Überlebensguide für die Pubertät bei Hunden - dogeridoo
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Überlebensguide für die Pubertät bei Hunden

An einem Tag haben wir noch eine süßen Junghund um uns und berichten stolz davon, wie gut er doch hört und das es überhaupt keine Probleme gibt – und am nächsten Tag schreien wir uns die Lunge aus dem Leib und unser Hund bleibt davon total unbeeindruckt. Okay, klingt vielleicht etwas übertrieben, aber so kam es sicher vielen schon vor, die plötzlich mit der Pubertät bei Hunden konfrontiert wurden. Und diese plötzliche Taubheit erwischt jeden Junghundealter. Meist ist der kleine Engel ungefähr acht Monate alt, wenn er zum Teufel wird – manchmal kommt es auch früher oder später vor.

Aber können Hunde wirklich in die Pubertät kommen oder ist das nur wieder eine Art der Vermenschlichung – also etwas, das wir Menschen für uns definieren und auf unsere Hunde übertragen? Ja, Hunde kommen definitiv in die Pubertät. Und sie ist auch tatsächlich mit der Pubertät von Kindern zu vergleichen. Nur das sie zum Glück nicht ganz so lange andauert. Was es aber in dem Moment nicht gerade einfacher für die „Hundeeltern“ macht. Denn nicht wenige verzweifeln in dieser Zeit und glauben schon bald, auf ganzer Linie versagt zu haben.

Wie äußert sich die Pubertät bei Hunden?

Die Pubertät bei Hunden ist nie ganz einfachHunde auf dem Weg zu ihrer Geschlechtsreife durchlaufen einen Prozess, genau wie wir Menschen. Und dieser Prozess ist die Pubertät. In dieser Zeit tanzen die Hormone Tango und der Hund gerät aus seinem emotionalen Gleichgewicht. War er als Welpe noch süß, verspielt und anschmiegsam, so kann es nun sein, dass er knurrt, Kommandos konsequent missachtet und sich als echter Sturkopf heraus stellt. Kommt Dir das bekannt vor? Genauso warst Du vielleicht in Teenagerzeiten – und genau wie Deine, geht auch die Pubertät bei Hunden vorbei. Das ist die gute Nachricht.

Die schlechte Nachricht ist: Bis die Pubertät ausgestanden ist, brauchen wir Hundehalter Nerven aus Stahl. Und richtig viel Geduld. Hunde sind in den Phasen (ja es sind mehrere) ihrer Pubertät oftmals unausstehlich und scheinen alles verlernt zu haben, was man ihnen im Welpenalter so mühsam beigebracht hat. Selbst ein simples „Sitz“ kann da zu einer echten Herausforderung werden, die viel Zeit in Anspruch nimmt. Vom Rückruf im Freilauf wollen wir da noch gar nicht sprechen, denn der ist in dieser Zeit beinahe unmöglich.

Der Hund scheint aber nicht nur an Gedächtnisverlust zu leiden, sondern auch an plötzlicher selektiver Taubheit. Selektiv deshalb, weil er zwar noch das Rascheln der Leckerlie-Tüte hört, aber nicht mehr das Rufen, Bitten und ähnliches, mit dem man ihn wieder unter Kontrolle bringen möchte. Und versucht man sich durchzusetzen, wird einem nicht selten ein Knurren entgegengebracht und hier und da versucht ein besonders hormongesteuerter Hund auch mal, ein wenig zuzuschnappen, wenn ihm etwas nicht passt.

Wie überlebe ich die Pubertät bei Hunden?

Mit ganz viel Nervennahrung und Geduld kommt man mehr oder minder gut durch die Pubertät bei Hunden. Mach Dir bei allem bewusst, dass Dein Hund nichts für sein Verhalten kann. Er ist von den Hormonen fremd gesteuert und hat somit keinen Einfluss mehr auf das, was er tut. Das heißt allerdings auch nicht, dass Du ihm alles durchgehen lassen solltest. Denn gerade in dieser Zeit braucht Dein Hund Regeln und Routinen, die ihm Halt geben – und Dir das Gefühl, nicht ganz unfähig zu sein 😉

Die Pubertät bei Hunden äußert sich auch in vielfältigem KnurrenWie wir schon gemerkt haben, ist der Hund in der Pubertät nahezu taub. Deshalb solltest Du in dieser Zeit auf Freiläufe verzichten, wenn sie nicht in einem gesicherten Gelände sind. Hol stattdessen die Schleppleine wieder heraus, die Dir vielleicht schon in der Welpenerziehung gute Dienste geleistet hat, und setze sie genauso ein, wie zu jener Zeit. Beachte aber, dass hier nicht mehr der natürliche Folgetrieb vom Welpen bei der Übung hilft, sondern viel mehr der Freiheitsdrang des Pubertierenden gegen Dich arbeitet. Deine Reflexe sollten also gut sein!

Und auch bei allem anderen kannst Du mit der Erziehung im Endeffekt von vorn beginnen. Zeig Deinem Hund ruhig, dass Du nicht resignierst, sondern die Herausforderung der Pubertät annimmst. Ja, es ist nicht toll, wenn man auf einmal bei einem vielleicht 10 Monate altem Hund wieder das Sitz üben muss. Aber die Konsequenz, die Du dabei an den Tag legst, wird sich auszahlen. Denn damit beweist Du Konsequenz – und das ist es, was in der Pubertät bei Hunden der Schlüssel zu allem ist.

Sei unbeeindruckt, wenn Dein Hund Dich auf einmal anknurrt, ignoriere seine Versuche, Regeln zu brechen und weise ihn auch zurecht, wenn er zu weit geht. Aber sei auch auf der Hut, wenn der pubertierende Hund auf einmal wieder ganz lieb ist. Das heißt nicht gleich, das alles überstanden ist. Vielmehr kommt die Pubertät bei Hunden oftmals in Schüben und man hat mehrmals etwas davon. Also sei auf der Hut – bis Dein Hund ca. eineinhalb Jahre alt ist, kann es immer wieder losgehen.

Welche Gefahren lauern in der Pubertät bei Hunden?

Die Pubertät bei Hunden sorgt für ÜbermutViele Hundehalter wissen gar nicht, dass ihr Liebling auch in die Pubertät kommt und verpassen es daher in dieser Zeit, richtig mit dem Hund umzugehen. Statt mit liebevoller Konsequenz und Regeln wieder Struktur in den Alltag zu bringen, resignieren sie oder greifen zu heftigeren Erziehungsmaßnahmen. Beides ist jedoch nicht gut und kann sogar viel Schaden anrichten. Viele Marotten, die ein Hund zeigt, entwickeln sich während der Pubertät. Und leider beginnen auch Verhaltensstörungen in dieser Zeit. Daher ist es nie verkehrt einen Profi zu Rate zu ziehen, wenn man in dieser Zeit alleine nicht weiter kommt. Später wird es schwerer, da wieder entgegen zu wirken.

Auch solltest Du daran denken, dass der Hund in dieser Zeit nicht nur nicht auf Dich hört, sondern auch nicht auf seinen Körper und Instinkt. Nicht wenige Hunde überschätzen sich in der Pubertät maßlos und so kommt es zu Unfällen und ähnlichem. Daher solltest Du ein Auge auf die Aktivitäten Deines Pubertiers haben und ihm zwischendurch auch immer wieder Ruhezeiten verordnen, wenn er sie sich nicht selbst nimmt.

Fazit:

Die Pubertät gehört nicht gerade zu den schönsten Zeiten beim Zusammenleben mit dem Hund. Und es werden nur wenige lächelnd an diese Wochen bzw. Monate zurückdenken – aber sie gehören halt zur Entwicklung des Hundes dazu und so bleibt uns nichts anderes übrig, als das Beste aus der Situation zu machen!

Kannst Du Dich noch an die Pubertät bei Deinem Hund erinnern? Wie hast Du sie überstanden?

Hilfe, mein Hund ist in der Pubertät!: Entspannt durch wilde Zeiten (GU Tier Spezial)(*)
  • Sophie Strodtbeck, Uwe Borchert, Debra Bardowicks
  • Herausgeber: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
  • Auflage Nr. 2 (02.10.2013)
  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten

Letzte Aktualisierung am 14.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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2 Kommentare

  1. Hallo Nicole,
    unsere Hündin ist jetzt geschätzt 6 Jahre alt. Wir haben sie aus dem Tierheim geholt, da war sie geschätzt 6-9 Monate alt. Und, ja, ich kann mich noch sehr gut an die pubertäre Phase erinnern. Da unser Hund misshandelt worden war, hat es ein ganzes Stück Arbeit bedeutet, ihm Vertrauen zu geben. Sie hat alles förmlich aufgesaugt, was wir ihr beigebracht haben, weil ihr anscheinend feste Strukturen unbekannt waren und sie auch geistig überhaupt nicht gefördert worden war. Man kann fast sagen, sie hatte ein leichtes Deprivationssymptom.
    Ihr ein Stück weit Vertrauen in Menschen, vor allem Männern, war ein hartes Stück Arbeit. Und plötzlich war alles vergessen………..Knurrte sie vorher aus Unsicherheit, versuchte sie jetzt, die Rudelführerrolle zu vereinnahmen.
    Und ich dachte, alles sei vergebens. Sogar die Hundetrainerin riet uns dazu, den Hund an das Tierheim zurück zu geben. Aber ich wollte nicht aufgeben. Mir war bewusst, wenn der Hund jetzt wieder sein Zuhause verliert, wird er nur noch sehr schwer zu vermitteln sein. Also, gesagt, getan.
    Wir haben wieder von vorne angefangen, Kommandos zu lernen. Sitz? Was ist das? Habe ich ja noch nie gehört! Und wir wollen doch mal sehen, wer den längeren Atem hat. So ungefähr waren die Dinge, die da im Kopf meines Hundes vorgingen.
    Und dann haben wir schon mal eine halbe Stunde beim Spaziergang gehabt, in der wir getestet haben, wer den längeren Atem hat. Frauchen, die darauf besteht, dass das Kommando Sitz ausgeführt wird, oder der Hund, der versucht, das geflissentlich zu überhören. Wir sind dann erst weiter gegangen, wenn ich mich durchgesetzt hatte. Das hat dann manchmal gedauert……………..
    Ich weiß nicht, ob das richtig war. Vielleicht gibt es Menschen, die sagen: „Oh Gott, was hat die denn gemacht.“ Aber ich kann sagen, dass ich damit Erfolg hatte.
    Ich habe jetzt die beste Hündin der Welt!!!!!! Die würde ihr Leben für mich lassen und ich kann mich auf sie verlassen. Wir sind zu einem guten Team zusammengewachsen.
    So kann ich jedem geplagten Hundebesitzer auch nur zu Konsequenz raten. Es wird sich lohnen!
    LG Gabi

    • Vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen, Gabi. Und ich finde es toll, dass du diese Geduld gezeigt und einige Dinge einfach „ausgesessen“ hast. Hut ab davor, ich weiß, wie das manchmal an den Nerven zehrt. Ich wünsche dir noch viele schöne Jahre . zusammen mit deiner tollen Hündin

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