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Soll ich meinen Hund im Sommer scheren oder nicht?

Erinnert ihr euch vielleicht noch an die Zeit, wo man im Sommer, von Juni bis Mitte August fast gleichbleibend Temperaturen zwischen 25 und 28 Grad hatte? Das waren noch schöne Zeiten. Heute ist es eher so, dass der Temperaturverlauf im Sommer einer Achterbahn gleicht. Von 18 bis hin zu 40 Grad ist alles dabei und nicht nur wir Menschen leiden unter den extremen Temperaturen und Schwankungen – auch unsere Fellnasen macht das Wetter ganz schön zu schaffen. Gerade die Temperaturen von 35 – 40 Grad sind für uns ja alles andere als normal und stellen eine extreme Belastung dar.

Tipps, wie man Hunden den Sommer und die Hitze so angenehm wie möglich machen kann, gibt es viele. Wir möchten hier jetzt auch nicht auf jeden einzelnen eingehen, sondern beschäftigten uns vielmehr mit der Frage, die sich besonders Besitzer von Langhaar-Hunden im Sommer stellen: Soll ich meinen Hund scheren (lassen) oder lieber nicht? Kaum steigen die Temperaturen, sieht man auf der Straße vermehrt Hunde mit Kurzhaarfrisur, wo wenige Tage zuvor noch das Fell in seiner vollen Pracht sprießte. Der erste Gedanke ist dann oftmals: Super, da muss der arme Hund unter dem vielen Fell nicht so sehr schwitzen. Wir ernteten mit unserem Devil meist mitleidige Blicke, denn er behielt seine Fellmassen und die Meinungen gingen größtenteils in die Richtung, dass man da mal die Schermaschine ansetzen könnte, um ihm die Hitze angenehmer zu machen. Aber ist das eigentlich wirklich gut, wenn wir unseren Hunden radikale Kurzhaar-Frisuren verpassen?

Ist das Scheren gut oder hat es auch negative Aspekte?

Cavalier King Charles SpanielTrotz aller Kommentare und mitleidiger Blicke hat sich bei uns immer etwas innerlich dagegen gesträubt, beim Hund die Schermaschine anzusetzen. Devil ist als Cavalier King Charles Spaniel nun mal ein Langhaar-Hund und das waren auch seine Vorfahren, das wurde also nicht erst vor kurzem angezüchtet. Somit wird sich das Tier mit den Begebenheit, die ihm mitgegeben wurden, arrangieren. So waren unsere Überlegungen. Und dann gab es aber auch die andere Seite: Selbst wenn wir bei den größten Hitzewellen nur früh morgens oder spät abends unsere Runden drehten, war Devil anzusehen, dass er sich nicht wohl fühlte. Sein dichtes, langes Fell schien die Wärme schon zu speichern und auch regelmäßiges Trinken, Bäder im Bach etc. schienen ihm nicht viel zu helfen.

Und so wie Devil geht es wohl vielen Hunden mit langem, dichten Fell. Was so schön aussieht, kann hier und da auch negative Faktoren haben. Aber kann man dann wirklich gleich so radikal an das Problem heran gehen und mit der Schur alle Probleme lösen? Nein, nicht wirklich. Denn leider beginnen mit einer Schur erst die richtigen Probleme. Grundsätzlich ist das Fell eines Hundes so konzipiert, dass es im Winter wärmt und im Sommer die Haut vor der Sonneneinstrahlung schützt. Natürlich gibt es hier und da Ausnahmen, aber im Großen und Ganzen können wir von dieser Tatsache ausgehen.

Was passiert jetzt also, wenn wir Menschen in die Natur eingreifen? Wie so oft, wenn wir das versuchen, nichts Gutes! Auch wenn die Absichten dahinter gut und nachvollziehbar sind, tun wir unseren Vierbeinern nicht wirklich einen Gefallen damit, wenn wir ihnen eine Sommerfrisur mit der Schermaschine verpassen. Gerade bei Hunden, die über Unterwolle verfügen, kann das sogar zu Krankheiten führen, beispielsweise der so genannten Clipper Alopezie, bei der es zu einem dauerhaften Haarausfall kommen kann, das Deckhaar geschädigt wird usw. Sehr unschön und alles andere als angenehm für den Hund.

Aber auch wenn der Hund nicht über Unterwolle verfügt, kann eine Schur negative Auswirkungen haben, denn der natürliche Sonnenschutz fällt weg und somit können auch unsere Fellnasen einen Sonnenbrand bekommen und die Haut kann einen erheblichen Schaden davon tragen. Eine Schur tut dem Hund also nicht zwingend nur gut, sondern kann ihm auch schaden. Zudem kann es passieren, dass wir mit unserem Eingreifen so viel Chaos im Fell verbreiten, dass die natürlichen Mechanismen (Fellwechsel etc.) durcheinander geraten. Das alles sind Dinge, die wir unseren Hunden ganz sicher nicht antun möchten.

Was ist aber besser als das Scheren?

Hunde im Sommer scheren?Jetzt ist natürlich die Frage, wie wir unseren Hunden die Hitze angenehmer machen können, ohne ihnen dabei Schaden zuzufügen. Gerade bei Hunden mit Unterwolle kann man viel erreichen, wenn man sie regelmäßig bürstet und somit die Unterwolle heraus holt, die sie ganz automatisch abstoßen. Damit bewirkt man, dass das Fell luftduchlässiger wird, die Haut kann besser atmen und dem Hund fällt es leichter, mit den Temperaturen umzugehen. Der Sonnenschutz ist dann dank des Deckhaares immer noch gegeben und so gibt es auch keinen Sonnenbrand.

Wir verwenden bei Devil ja immer den Furminator, um die Unterwolle heraus zu holen – und machen das zu jeder Jahreszeit regelmäßig und haben anschließend einen großen Haufen Fell neben uns liegen. Aber wir merkten auch deutlich: Sobald das Thermometer über 20 Grad kletterte, wurde Devil mit jedem Grad mehr etwas langsamer. Sein dichtes, schwarzes Fell zog die Sonne förmlich an und selbst wenn er nur faul im Schatten lag, fühlte er sich nicht wohl. Spiele draußen sind dann ab ca. 25 Grad völlig unmöglich – und das gefiel im gar nicht.

So informierten wir uns in diesem Jahr ausgiebig über das Scheren und Schneiden des Fells, beschäftigten uns mit Fellstrukturen und anderen Themen, die in diese Richtung gehen und fassten schließlich folgenden Entschluss: Devil wird keinesfalls geschoren, aber wir verschaffen ihm etwas Erleichterung, in dem wir sein Fell etwas kürzen lassen. Dazu muss man sagen, dass Devil als Cavalier unheimlich lange Behänge und puschelige Pfoten hat und auch sein Brusthaar ist sehr ausgeprägt, lang und bei ihm auch sehr lockig. Einmal den Entschluss getroffen, setzten wir ihn schnell in die Tat um und machten einen Termin in Tanjas Tiersalon aus.

Wir verzichten bei Devil aufs ScherenDort erhielt Devil ein richtiges Verwöhnpaket. Er wurde rund herum richtig ausgebürstet und aus dem, was aus seinem Fell heraus kam, hätten wir noch einen zweiten Hund stricken können (obwohl wir ja auch regelmäßig kämmen, bürsten etc.). Und danach baten wir darum, einfach die Schere anzusetzen und zu kürzen. Bei einer Felllänge, die teilweise deutlich über 10 cm lag, konnte bis zur Hälfte weg genommen werden und dabei wurde aber immer darauf geachtet, das alles „Cavalier-typisch“ blieb. Es ging also nicht maschinell an die Unterwolle, das Deckhaar blieb lang genug und überhaupt ist es noch immer ein Langhaar-Hund, der jetzt halt eine Sommerfrisur hat. So schnell, wie das Fell von Devil wächst, wird das bis maximal August so „kurz“ bleiben – und das ist genau richtig so. Dann darf es gern wieder „wuchern“. Und wie geht es Devil mit all dem? Der ist zufrieden. Er ist draußen deutlich agiler, wenn er ein Bad im Bach nimmt, scheint im das auch wirklich etwas zu bringen und das schwere, nasse Fell behindert ihn anschließend nicht. In unserem Fall war es so also genau die richtige Entscheidung.

Was ist mit alten und kranken Hunden?

Natürlich ist die Entscheidung, wie weit man mit der Sommerfrisur geht, immer von verschiedenen Faktoren abhängig. So spielt ja auch das Alter eines Hundes oft eine große Rolle und auch Krankheiten, wie z. B. Herzkrankheiten, sollte man nicht außer acht lassen. Denn in diesen Fällen kann es eine gute Idee sein, die Schermaschine anzusetzen, und zumindest viel zu kürzen. Die Hunde danken es einem oft. Aber auch da bitte nicht unbedacht an die Sache heran gehen, sondern mit Tierarzt Rücksprache halten und dann zu einem Hundefriseur gehen, der sein Handwerk versteht und nicht einfach nur schnell das Fell vom Hund bekommen will. Devils Friseur-Besuch hat über eine Stunde gedauert – und davon hat sich für uns und ihn jede einzelne Minute gelohnt.

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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2 Kommentare

  1. Diese Scher-Diskussion verstehe ich nie. Klar schert man einen Hund nicht bis auf die Haut! Aber grad langhaarigen älteren Hunden mit Herzproblemen tut es gut etwas Fell wegzunehmen. Schere meinen Collie im Sommer immer auf 12mm. Viele Hunde haben diese Länge von vorn herein und die bekommen auch keinen Sonnenbrand. So what? Hunde sind gezüchtet, und das hat mit Evolution in einem bestimmten Klima gar nix zu tun.

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