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Wann sollte mein Hund zum Tierarzt?

Als Devil neu bei uns eingezogen war, war ich wirklich ein überängstlichen Frauchen. Ein Niesen reichte schon aus und ich war auf dem Weg zum Tierarzt. Selbst die erste Zecke ließ ich dort entfernen, da ich so viele Horrorgeschichten von feststeckenden Zeckenköpfen gelesen hatten. Und als die erste Magen-Darm-Infektion kam, wäre ich am liebsten in die Praxis eingezogen. Im Nachhinein muss ich über diese Zeit lächeln. Zum Glück haben wir einen tollen und verständnisvollen Tierarzt, der sich auch für die Menschen immer viel Zeit nimmt. So wurden unsere Besuche dort schon bald weniger. Manchmal rief ich auch einfach nur an, wenn ich mir nicht sicher war, ob meine Sorgen berechtigt waren. In 90 Prozent der Fälle hätte ich mir sogar den Anruf sparen können. Bei den restlichen 10 Prozent bekam ich gute Tipps, wie ich dem Hund selbst helfen konnte. Etwas wirklich Ernsthaftes hatten wir zum Glück noch nicht.

Ich war also anfangs wirklich extrem ängstlich und hätte mir so manchen Tierarztbesuch schenken können. Aber ganz ehrlich? Lieber gehe ich einmal zu viel als das ich ein Tier unnötig leiden lasse. Und lieber zahle ich für eine Untersuchung, die mir Sicherheit gibt, als mich hinterher zu fragen, warum ich nicht genauer hingeschaut hab. Denn da unsere lieben Vierbeiner nicht sprechen können, bleibt für viele Beschwerden nur eine genaue Untersuchung, um die Ursache zu finden. Das ist es mir dann aber auch wert! Auf der anderen Seite hört man aber auch immer wieder von Fällen, die viel zu lange mit dem Tierarzt-Besuch gewartet haben und ausbaden musste das dann der Hund. Noch unverständlicher ist es nur, wenn die Diagnose anhand von Suchmaschinen und ähnlichem selbst gestellt wird und jeder für sich selbst Tierarzt spielt.

Weder Google noch Facebook ist ein Tierarzt

TierarztFür viele gilt: Ist der Hund krank, werden vor allem Google und Facebook befragt, was das denn sein könnte. Übelkeit und Erbrechen? Okay, er hat was Falsches gefressen – oder ist es doch eine Vergiftung? Das linke Hinterbein lahmt? Von der Patellaluxation bis hin zum Bandscheibenvorfall werden an verschiedenen Stellen auch verschiedene Diagnosen ausgesprochen. Und das geschieht nicht etwa von Tierärzten, sondern von anderen Hundehaltern, die das schon vom Hund der Nachbarin ihrer Freundin gehört haben. Und der Hundehalter mit dem kranken Vierbeiner an seiner Seite trifft dann Entscheidungen, die total übertrieben oder auch grob fahrlässig sind. Wobei übertriebene Entscheidungen, die vielleicht zum sofortigen Besuch in der Tierklinik führen, das geringere Übel sind.

Viel schlimmer ist es, wenn wirklich gefährliche Krankheiten anhand der beschriebenen Symptome von anderen Hundehalten klein geredet werden. Hat ein Hund beispielsweise eine Vergiftung und übergibt sich, kann das keiner der anderen Hundehalter in Facebook-Gruppen oder Foren per Ferndiagnose einschätzen. Ein Tierarzt würde aber schon allein beim Anruf die richtigen Fragen stellen und im Zweifelsfall selbst schauen, wo das Problem liegt und ob eine weitere Behandlung notwendig ist. Verlässt man sich auf die Meinungen der anderen, könnte der Hund sterben. Versteht mich nicht falsch, ich möchte Gespräche über Krankheiten bei Hunden nicht grundsätzlich verteufeln. Sie sind wichtig, ein Austausch kann für alle neue Erkenntnisse bringen und niemand wird es böse meinen, wenn er einen Rat gibt oder seine Erfahrungen schildert. Ein Gespräch mit dem Tierarzt ist aber immer die bessere Wahl!

Muss ich immer gleich zum Tierarzt?

TierarztZwischen einem überängstlichen Hundehalter, wie ich es anfangs war, und jemandem, der sich Ferndiagnosen via Social Media holt, liegen Welten. Und natürlich lässt sich nicht immer pauschal sagen, wann ein Tierarzt besucht werden sollte und wann man es nicht unbedingt sofort machen braucht. Ich selbst bin mit der Zeit gelassener geworden. Ich vertraue auf mein Gefühl und darauf, dass ich unseren Hund inzwischen doch sehr gut kenne. Geht es ihm richtig schlecht, spüre ich das und erkenne dann auch deutlich die Zeichen dafür bei ihm. Dann greife ich, egal zu welcher Uhrzeit, zum Telefon und rufe unseren Tierarzt an, der eine 24-Stunden-Bereitschaft hat. Selbst in der Nacht bespricht er mit mir dann die Symptome, stellt die richtigen Fragen und hat mir bisher noch immer den richtigen Rat gegeben.

Merke ich, dass der Hund irgendwo Probleme hat, aber keine akuten Schmerzen oder anderes, was ein sofortiges Eingreifen erfordert, kenne ich die beste Medizin für unseren Kleinen: Ab auf die Couch und kuscheln. Bestehen die Probleme am nächsten Tag noch, geht es zum Tierarzt. Und humpelt er mal ein klein wenig, zeigt aber sonst keine Anzeichen dafür, dass es ihm schlecht geht, weiß ich inzwischen auch, dass 2-3 Tage Schonung ausreichen, damit das Wehwehchen weggeht. Da ist dann meist gar kein Besuch beim Tierarzt erforderlich. Natürlich schaue ich auch mal bei Google nach Symptomen – davon will ich mich gar nicht ausnehmen. Aber die Diagnose lasse ich dann doch lieber vom Arzt stellen, nicht von fremden Menschen, die den Hund noch nie gesehen haben.

Woran machst Du fest, ab wann es zum Tierarzt geht? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar!

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Bildcredits: Titelbild, Bild 1, Bild 2

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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2 Kommentare

  1. Gabriele Niersberger

    Ist es im Sommer sehr heiß und mein Hund frißt nicht, dann warte ich ab. Besonders, wenn er Leckerlie nicht verschmäht. Schaut er mich aber mit hängenden Ohren an, ist unruhig. Zeigt Schmerzen, bewegt sich nicht wie gewohnt. Bin ich gleich beim Tierarzt. Ich mache es Abhängig vom Verhalten meines Hundes, den ich nach einigen Jahre sehr gut kenne.

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