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Wieviel Beschäftigung braucht mein Hund?

Montags Mantrailing. Dienstags gemeinsames Joggen. Mittwochs ist mal frei, bevor es am Donnerstag mit Agility weiter geht. Freitag ist dann Dog Dancing an der Reihe und Samstags und Sonntags ist endlich Zeit für ausgiebige Wanderungen. So oder ähnlich scheint der Terminplan einiger Hunde auszusehen und darin sind noch nicht die normalen Spaziergänge (mindestens drei oder vier mit einer Länge von jeweils einer Stunde oder mehr) enthalten. Die kommen neben der Beschäftigung natürlich noch oben drauf.

Okay, die Schilderung mag etwas übertrieben klingen, hört man sich jedoch einige Hundehalter an, scheint es wirklich ganz ähnlich abzulaufen. Die ganze Freizeitgestaltung dreht sich um die Auslastung des Vierbeiners und bevor der Hund auch nur auf die Idee käme, sich eventuell zu langweilen, wird schnell noch der Schnüffelteppich oder das Intelligenzspielzeug heraus geholt. Schließlich möchte man dem Hund gerecht werden und unterforderte Hunde neigen zu Verhaltensstörungen. Das möchte kein Hundehalter wirklich riskieren.

Hat unser Hund zu wenig Beschäftigung?

BeschäftigungLese oder höre ich von solchen Terminplänen, werde ich immer leicht nervös und frage mich tatsächlich für ein paar Sekunden, ob es der Hund nicht wahnsinnig schlecht bei uns hat. Wir besuchen derzeit keine Hundeschule und machen auch keinen aktiven Hundesport. Hier und da lernen wir zwar ein paar Tricks, aber wir sind von einem echten Programm meilenweit entfernt. Morgens und abends geht es jeweils ca. zehn Minuten raus. Nachmittags natürlich gern lange, aber da genießen wir es auch gerade im Sommer, einfach gemeinsam unter einem Baum zu sitzen.

Statt Intelligenzspielzeug zu nutzen, fliegen bei uns gern draußen und auch drinnen die Bälle und der Hund freut sich sehr, sie zu apportieren. Auf Spaziergängen wird natürlich auch viel gespielt und da gibt es auch immer wieder andere Dinge, die wir tun – aber meist nicht länger als fünf oder auch zehn Minuten am Stück, manchmal zweimal pro Spaziergang, manchmal aber auch gar nicht.

Und Zuhause? Da ist viel Ruhe angesagt. Tagsüber liegt der Hund die meiste Zeit unter meinen Schreibtisch, während ich arbeite. Zwischendurch geht’s auch mal zum Kuscheln zu Herrchen. Abends wird dann nach dem Abendbrot noch eine halbe bis dreiviertel Stunde gemeinsam auf dem Sofa gekuschelt, bevor wir dann meist noch ein wenig arbeiten und der Hund im Körbchen schläft. Kein Wunder, dass ich mich für eine Sekunde frage, ob wir dem Hund überhaupt gerecht werden oder ob er chronisch unterfordert ist.

Jeder Hund ist anders

BeschäftigungEs ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass Hunde Schnarchnasen sind. Sie ruhen und schlafen bis zu 20 Stunden am Tag. Und in der restlichen Zeit brauchen sie natürlich neben Nahrung und Wasser auch Beschäftigung und Liebe. Wie viel das allerdings letztendlich ist, variiert von Hund zu Hund. Einige Hunde haben schon aufgrund ihrer rassetypischen Merkmale Pfeffer im Hintern und geben sich nicht mit Spaziergängen unter fünf Kilometern zufrieden. Andere haben ihre Passion darin gefunden, das Sofa mit ihrer Anwesenheit zu verschönern.

Ich muss zugeben, wir waren anfangs auch der Meinung, dass der Hund Beschäftigung braucht. Zweimal die Woche ging es zur Hundeschule, dazu wurde täglich noch geübt, Tricks gelernt, viel gelaufen usw. Später gab es andere Aktivitäten wie Mantrailing und wieder eine Hundeschule. Das Ergebnis? Nach den Beschäftigungen, die dem Hund ja eigentlich Spaß machen sollten, hatten wir einen hypernervösen und gestressten Hund hier sitzen, der zwei Tage brauchte, um wieder richtig herunter zu kommen. Die Aktivitäten machten ihm ohne Frage Spaß, aber es war auch eindeutig zu viel für ihn. Klar, so ist nicht jeder Hund, aber es gibt halt auch solche – und das sollte auch jeder Hundehalter im Hinterkopf behalten.

Wie viel Beschäftigung ist genug?

Diese Frage lässt sich natürlich nicht eindeutig beantworten. Sogar innerhalb einer Rasse gibt es da gewaltige Unterschiede und man kann nie wissen, was ein Hund schlussendlich bevorzugen wird. Deshalb finde ich es auch immer etwas gefährlich, wenn überall nur davon gesprochen wird, was alles mit dem Hund auf die Beine gestellt werden muss, damit er ja nicht unterfordert ist. Oftmals fällt dann gar nicht mehr auf, wenn er überfordert ist.

BeschäftigungManchmal wünsche ich mir auch, dass unser Hund ein wenig aktiver wäre. Beispielsweise würde ich ihn gern mal auf morgendliche Walking-Runden mitnehmen, aber dafür kann ich ihn nicht begeistern. Auch auf Nachmittagsspaziergängen rennt er von Bank zu Bank in der Hoffnung, dass wir uns irgendwo hinsetzen und er dann ein bisschen herum schnüffeln und später von unserem Schoß aus die Umgebung überblicken kann. Und bei all dem macht er einen verdammt zufriedenen Eindruck. Für mich der beste Gradmesser für das Maß seiner Auslastung. Ist er länger als einen Vormittag schlecht gelaunt, powern wir ihn am Nachmittag gut aus und dann ist alles wieder okay. Aber ein Bein reißen wir uns für eine Beschäftigung nicht mehr aus.

Auf der anderen Seite müssen natürlich die Sportskanonen und Arbeitstiere natürlich gut gefordert werden, um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Das steht außer Frage. Aber ich würde mir sehr wünschen, dass immer darauf geschaut wird, dass der Hund bei seinem Freizeitprogramm noch zufrieden wirkt. Spätestens wenn Nervosität und Stress auftreten, ist es an der Zeit, einen Gang zurückzuschalten.

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  • Manuela Zaitz
  • Herausgeber: Cadmos
  • Taschenbuch: 112 Seiten

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Bildcredits: Alle Bilder von Alexander Dummer auf Unsplash

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.

Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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