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Trennungsangst – warum Dein Hund alleine leidet

Hunde sind Rudel-Tiere, das wissen wir alle. Und das beinhaltet auch, dass sie nicht gern allein sind. Dennoch gibt es einige Hunde, die das extrem gut weg stecken und die Zeit zu einem ausgiebigen Schläfchen nutzen. Andere wiederum vergessen jegliche Erziehung, wenn sie allein sind. Sie jaulen, bellen und nehmen teilweise die Wohnung auseinander oder neigen plötzlich wieder dazu, auf den Teppich zu pinkeln. Diese Hunde leiden unter Trennungsangst und kommen so gar nicht damit klar, wenn ihre Menschen sie verlassen – und sei es auch nur für wenige Minuten.

Die Trennungsangst gehört zu den größten Problemen im Zusammenleben von Mensch und Hund. Und leider gehört sie, bzw. die Auswirkungen dieser Angst, auch zu den häufigsten Gründen, warum Hunde im Tierheim landen. Denn dieses Verhalten kann man nicht mal eben abstellen und vor allem findet man nicht immer gleich den Grund für die Angst vorm Alleinbleiben heraus. Da muss man nämlich schon etwas genauer hinschauen, denn jede Angst hat andere Auslöser und vor allem kann diese Angst nicht mit einem Patentrezept behandelt werden.

Welche Ursachen kann die Trennungsangst haben?

Kein Hund bleibt gern alleinViele Menschen sind der Meinung, Hunde, die aus dem Tierheim kommen, leiden aufgrund ihrer Erfahrungen (ausgesetzt, nicht sozialisiert etc.) an Trennungsangst. Natürlich gibt es auch unter Tierheim-Hunden einige, die nicht allein bleiben können – aber es gibt genauso ausgesetzte Hunde, die gar kein Problem damit haben, wenn ihr neues Herrchen oder Frauchen mal zum Einkaufen verschwindet und sie dann das Sofa für sich allein haben. An schlechten Erfahrungen kann man die Trennungsangst also nicht festmachen. Aber woran dann?

Für die Recherchen zu diesem Artikel haben wir uns viele verschiedene Ansätze von Hunde-Trainern und -Experten angesehen. Und wir mussten feststellen: Die möglichen Gründe und Ansätze zur Minderung von Trennungsängsten sind mindestens genauso vielfältig wie die Trainingsphilosophien an sich. Es gibt also viele Möglichkeiten, der Angst auf den Grund zu gehen – und das macht es nicht gerade einfacher. Zumindest eine Methode konnten wir als veraltet und wohl wenig zielführend gleich aus den Recherchen streichen: Hin und wieder wird tatsächlich noch empfohlen, die Hunde einfach in eine Box zu sperren, wenn man geht. So könnten sie ja dann nichts kaputt machen. Wir sind uns allerdings sicher: Damit macht man beim Hund ganz sicher viel kaputt, denn damit bekämpft man nur die Symptome, nicht aber die Ursache.

Was gibt es aber sonst noch für Gründe, das der Hund nicht allein bleiben kann?

  1. Langeweile
    Sind Hunde nicht ausgelastet, äußert sich das oft in einem Verhalten, das wir Menschen nicht unbedingt schön finden. Sind wir Menschen noch in der Nähe, stellen wir oftmals noch genug Ablenkung für den Hund dar. Sind wir allerdings außer Haus und der Hund ist allein, kommt er vor lauter Langeweile auf dumme Ideen und schreddert mal eben die Sofakissen.
  2. Zu starke Bindung
    Hier haben wir es mit einer Begründung zu tun, mit der wir uns auch etwas schwer tun. Einige Experten meinen: Wenn die Bindung zwischen Mensch und Hund zu stark ist, ist es für den Hund unerträglich, ohne den Menschen zu sein. Aber kann eine Bindung zu stark sein, oder spielen hier nicht doch eher andere Gründe eine Rolle?
  3. Unklarheiten in der Rangordnung
    Als Folge der Vermenschlichung unserer Vierbeiner kommt es auch immer häufiger vor, dass die Hunde glauben, sie sind der Rudel-Chef und dementsprechend handeln sie auch. Gehen ihre Menschen weg und lassen den Hund, der sich als Chef fühlt, zurück, ist das für diesen widernatürlich. Denn normalerweise entscheidet der Chef im Rudel, wer bleibt und geht – und er bleibt nie allein zurück, während die anderen für die nächste Mahlzeit sorgen.

Und das waren nur die Gründe für Trennungsangst, die am häufigsten genannt wurden. Daneben gibt es noch viele weitere Versuche einer Erklärung, die nicht immer unbedingt nachvollziehbar sind.

Was tun, wenn mein Hund unter Trennungsangst leidet?

Fakt ist: Für keinen Hund ist es angenehm, wenn er jeden Tag für viele Stunden allein bleiben muss. Mal abgesehen davon, dass die natürlichen Bedürfnisse bei einem Gassi-Gang erfüllt werden müssen, sind Hunde nun einmal nicht dafür gemacht, den lieben langen Tag allein zu sein. Sie brauchen die Nähe zu ihren Menschen oder Artgenossen, fühlen sich sonst verloren.

Gegen die Trennungsangst wirkt oft nur ein Training mit einem wirklich kompetenten TrainerAber natürlich ist es auch beinahe unmöglich, 24 Stunden am Tag mit dem Hund zusammen zu sein. Deshalb ist es wichtig, dass Alleinsein mit dem Hund zu trainieren. Und wenn Trennungsängste vorhanden sind, wendet man sich dazu am besten an einen kompetenten Hunde-Trainer. Kompetenz erkennt man hier häufig schon daran, dass der Trainer nicht gleich mit einer möglichen Übungsabfolge heraus poltert, sondern sich erst einmal ein Gesamtbild vom Verhalten des Hundes macht und daraufhin auch die Ursache der Trennungsängste herausfinden kann. Ohne das macht Training nur selten Sinn.

Unterstützend zum Training kann man für den Hund noch Bachblüten anwenden, die ihn beruhigen und einen Teil der Angst nehmen. Viele Hundehalter haben damit schon gute Erfahrungen gemacht und auch einige Trainer setzen das homöopathische Mittel bewusst in ihrer Arbeit ein. Aber auch hier muss man erst darauf schauen, ob die Bachblüten Wirkung zeigen – denn auch das ist nicht bei allen Hunden der Fall.

Leidet Dein Hund unter Trennungsangst? Wie lange kannst Du ihn allein lassen und schläft er in dieser Zeit oder vermisst er Dich so sehr, dass er unruhig ist?

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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