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Pudel sorgen immer für Überraschungen

Pudel? Das sind doch diese langweiligen Oma-Hunde, die immer mit unmöglichen Frisuren herum laufen und nicht wirklich als Hund durchgehen. So dachte ich lange. Auch wenn ich sonst eigentlich stolz darauf bin, nicht ständig in Schubladen zu denken, so bin ich hier doch voll in die Falle getappt und war voller Vorurteile. Und dann lernten wir bei einer Gassi-Runde eine süße Pudel-Dame in Apricot kennen, die nicht nur richtig hübsch war, sondern sich nichts Schöneres vorstellen konnte, als stundenlang Bälle zu apportieren. Die Kleine hatte richtig Pfeffer im Hintern und war alles, bloß nicht langweilig. Das war dann für mich der Punkt, an dem ich mich einmal näher mit der Rasse auseinander gesetzt habe.

Dass Pudel in den Köpfen vieler Menschen vollkommen falsch eingeschätzt würden ist wirklich schade – und es ist etwas, was man einigen Pudel-Haltern anlasten müsste. Wenn ich sehe, wie Pudel mit den unmöglichsten Frisuren als Status-Objekt durch die Fußgängerzone geführt werden oder sogar ihr Fell in verschiedenen Farben eingefärbt wird, wird mir jedes Mal ganz anders. Da darf der Pudel einfach nicht mehr Hund sein. Abseits davon ist der Pudel jedoch ein ganz toller Hund, der Herzen im Sturm erobert und seinen Menschen sehr viel zu geben hat.

Die Geschichte des Pudels

PudelAuch wenn wir es uns heute nur noch schwer vorstellen können: Der Pudel war ursprünglich ein Jagdhund, der auf die Wasserjagd spezialisiert war. Davon leitet sich wahrscheinlich auch sein Name ab, denn das altdeutsche Wort „puddeln“ bedeutet so viel wie „im Wasser planschen“. Es gibt darüber hinaus Gerüchte, dass Pudel sogar mal als Hütehunde eingesetzt wurden, aber das konnte bisher noch nicht bewiesen werden. Fakt ist jedoch, dass das Fell des Pudels und auch das Scheren dieses Fells früher absolut seine Berechtigung hatte, denn so blieben Lunge und Herz unter dem dichten Fell warm, während für eine bessere Beweglichkeit der hintere Teil des Körper geschoren wurde.

Als der Pudel beliebter wurde, wurde auch der Stil der Schur geändert und so kam es irgendwann zu den oft grenzwertigen Frisuren, die wir heute sehen können. Doch bis dahin war es natürlich ein langer Weg. Im Mittelalter war der Pudel schon nicht mehr nur Jagdhund. Während er in England noch sehr lange als Begleiter für die Entenjagd eingesetzt wurde, war er in den Adelskreisen anderer europäischen Länder schon bald als Begleithund sehr gefragt. Die Zucht des Pudels nach einem festgelegten Standard begann aber erst ums Jahr 1900 herum. Damals gab es den Großpudel und den Kleinpudel in drei verschiedenen Farben. Der Zwergpudel kam dann um 1930 hinzu und den Toypudel gibt es seit den 90er Jahren. Im Gegensatz zu anderen Rassen wurden hier jedoch keine anderen Rassen eingekreuzt, um „Variationen“ zu erhalten, sondern man verwendete beispielsweise nur sehr kleine Exemplare, um Zwergpudel zu züchten.

Der Pudel überrascht mit seiner Art

Wer wie ich seine Vorurteile gegenüber Pudeln hat bzw. hatte, der wird erstaunt sein, wie vielfältig diese Hunde sind – und wie liebenswert! Im Rassestandard wird der Pudel mit den Merkmalen „Treue, Gelehrigkeit und Ausbildungsfähigkeit“ beschrieben. Das trifft es zwar gut, hört sich allerdings nicht gerade schön an. Viel besser ist es, wenn man es mit eigenen Worten beschreibt. Pudel sind wirklich tolle Hunde, die überaus anpassungsfähig sind. Sie lieben ihre Menschen und tun alles, um ihnen zu gefallen. Da sie heute über so gut wie keinen Jagdtrieb mehr verfügen und dazu noch sehr intelligent sind, lassen sie sich relativ einfach erziehen und sind danach der ideale Begleiter für nahezu jeden Hundefreund.

Pudel lieben es, beschäftigt zu werden. Aus ihrer Jagdhunde-Zeit ist der Spaß am Apportieren geblieben und man kann sie damit wunderbar auslasten. Aber auch verschiedene Hundesportarten liegen genau auf der Wellenlänge des Pudels und sie zeichnen sich dabei durch viel Spaß am Sport und Ausdauer aus. Bis ins hohe Alter (Pudel werden oft bis zu 17 Jahre alt), sind sie gern aktiv, lieben es zu spielen und neue Dinge zu lernen. Menschen gegenüber sind sie genauso freundlich und aufgeschlossen wie auch bei anderen Artgenossen. Somit ist der Pudel der ideale Hund für alle, die aktiv sind, gerne unterwegs sind und dabei einen treuen Freund an ihrer Seite haben möchten.

Pudel brauchen Pflege

PudelÜber eines muss man sich jedoch bewusst sein, wenn man sich für einen Pudel entscheidet: Die Fellpflege ist überaus wichtig! Das lockige, dichte Fell des Pudels muss regelmäßig geschoren werden, da es ansonsten verfilzt. Und da ein Pudel keine Haare verliert (was für viele der Grund ist, sich für diese Rasse zu entscheiden), bleiben abgestorbene Haare im Fell hängen. Da ist es natürlich wichtig, den Hund von diesen losen Haaren auch zu befreien. Man sollte sich also bewusst sein, dass spätestens alle zwei Monate ein Besuch im Hunde-Salon angesagt ist, wenn man nicht selbst zur Schermaschine greifen will oder kann.

Ansonsten gehört der Pudel zu den wohl robustesten Hunderassen. Gerade Klein- und Zwergpudel werden meist 16 bis 18 Jahre alt, ohne mit vielen Wehwehchen belegt zu sein. Hier und da hört man von Augenkrankheiten und bei Zwergpudeln kommt es auch ab und an zur Patella Luxation. Jedoch sind diese Krankheiten nichts, mit dem man unbedingt rechnen muss, wenn man sich für die Rasse entscheidet.

Passt ein Pudel zu Dir?

Definitiv – der Pudel passt eigentlich zu jedem, nicht zuletzt wegen seiner großen Anpassungsfähigkeit. Wer sportlich und aktiv ist, findet im Pudel einen Partner. Wer es lieber ruhiger mag und eher Spaziergänge und Spielstunden bevorzugt, wird ebenso mit einem Pudel glücklich werden. In Familien ist er ein toller Freund und Spielpartner für Kinder. Ältere Menschen freuen sich über seine Treue und Anhänglichkeit. Der Pudel steckt also voller Überraschungen und wird leider häufig verkannt. Es lohnt sich jedoch, sich die Rasse einmal genauer anzuschauen und über die „seltsamen Frisuren“ hinweg zu schauen. Darunter versteckt sich nämlich ein toller Hund, mit dem man viel Spaß haben kann!

Was hast Du für Erfahrungen mit Pudeln gemacht? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar!

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  • Carina Beck
  • Herausgeber: Franckh Kosmos Verlag
  • Auflage Nr. 1 (13.10.2016)
  • Taschenbuch: 128 Seiten

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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6 Kommentare

  1. Immer schön zu lesen, wenn das Pudelvorurteil sich in Staunen über diese tollen und intelligenten Hunde ändert. Das mit dem Jagdtrieb kann ich allerdings nicht bestätigen. Meine beiden Toys müssen sehr gut überwacht werden, damit sie nicht „durchgehen“.
    Das mit dem „altwerden“ stimmt dafür wieder hundertprozentig. Mein Kleinpudel Elay ist gerade 18 Jahre und 10 Monate alt.

    • Ja, Pudel sind echt kleine Wundertüten – man entdeckt immer wieder neue Facetten an ihnen. Ich freu mich jedenfalls sehr, dass ich durch die eine Begegnung meine Meinung erst auf den Prüfstand gestellt und schließlich komplett revidiert hab. Wünsche Dir noch ganz viele tolle und gemeinsame Zeiten mit Deinen Fellnasen

  2. Ich kann nur aus vollem Herzen bestätigen, dass Pudel wundervolle Kameraden sind. Fast 50 Jahre begleiten mich Pudelchen auf meinem Lebensweg und mein Herz gehört dieser Rasse für immer. Übrigens, ein amerikanischer Fachmann hat attestiert, dass sie die intelligentesten aller Hunde sind. 🐩💓🐩 Ende September kommt ein Welpchen zu Pudeldame Holy und mir.

  3. Marion Christl

    Auch wir sind Pudelbesitzer……oder ist unser Pudel Menschenbesitzer….? Pudel sind überaus gelehrig, am allerliebsten lernen Sie vom Hundekumpel unnützes Zeug 😎. Unser Großpudel jedenfalls guckt sich binnen Minuten jeden Blödsinn ab. Der Jagdtrieb ist bei unserem Hund äußerst ausgeprägt, und er würde mit einem einmal gestellten Wild sehr wahrscheinlich kürzen Prozess machen.
    Zu Menschen u d sämtlichen anderen Hunden ist er supernett und er ist immer gut gelaunt und freundlich. Seine „Frisur“ ist KEINE Frisur, das Fell ist in einer Länge geschoren.
    Wer sich einen Pudel als Haustier wünscht, sollte auf eine gute Zucht achten, damit er einen gesunden Hausgenossen bekommt. Der Preis sollte egal sein, kauft bitte keine Welpen beim Vermehrer. Auch in den Tierheimen sitzt so mancher Pudel in Not

    • Das klingt, als hättest du einen richtig tollen Hunde-Kumpel an deiner Seite! Danke, dass du auch noch mal extra auf gute Zucht bzw. Tierschutz hinweist, das kann man gar nicht oft genug erwähnen.

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