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Wie wird mein Welpe stubenrein?

„Welpe zu verkaufen. 9 Wochen alt, gechipt, geimpft und stubenrein“. So liest man es häufig in Anzeigen und auf Websites. Holt man den Welpen dann ins eigene Heim, geht das Geschäft dann doch auf den Teppich. In der Facebook-Gruppe der Wahl wird dann panisch gefragt: Hilfe, wie wird mein Welpe stubenrein? Grundsätzlich gibt es natürlich schönere Aufgabe, als Pipiflecken aus dem Teppich zu reiben. Oder gar Häufchen von den Fliesen aufzusammeln. Aber das gehört einfach dazu, wenn man einen Welpen ein Zuhause gibt. Und niemand muss sich schlecht oder unfähig fühlen, wenn der Welpe, der ja stubenrein sein sollte, es dann doch nicht ist.

Kaum ein Problem beschäftigt Welpenbesitzer so sehr, wie die Stubenreinheit. Im besten Fall hat man sich vorher schlau gemacht, wie man den kleinen Schatz dazu bekommt, den Garten oder die Wiese um die Ecke für seine Hinterlassenschaften zu bevorzugen. Doch die besten Tipps sind gerade in den ersten Wochen nur eine Unterstützung, nicht aber die tatsächliche Lösung des Problems. Wenn man das im Hinterkopf hat, geht man schon ein Stück weit gelassener mit der Situation um. Und setzt sich und den Welpen viel weniger unter Druck.

Kann ein Welpe stubenrein sein, wenn er noch so jung ist?

Irgendwann wird jeder Welpe stubenreinUm noch mal auf die oben genannten Anzeigen einzugehen: Dass ein Welpe mit neun Wochen komplett stubenrein ist, ist einfach unmöglich. Welpen sind erst mit ca. 16 Wochen in der Lage, ihre Blase und ihren Darm zu kontrollieren. Es ist also anatomisch schon einmal unmöglich, dass der Welpe im Alter von neun oder vielleicht auch zwölf Wochen stubenrein ist. Im besten Fall hat er in dem Alter schon begriffen, dass er sich melden soll, sobald er muss. Aber zurückhalten kann er es dann nicht. So ist das Melden und das Erledigen des Geschäfts meist nur durch wenige Sekunden voneinander getrennt und in dieser Zeit können wir nicht wirklich reagieren.

Der erste Vorwurf, den sich viele neue Hundebesitzer machen, können wir also damit schon mal entkräften. Und wenn wir schon dabei sind, dann machen wir auch an diesem Punkt weiter. Andere Hundehalter fragen gern bei Welpen nach, ob sie denn schon stubenrein sind und erzählen dann von ihren Erfolgsgeschichten und davon, dass ihr Hund ja vom ersten Tag an sauber war, natürlich auch in der Nacht. Das sind schöne Geschichten, gar keine Frage, aber hier spielt den Hundebesitzern wohl die Erinnerung ein paar Streiche, denn wie wir schon gelernt haben, ist das beinahe unmöglich. Macht man sich von solchen Geschichten frei, kann man das Projekt Stubenreinheit dann auch vernünftig angehen.

Wie wird denn nun der Welpe stubenrein?

Grundsätzlich und unter allen Umständen gilt zuallererst folgende Regel: Egal wie oft und egal wie lange ein Welpe die Wohnung als Hundeklo benutzt – er wird nicht dafür ausgeschimpft. Das bringt überhaupt nichts und der Welpe lernt nur: Ich darf nicht vor den Augen meiner Menschen mein Geschäft machen. Das eigentliche „Problem“ wird damit aber nicht gelöst. Also nimmt man besser nur kommentarlos den Lappen in die Hand und beseitigt die kleinen Unfälle.

Ansonsten gilt folgendes:

  1. Nach dem Essen, Schlafen und Spielen raus gehen
  2. Ansonsten alle zwei Stunden raus gehen
  3. Zeit und Geduld mitbringen, oft brauchen Welpen einige Zeit, um sich zu lösen

Wann der Welpe stubenrein wird, hängt von vielen Faktoren abGerade der letzte Punkt wird oftmals unterschätzt. Wir bedenken beim Gassigang nicht wirklich, mit wie vielen Reizen der Welpe konfrontiert wird. Überall gibt es neue Gerüche und Geräusche, die Autos machen Angst, der Windstoß ist ungewohnt und vielleicht ist auch einfach der Untergrund bisher unbekannt und daher ein wenig angsteinflößend für die Kleinen. Diese Reize machen nervös und es braucht Zeit, bis die kleinen Welpen sie verarbeiten und akzeptieren können. Ist der Stress zu groß, können sie sich nicht lösen und auch wenn man 30 Minuten draußen steht, wird nichts passieren. Kommt geht es dann zurück in die gewohnte Umgebung, also das Zuhause, „läuft“ es dann einwandfrei – im wahrsten Sinne des Wortes.

Uns Menschen treibt ein solches Verhalten oft in die Verzweifelung, doch wenn wir ein wenig darüber nachdenken, verstehen wir es dann doch. Stell Dir dazu einfach vor, Du gehst auf Toilette, überall um Dich herum ist es laut, es gibt kein Tür zum Schließen, Leute laufen an der Toilette vorbei etc. Könntest Du Dich da entspannt lösen? Sicherlich nicht. Und so geht es auch den Welpen. Hat man das im Hinterkopf, versteht man schnell,, warum sie lieber den Teppich als Hundeklo benutzen.

Natürlich ist es dann auch noch wichtig, den Welpen in dem richtigen Verhalten zu bestärken. In der Praxis heißt es: Sobald der bzw. die Kleine draußen das Geschäft macht, ist Party angesagt und es wird gelobt ohne Ende. Eine gute Faustformel dafür, ob man auch genug gelobt hat, ist die Reaktion vorbeigehender Passanten. Schauen die Dich an, also ob Du nicht alle Tassen im Schrank hast, oder sind sehr irritiert, dann ist es gerade genug 😉

Auch mit sechs Monaten ist der Welpe nicht komplett stubenrein?

Im Winter dauert es oft länger, bis der Welpe stubenrein istGlückwunsch, Du bist auch dann noch in bester Gesellschaft. Während manche Hunde wirklich Blitzmerker sind und mit vielleicht 18 Wochen schon perfekt melden, wenn sie denn mal müssen, tun andere Hunde das auch mit fünf Jahren noch nicht. Dementsprechend wird es auch im Alter von sechs Monaten noch hin und wieder passieren, das mal etwas daneben geht. Klar, es sollte nicht alles in der Wohnung landen, aber hier und da wird es noch eine Pfütze oder ein Häufchen geben. Das ist normal und nichts, worüber man sich Sorgen machen muss.

Wann der Welpe stubenrein ist, hängt von so vielen Faktoren an und schlussendlich auch von der eigenen Auffassung. Für einige ist ein kleiner Unfall einmal die Woche so unbedeutend, dass sie diesen gar nicht erwähnen. Für andere heißt es, dass es mit der Stubenreinheit noch nicht klappt. Am besten ist es jedoch, wenn man sich gar nicht großartig den Kopf darüber zerbricht, sondern einfach den oben genannten Tipps folgt und Vertrauen darin hat, dass auch der eigene Welpe irgendwann sein Geschäft nur noch draußen erledigt. Bis es soweit ist, ist der Putzlappen halt der beste Freund 😉

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Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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