Taro Germany e.V. - engagierter Tierschutz in der Türkei
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Taro Germany e.V. – erfolgreicher Tierschutz in der Türkei

Tierschutz ist überall auf der Welt ein wichtiges Thema. Und es gibt einige Länder, wo es sich nicht immer ganz einfach gestaltet, Tiere (und hier im besonderen Fall Hunde), zu versorgen und vermitteln, weil die Gesetze und die Denkweisen der Menschen noch in eine ganz andere Richtung geht. Umso toller ist es dann zu sehen, dass es Tierschutzvereine gibt, die das beinahe Unmögliche schaffen – und dazu gehört für uns auf jeden Fall Taro Germany e.V.! Mit Funda und Tanja von Taro Germany haben wir über ihre Arbeit gesprochen und natürlich auch darüber, was sie so Besonders macht.

Hallo Tanja, hallo Funda, ich selbst hab das Vergnügen, euch schon lange auf Twitter zu folgen und mir ein Bild über eure Arbeit im Tierschutz zu machen. Aber ich bin mir sicher, nicht alle Leser hier kennen euch schon. Daher meine Bitte: Stell Dich und den Verein Taro Germany einmal ein wenigen Sätzen vor.

Unser Ziel ist es, ein Umdenken der Menschen zu erreichen. Wir wollen sie für die Straßentiere interessieren und für deren Bedürfnisse sensibilisieren.

Die Mitarbeiter unserer Station und auch unsere ehrenamtlichen Helfer kommen beispielsweise alle aus der näheren Umgebung. Wir vermitteln unsere Hunde vor Ort, wobei auch hier Vor- und Nachkontrollen stattfinden. Wir betreiben sehr viel Aufklärungsarbeit vor Ort. Das heißt, wir besuchen mit unseren Hunden z. B. eine Grundschule. Auch haben wir sehr viele Kindergärten und Schulklassen zu Gast in unserer Station. Samstags kommen die Studenten der hiesigen Universität, um mit unseren Hunden Spazieren zu gehen, zu spielen, sie zu bürsten und zu streicheln.

Wir haben immer wieder festgestellt, dass gerade Kinder und Jugendliche ihre positiven Erlebnisse in ihren Familien und auch ihren Freunden weitererzählen. Kinder sind auch im Tierschutz unsere Zukunft.

Taro Germany arbeitet eng mit den Behörden zusammenIhr habt euch für Auslandstierschutz entschieden, genauer gesagt kümmert ihr euch um Straßenhunde in der Türkei. Einige bemängeln immer wieder, das zu viel für andere Länder, aber zu wenig für den Tierschutz in Deutschland gemacht wird. Warum legt ihr euer Augenmerk auf die Hunde in der Türkei?

Erst einmal möchten wir sagen, dass wir es wichtig finden, dass es überall auf der Welt Menschen gibt, die sich für die Tiere und den Tierschutz engagieren.

Da Funda Ekici als Vereinsmitgründerin und 1. Vorsitzende aus Burhaniye/Türkei stammt und der Tierschutz gerade in den südlichen Ländern noch in den Kinderschuhen steckt, wollte sie unbedingt etwas für die Straßentiere in ihrem Geburtsort tun. Funda ist aber auch in Deutschland aktive Tierschützerin.

Was mich immer sehr beeindruckt: Ihr arbeitet vor Ort sehr eng mit den Behörden zusammen und erhaltet sogar Unterstützung in unterschiedlichen Formen. Das ist ja gerade in südländischen Ländern eher ungewöhnlich. Wie kam es zu dieser guten Zusammenarbeit und welche Vorteile entstehen dadurch auch für die Behörden?

Uns ist es wichtig, nicht mit erhobenem Zeigefinger auf die Leute zuzugehen und ihnen zu sagen, wie schlecht sie sind und was sie falsch machen. Wir wollen ein Miteinander auf Augenhöhe. So haben wir es auch erreicht, das uns die Stadt Edremit Anfang 2016 offiziell als Partner anerkannt und bestätigt hat. Der Stadtrat hat in einer Sitzung darüber abgestimmt. Verbunden mit der Anerkennung ist ein zeitlich unbegrenzten Vertrag über eine Fläche von 15.000 qm

Das macht uns in der Türkei einzigartig, es gibt keinen weiteren deutschen Tierschutz-Verein, der offizieller Partner einer Stadt ist.

Taro Germany hat ein KastrationsprogrammIm Gegensatz zu vielen anderen Tierschutzorganisationen, die im Ausland tätig sind, ist es nicht euer größtes Ziel, alle Hunde nach Deutschland zu vermitteln. Wo genau liegen stattdessen eure Ziele und wie setzt ihr diese um?

Was uns/Taro wichtig ist, ist nachhaltiger Tierschutz. Mit unseren Kastrationsprojekten wollen wir das Elend der Straßentiere im Vorfeld verringern. Nur durch Kastrationen können wir die ungehinderte Vermehrung der Fellnasen verhindern.

Was mich persönlich immer sehr beschäftigt: Wie geht ihr mit all dem um, was ihr bei der Unterstützung der Tiere erlebt? Es gibt ja nicht nur die schönen Seiten, auf denen man vielleicht süße Welpen vor einem Leben auf der Straße rettet, sondern es wird (denke ich) viel mehr wirklich schlimmes Leid geben. Kranke und misshandelte Tiere sind sicherlich keine Seltenheit. Wie schafft man es, immer weiter zu machen, woher nimmt man die Kraft, nach Rückschlägen am nächsten Tag wieder aufzustehen und wie verkraftet man es mental, die Hunde leiden zu sehen und vielleicht auch an irgendeinem Punkt nichts mehr für sie tun zu können?

Es ist leider immer schlimm und man „gewöhnt“ sich nicht daran. Man entwickelt eine eigene Strategie, wie man mit dem Verlust umgeht…

Wir versuchen uns in der Gruppe gegenseitig aufzufangen, füreinander da zu sein und niemanden mit seinem Kummer allein zu lassen. Wir bei Taro sind uns alle einig, dass wir immer zum „Wohle“ des Hundes entscheiden. Dass heißt, kein Tier muss unnötig leiden, um einen menschlichen Egoismus zu befriedigen. Natürlich ist es trotzdem schlimm für uns, eine Fellnase mit und für die wir gekämpft haben, gehen zu lassen. Wenn das passiert, musst du dir wirklich in Erinnerung rufen, dass du zum Helfen da bist. Und dir vor Augen halten, dass es der Fellnase ohne deine Hilfe um vieles schlechter geht, und sie unter Umständen alleine, irgendwo verstorben wäre…

Und dann schaust du dir all die an, die du gerettet hast, nimmst sie in den Arm, fühlst und spürst sie UND DANN kannst du weiter!

Wie finanziert sich Taro Germany?

Wir finanzieren uns ausschließlich über Spenden und Patenschaften. Wobei ich hier ausdrücklich erwähnen möchte, dass wir unsere Gruppenreisen alle ausschließlich selbst finanzieren. D. h. die Kosten für Flug, Unterkunft, Verpflegung und Leihwagen werden von jedem persönlich gezahlt.

Taro lädt Schulklassen und Kindergarten-Gruppen ein, um aufzuklärenWir haben alle Informationen zu Spendenmöglichkeiten am Ende des Artikels zusammen gefügt. Welche Möglichkeiten gibt es noch, euch zu unterstützen, wenn man vielleicht nicht gerade eine Patenschaft übernehmen möchte oder generell Geld geben will?

Wir freuen uns über jede Hilfe/Unterstützung.

Z. B. kann jeder bei uns Mitglied werden und uns auf unseren Gruppenreisen begleiten. Vor Ort können wir jede Hand gebrauchen. Um unsere Station winterfest zu machen, Hütten zu bauen uvm.

Da die Türkei kein EU-Land ist, sind Futterspenden leider sehr schwierig. Wir dürfen Futter nur in sehr geringen Mengen einführen (was in einen Koffer passt)

Alles was wir mitnehmen, führen wir als Zusatzgepäck ein und zahlen auch das selbst.

Wer mag, kann auch über den Tierschutzshop Dinge bestellen, welche wir benötigen. Wir führen hier eine Wunschliste.

Was würdet ihr euch von Behörden und Menschen (egal ob in der Türkei oder auch jedem anderen Land der Welt) wünschen, um eure Arbeit zu unterstützen oder gar überflüssig zu machen?

Unser Traum wäre, wenn wir eines Tages „arbeitslos“ wären, weil der Mensch endlich gelernt hat, mit Tieren respektvoll umzugehen.

Für den Anfang wären bessere Tierschutzgesetze und deren Überwachung, sowie härtere Strafen bei Zuwiderhandlung schon mal ein Anfang.

Zahlen und Fakten:

In der Station sind 235 Hunde
Über die Futterstellen werden zusätzlich 150 Hunde versorgt
Es werden ca. 3 Tonnen Futter benötigt
Ein Sack Futter hat 15kg und kostet 20€
Tierarzt-Kosten monatl. 1500,--Euro
Personal: 2000€
Strom: 150€

Zum Abschluss möchte ich das Wort einfach noch mal komplett an euch übergeben. Welche Botschaft habt ihr noch für uns? Was wolltet ihr schon immer mal gesagt haben? Hier ist jetzt der richtige Ort und die richtige Zeit dafür 🙂

Wir würden uns sehr freuen, wenn unsere Arbeit in der Türkei mit Wohlwollen betrachtet wird und wir mit unserem transparenten und nachhaltigem Tierschutz noch mehr Menschen erreichen und begeistern könnten.

Wir glauben, dass wir Menschen einfach für die Tiere verantwortlich sind, egal in welchem Land sie leben.

Findest Du die Arbeit von Taro e.V. auch so toll wie wir? Dann findest Du auf ihrer Website viele weiterführende Informationen. Dort gibt es auch die Möglichkeit, Tierpatenschaften zu übernehmen, Vereinsmitglied zu werden und mehr.

Wie schon erwähnt, finanziert sich der Verein ausschließlich über Spenden. Hier zählt jeder Euro – Spenden können auf folgenden Wegen gesendet werden:

Spendenkonto: Taro Germany
IBAN: DE 85790500000047646757
BIC: BYLADEM1SWU
Sparkasse Mainfranken Würzburg

Auch über PAYPAL können Spenden an tarogermany@yahoo.de übermittelt werden.

Der Tierschutzhund: Starthilfe ins neue Leben(*)
  • Pia C Gröning
  • Herausgeber: MenschHund ! Verlag
  • Auflage Nr. 1 (16.07.2013)
  • Taschenbuch: 144 Seiten

Letzte Aktualisierung am 18.06.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Bildcredits: Die Bilder wurden uns von Taro Germany e.V. zur Verfügung gestellt.

(*) Hinweis: Dieser Artikel enthält Provisionslinks (Affiliatelinks), die auch als solche gekennzeichnet sind. Wird über einen solchen Link ein Produkt geordert, erhält dogeridoo vom Verkäufer eine Provision. Für Dich als Käufer entstehen dabei keine Mehrkosten oder andere Nachteile.

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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