opfer war, der weiß auch, dass man diesen Angriff auf die eigene Person nicht so einfach beiseite schieben kann. Es verletzt und kann dafür sorgen, dass man sich am liebsten nur noch zu Hause verstecken möchte und anderen Personen sehr misstrauisch gegenüber tritt. Nun könnte man meinen, dass Mobbing eine (unschöne) menschliche Eigenschaft ist. Leider ist das aber nicht so. Auch unsere Hunde, die ja eigentlich sehr soziale Wesen sind, kennen das Mobben und auch bei ihnen kommt es häufiger vor, als es uns lieb ist.

Spiele auf der Hundewiese können für Hund und Halter eine tolle Zeit sein, wenn es fair zugehtEigentlich war es ein richtig schöner Nachmittag auf der Hundewiese. Die Sonne schien und die Hunde tobten ausgelassen herum, während sich die Hundehalter zu einem kleinen Plausch trafen. Auch Nadine war mit ihrer Terrier-Hündin Sunny mit dabei, wie schon so oft. In der einen Minute wirkte alles noch richtig harmonisch und die Hunde schienen alle gut miteinander klar zu kommen. In der nächsten Minute jedoch fand sich Sunny plötzlich als Ziel der Hundemeute wieder und wurde über den Platz gejagt und auch immer wieder über den Haufen gerannt.

Nadine war natürlich sofort alamiert, wollte ihre Hündin aus der Meute heraus holen, ließ sich allerdings verunsichern: „Das sind doch Hunde, die spielen nur und klären, wer der Chef ist. Lass sie nur, dass machen sie schon untereinander aus„, vermeldete einer der anderen Hundebesitzer. Als sich Sunny jedoch winselnd zwischen Nadines Beine drängte, wusste sie, es ist an der Zeit zu gehen, denn Sunny wurde hier definitiv gemobbt.

Mobbing ist kein Spiel

Viel zu viele Menschen wissen nicht, dass Mobbing unter Hunden keine Seltenheit ist. Und sie wissen nicht, dass das gemeinsame drangsalieren eines Hundes von einer Gruppe eine wirklich ernste Angelegenheit ist – und kein Spiel. Der Rat, dass die Hunde es doch untereinander regeln, ist hier Fehl am Platz, denn meist sind die Hunde körperlich und auch vom Charakter her sehr unterschiedlich und so würde immer einer verlieren. Besonders dann, wenn sich mehrere Hunde gegen einen verbünden.

Bei Hundebegegnungen, egal wo sie stattfinden, sollte der Spaß im Vordergrund stehen und wir Menschen freuen uns auch, wenn wir die Hunde bei ihrem Spiel beobachten können. Ein Spiel ist allerdings eine soziale Handlung, es ist ausgeglichen und die Aktionen werden mal von einem, dann wieder vom anderen Hund ausgeführt. Sieht man allerdings, dass mehrere Hunde immer wieder nur einem hinterher laufen, ihn umlaufen, in die Ecke drängen etc., dann ist es kein Spiel mehr, sondern Mobbing in Reinform.

Was tun, wenn ein Hund gemobbt wird?

Der Hund sollte jederzeit Schutz bei seinem Menschen finden und spüren, dass dieser für ihn da istKommt es zu einer Situation, in der ein Hund gemobbt wird, sind alle Halter der beteiligten Hunde gefragt. Die Gruppe sollte schnell aufgelöst werden, in dem jeder seinen Hund zu sich ruft und dafür sorgt, dass der Hund langsam wieder runter kommt. Oft fällt das Abrufen in so einer Situation allerdings nicht leicht, denn die Hundegemüter sind erhitzt und damit die Ohren auch nicht selten auf Durchzug gestellt. Der gemobbte Hund sollte deshalb auch aktiv durch ein Eingreifen vom Halter aus der Situation geholt werden, um auch dem Hund zu zeigen, dass der Mensch für ihn da ist und ihn schützt.

Auch die anderen Hundehalter sollten sich dann an der Auflösung der Situation beteiligen und eingreifen, um ihre Hunde zu sich zu holen. Es ist wichtig, dass den Hunden, die das Mobbing betreiben, ruhig aber auch eindrücklich gezeigt wird: Das erlaube ich nicht, deshalb setze ich dem jetzt ein Ende. Tut man es nicht, ist es ähnlich wie beim Jagdtrieb des Hundes: Er hat einfach Spaß bei der Sache und allein dadurch wird er schon in seinem Verhalten bestätigt und speichert es als (positive) Lernerfahrung ab.

Warum mobben Hunde eigentlich und was sind die Folgen?

Warum Hunde mobben, kann verschiedene Gründe haben – ähnlich wie bei uns Menschen. Einige Hunde wollen damit ihre eigene Schwäche überspielen und stacheln daher andere Hunde dazu an, gemeinsam auf einen einzelnen zu gehen. Andere sind von Haus aus eher Rabauken und durch die Gruppen-Dynamik passen andere Hunde ihr Verhalten darauf an. Und schlussendlich kann ein Hund irgendwo mal erlebt haben: Mobbing macht Spaß, da kann ich richtig Dampf ablassen. Weiß er das, wird er eine solche Situation gern wieder initiieren.

Für den Hund, der gemobbt wird, ist ein solches Erlebnis natürlich alles andere als schön. Neben den körperlichen Gefahren (Verletzungen durchs Überrennen etc.), sind auch die psychischen Folgen nicht zu unterschätzen. Findet der Hund in einer Mobbing-Situation keine Sicherheit bei seinem Menschen, kann das Vertrauen geschwächt werden. Auch kann der Hund zukünftig viel misstrauischer bei Hundebegegnungen werden und entweder angstvoll oder auch aggressiv reagieren. Schließlich möchte er nicht wieder in die Opferrolle gelangen.

Es ist also wichtig, beim Spiel den Hund zu beobachten und zu erkennen, wann aus dem Spiel Ernst wird und der Hund sich einfach unwohl fühlt. Spätestens dann ist ein Eingreifen gefragt. Auch wenn der eigene Hund anfängt zu mobben, sollte man ihm das keineswegs durchgehen lassen.

Hast Du schon Erfahrungen mit Mobbing unter Hunden gemacht? Wie hast Du reagiert?

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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