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Soziale Intelligenz bei Hunden – neue Erkenntnisse!

Ganz ehrlich: Ich bin immer wieder überrascht, was inzwischen alles erforscht wird und wie Versuchsreihen aufgebaut werden, um bestimmte Dinge in Erfahrung zu bringen. Besonders gern verfolge ich solche Studien natürlich dann, wenn es um Hunde geht. Und gerade da hat sich in den letzen Jahren so einiges getan und es konnte vieles bewiesen werden, was wir Hundehalter eh schon vermutet hatten. Hunde sind wirklich sehr intelligent und in ihren süßen Köpfen geht eine Menge vor. Jetzt bin ich über eine Testreihe der VetUni Wien gestolpert, die wirklich erstaunliche Ergebnisse im Bereich Soziale Intelligenz hervorgebracht hat.

Über die Intelligenz der Hunde ist inzwischen schon einiges bekannt. Was die soziale Intelligenz betrifft, gibt es allerdings noch viele Unklarheiten. Natürlich wird auch da einiges vermutet, aber es fällt oft schwer, die Vermutungen auch stichhaltig zu beweisen. So ist es auch im Bereich Theory of Mind. Damit wird die Fähigkeit beschreiben, geistige Zustände von Artgenossen zu erkennen. Dazu zählen Gefühlen, Erwartungen und auch das Wissen. Wir Menschen beherrschen das, den Tieren wird es aber abgesprochen. Nur bei Raben und Menschenaffen konnten Ansätze davon festgestellt werden. Bei Hunden wurde es auch immer wieder getestet, jedoch gab es keine genauen Ergebnisse.

Verfügen Hunde über soziale Intelligenz?

Soziale IntelligenzFragt man einen Hundehalter, wie es wohl um die soziale Intelligenz bei Hunden bestellt ist, werden sicher viele Erfahrungsberichte geliefert, die zeigen: Hunde sind auch in diesem Bereich ganz vorn mit dabei. Wissenschaftler konnten es jedoch bisher nicht wirklich beweisen. Nun wurde jedoch an der Vetmeduni Wien ein neuer experimenteller Ansatz gefunden. Mit diesem konnte bewiesen werden: Hunde sind in der Lage, die Perspektive eines Menschen zu übernehmen. Was erst einmal nicht so spektakulär klingt, ist aber wirklich erstaunlich. Denn Hunde können nicht nur unserem Blick folgen, sondern auch verstehen, was wir sehen und damit auch erkennen, was wir wissen.

Für diese Erkenntnis wurde ein Standardtest durchgeführt, der in erster Linie eine Studie aus Neuseeland bestätigen sollte. Dazu platzierte ein Mensch Hundefutter in einer von mehreren Schalen, ohne dass ihn dabe ein anderer Mensch oder Hund beobachten konnte. Er nahm dabei die Position des Wissenden ein. Dann wurde ein weiterer Mensch hinzu geholt, der nicht wusste, wo das Futter platziert war und somit nur raten konnte. Nun wurden Hunde zur Testreihe hinzugezogen. Der Wissende zeigte auf die Schale, in der das Futter war, der Ratende auf eine andere. Der Hund sollte nun erkennen, welcher der beiden Menschen die Schüssel mit Futter anzeigte – und in gut 70 Prozent der Fälle funktionierte das auch.

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass der Hund das Futter gerochen hat oder es vom Menschen selbst abhängig machte. Aber das war nicht der Fall. Alle Schüsseln rochen nach Futter und natürlich wurden Menschen gewechselt, tauschten die Positionen usw., um die Ergebnisse zu bestätigen.

Weitere Tests für mehr Erkenntnisse

Soziale IntelligenzDas Forschungsteam begnügte sich allerdings nicht mit dem oben genannten Versuch, sondern führte weitere Tests durch, um die soziale Intelligenz der Hunde zu beweisen. Bei diesen Tests war es wichtig, dass die Hunde die Perspektive der Menschen einnahmen und den Blicken folgten, um daraus dann ihre Erkenntnisse zu ziehen. Auch das klappte in gut 70 Prozent der Fälle problemlos – von Zufällen kann man hier also nicht wirklich sprechen.

So ist klar, dass Hunde zumindest beurteilen können, was wir Menschen oder auch ihre Artgenossen sehen, wenn sie die jeweilige Perspektive einnehmen. Viel interessanter ist allerdings, dass die soziale Intelligenz soweit geht, dass sie auch noch weitere Dinge erkennen und interpretieren können. Sie erkennen, was unsere Aufmerksamkeit weckt, worauf wir unseren Fokus richten usw. Dazu analysieren sie unsere Blicke und Gesten und lernen aus unserem Verhalten. Was zu dieser Fähigkeit bei unseren Fellnasen führt, ist (noch) nicht erforscht – es wird wohl eine Mischung aus verschiedenen Faktoren sein. Beeindruckend ist es jedoch in jedem Fall.

Hundeverstand(*)
  • John Bradshaw
  • Herausgeber: Kynos
  • Auflage Nr. 3 (16.01.2013)
  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

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Bildcredits: Titelbild, Bild 1, Bild 2

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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