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Ohrenpflege beugt Entzündungen vor

Ohrenpflege gehört zu den Dingen, die bei Hunden oftmals unterschätzt werden. Für uns Menschen ist es ganz normal, dass wir uns die Ohren auswischen, aber bei Hunden? Haben die überhaupt Ohrenschmalz? Ja, auch Hunde produzieren Ohrenschmalz und normalerweise stellt er kein Problem dar, sondern fällt einfach heraus. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel und neben Ohrenschmalz können sich auch noch Schmutz, Grassamen und einiges anderes im Gehörgang festsetzen. Wird dann das Ohr nicht gesäubert, kann es zu unangenehmen Entzündungen kommen.

Ohrenpflege: aus Erfahrung wird man schlau

Ohrenpflege beim HundUnser kleiner Wirbelwind war etwa 1,5 Jahre alt, als er eines nachts wie verrückt seinen Kopf schüttelte. Er ließ sich gar nicht beruhigen und da an Schlaf nicht mehr zu denken war, ging ich mit ihm ins Wohnzimmer und war recht verzweifelt. Was hatte Devil nur? War es ein neurologisches Problem, das ihn plagte? Voller Panik griff ich zum Laptop und begann zu suchen – und fand auch schnell eine mögliche Diagnose: Ohrenentzündung!

Ein Blick ins rechte Ohr zeigte ein paar Verschmutzungen, aber nichts Schlimmes. Das linke Ohr hingegen war sehr stark gerötet und hatte dunkle Belege in der Ohrmuschel. Darüber hinaus schlug mir ein unangenehmer Geruch entgegen und bestätigte meinen Verdacht. Mit einem feuchten Tuch wischte ich dann vorsichtig ein wenig des Belags heraus und verschaffte Devil damit auch etwas Linderung. Wir konnten irgendwann schlafen und am nächsten Morgen ging es natürlich direkt zum Tierarzt.

Schlappohren brauchen mehr Ohrenpflege

Was ich damals nicht wusste: Hunde mit Schlappohren oder auch solche, die geknickte Ohren oder eine Menge Haare im Gehörgang haben, brauchen mitunter mehr Pflege als andere. Eigentlich ist das ja auch ganz logisch, denn bei ihnen kann der alltägliche Schmutz nicht so leicht hinausfallen. Und gerade bei Schlappohren bzw. Hängeohren, wie sie ja auch unser Cavalier King Charles Spaniel hat, herrscht darüber hinaus natürlich auch noch ein wärmeres Klima, da kaum Belüftung möglich ist. Da kann aus einem bisschen Schmutz schnell ein Nährboden für Entzündungen werden.

Vorbeugen kann man diesen Entzündungen, indem man die Ohren des Hundes regelmäßig auf Verschmutzungen kontrolliert. Wir haben uns damals eingehend informiert und auch mit dem Tierarzt darüber beraten, ob wir vorsorglich die Hundeohren regelmäßig säubern sollten. Allerdings haben wir uns dagegen entschieden und reinigen nur dann, wenn es nötig ist. Sieht alles gut aus (das prüfen wir immer mal wieder zwischendurch), belassen wir es auch dabei.

Merkmale für gesunde und saubere Ohren sind übrigens:

  • rosafarbene Ohrmuschel
  • keine sichtbaren Belege
  • kein unangenehmer Geruch

Die richtige Ohrenpflege bei Verschmutzungen

OhrenpflegeUnd was ist, wenn die Ohren verdreckt sind? Unser kleiner Teufel ist nie sehr begeistert davon, wenn wir ihm im Ohr rumfummeln. Aus diesem Grund haben wir vieles ausprobiert und geschaut, was wirksam ist und nicht zu viel Stress verursacht. Gleich aus dem Rennen waren Ohrreinigungstropfen. In der Zeit, in der Devil Ohrentropfen wegen der Entzündung bekommen musste, war höllisch. Er hasste es und zwei Leute waren beinahe nicht genug zum Eintropfen. Bei Hunden, die es sich gefallen lassen, sind die Reinigungstropfen allerdings praktisch. Ein oder zwei Tropfen ins Ohr und danach ein bisschen das Ohr massieren – mehr ist nicht notwendig. Der Schmutz löst sich dann und fällt von allein heraus.

Neben den Tropfen wird im Fachhandel auch Reinigungslösung angeboten. Wir haben verschiedene getestet und sie auf ein Papiertuch gegeben, mit dem wir dann das Ohr auswischten. Ganz ehrlich? Wir konnten nicht feststellen, dass diese Lösungen mehr reinigten, als ein mit Wasser angefeuchtetes Tuch. Und so ist wohl auch schon erkennbar, wie wir inzwischen die Ohren reinigen, wenn es nötig ist: Papier-Taschentuch etwas anfeuchten , über den Finger legen und Ohrmuschel auswischen. Das reicht hier bei uns völlig aus.

Abzuraten ist natürlich dringend von Wattestäbchen. Sie können, wie auch bei uns Menschen, im besten Fall den Schmutz weiter in den Gehörgang schieben und ihn dort festdrücken. Im schlimmsten Fall jedoch zuckt der Hund nur mal kurz und man verletzt ihn mit den Stäbchen im Ohr. Das geht verdammt schnell – also Finger weg davon!

Bei Ohrenentzündungen schnell reagieren

OhrenpflegenUnd was ist, wenn es zur Ohrenentzündung gekommen ist? Dann gilt es, schnell zu reagieren und schon bei den ersten Anzeichen zum Tierarzt zu gehen. So eine Entzündung ist wirklich unangenehm und oft sehr schmerzhaft für den Hund. Und je länger sie besteht, desto stärker schwillt auch der Gehörgang zu, was eine Behandlung dann noch schwieriger gestaltet, als sie wahrscheinlich eh schon sein wird.

Beim Tierarzt wird es dann sicherlich Ohrentropfen geben, die dem Hund zu verabreichen sind. Achtet bitte darauf, dass ihr sie wirklich so lange gebt, bis das Ohr zu 100 Prozent in Ordnung ist. Wir haben beim ersten Mal zu früh mit dem Tropfen aufgehört und hatten dann wirklich unsere liebe Müh, bis die Entzündung ganz abgeklungen war.

Darüber hinaus sollte natürlich auch darauf geachtet werden, dass der Hund sich nicht übermäßig am Ohr kratzt. Natürlich juckt es ihn dort auch wegen der Entzündung bzw. er wird probieren, irgendwas gegen die Schmerzen zu machen. Bei Devil war es ein oder zwei Tage so schlimm mit dem Kratzen, dass wir ihm einen Halskragen aufgesetzt haben. Ansonsten hätte er sich wohl nur noch mehr verletzt und die Heilung hätte noch länger gedauert.

Hast Du bei Deinem Hund schon Erfahrungen mit der Ohrenpflege? Was funktioniert bei euch besonders gut?

Bildcredits: StockUnlimited

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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