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Yorkshire Terrier – knuffige Winzlinge mit Temperament

Yorkshire Terrier sind wirklich niedlich anzusehen – auch ohne die obligatorische Schleife im Haar. Die kleinen Vierbeiner verzaubern sofort mit ihrer geringen Größe, dem hübschen Gesicht und den großen Augen. Gerade die sorgen dafür, dass man ihnen oft keinen Wunsch abschlagen kann. Das kann bei Yorkshire Terriern allerdings zu Problemen führen. Auch wenn sie so niedlich aussehen, sind sie im Grunde ihres Herzen Terrier. Mit viel Selbstbewusstsein und einem starken Willen ausgestattet, kann so aus dem süßen Hündchen ein kleiner Tyrann werden. Besonders wenn man immer nur dem Hundeblick nachgibt.

Als Kind träumte ich immer davon, einen Yorkshire Terrier zu haben. Ich hatte die Rasse irgendwo im Fernsehen gesehen und wie kleine Mädchen so sind, war ich gleich hin und weg von dem kleinen Hund mit der süßen Schleife im Haar. Meine Eltern waren jedoch gegen einen Hund. Und auch mein Opa, der ihn mir zu gern gekauft hätte, konnte dagegen nichts ausrichten. Als ich älter wurde, fand ich die Terrier zwar noch immer niedlich, aber auf meiner Wunschliste standen sie nicht mehr unbedingt. Dabei können die Kleinen wirklich tolle Begleiter sein, wenn man denn ihre Erziehung nicht vernachlässigt.

Woher stammen die Yorkshire Terrier?

Yorkshire-Terrier haben ihren Namen von der Grafschaft YorkshireDer Name des kleinen Fellfreunds, um den es in dieser Rassebeschreibung geht, verrät auch schnell seinen Ursprung. Der Yorkshire Terrier stammt aus der Grafschaft Yorkshire, die im Norden Englands liegt. Entgegen vieler anderer Rassen, die wir heute kennen, war der Yorkshire Terrier anfangs nicht den Adligen zuzuordnen. Vielmehr war er ein Hund der armen Leute. Im 19. Jahrhundert brachten schottische Einwanderer ihre Hunde mit nach England. Darunter befanden sich auch einige Terrier, die heute als Vorfahren des Yorkies angesehen werden.

Die Hunde der Schotten wurden häufig zur Mäuse- und Rattenjagd in Fabriken eingesetzt. Jedoch waren sie dazu eigentlich ein wenig zu groß. So wird angenommen, dass dann die Zucht eines kleineren Terriers begann, aus der dann schließlich auch der Yorkshire Terrier entstand. Genau weiß man es allerdings nicht, denn die Arbeiter konnten oftmals weder lesen noch schreiben. Es gibt also keine Aufzeichnungen darüber.

Damals war der Yorkshire Terrier dann auch noch etwas größer und erst im Laufe der Zeit wurde er durch Zuchteinkreuzungen kleiner und zierlicher. So sicherte er sich schließlich einen Platz in adligen Häusern. Gerade die Frauen dort hatten eine Vorliebe für sehr kleine und hübsche Hunde. Sie wurden zum Statussymbol und somit auch zum Schoßhund, der überall mit herum getragen wurde. Im Jahr 1874 gab es dann einen ersten Eintrag im Zuchtbuch und 1886 wurden Yorkshire Terrier als eigenständige Rasse vom britischen Kennel Club anerkannt.

Yorkshire Terrier sind nicht zu unterschätzen

Yorkshire Terrier sind wachsame HundeDas Wesen des Yorkshire Terriers wird aufgrund seines Aussehens meistens vollkommen unterschätzt. Viele denken, sie kaufen sich einen süßen kleinen Schoßhund, den sie auch getrost in der Tasche mit sich herum tragen können oder denen sie niedliche Frisuren verpassen. Dabei wird vergessen, dass man es hier mit einem Terrier zu tun hat. Die sind von Haus aus mit einem großen Selbstbewusstsein ausgestattet und möchten ihr kleines Köpfchen überall durchsetzen. Man hat es hier also nicht unbedingt mit einem Kuscheltier zu tun, sondern eher mit einem temperamentvollen Hund. Dieser Hund will auch beschäftigt werden und muss Grenzen kennen lernen.

Auch wenn man es nicht glauben mag: Der Yorkie ist ein überaus wachsamer Hund, der sein Zuhause und seine Menschen gern beherrscht und kontrolliert. Setzt man hier bei der Erziehung nicht richtig an, kann das zum Problem werden, denn die kleinen Terrier sind äußerst bellfreudig und können damit schon die Nerven strapazieren. Zu seinen Charaktereigenschaften gehören außerdem eine große Portion Mut und natürlich das typische Temperament, dass man auch von anderen Terriern kennt. All das kann gemeinsam zu einer explosiven Mischung werden, wenn keine Erziehung erfolgt. So kann aus dem niedlichen Hund ein echter Raufer werden, mit dem man nur ungern Hundewiesen betritt.

Versteht man allerdings das Wesen des Terriers, setzt dem kleinen Yorkie Grenzen und zeigt Konsequenz, hat man einen treuen, anschmiegsamen Begleiter, der sich auch ideal als Familienhund eignet und sogar für sportliche Aktivitäten zu gewinnen ist. Mit seiner lebhaften Art ist er ein wunderbarer Spielkamerad für Kinder und begeistert seine Menschen immer wieder mit seiner pfiffigen und oftmals charmanten Art.

Yorkies wollen gepflegt werden

Das Fell der Yorkshire Terrier braucht viel PflegeDer Yorkshire Terrier gehört zu den Langhaar-Hunden – somit benötigt auch sein Fell etwas mehr Pflege. Damit sich keine Knoten oder Verfilzungen bilden, ist ein regelmäßiges Bürsten Pflicht und die meisten Yorkies lieben diese Wellness-Behandlung. Aufgrund seiner geringen Größe ist der Yorkie ein Schmutzmagnet und nach dem Spaziergang ist die Fellpflege somit unerlässlich. Baden sollte man die Kleinen allerdings nicht zu oft, ihr seidiges Fell könnte davon auf Dauer Schaden nehmen. Also lieber etwas mehr Kämmen und zur Not mit dem Waschlappen den Schmutz entfernen und nicht gleich ein Vollbad einlassen.

Außerdem sollte man beim Yorkshire-Terrier der Augenpflege viel Beachtung schenken. Wir haben das Schleifchen am Kopf hier schon öfter erwähnt – und es dient nicht nur der Verschönerung, sondern hält das lange Fell aus den Augen heraus. Entweder kürzt man das Fell hier also regelmäßig oder schafft sich einen Vorrat an Schleifen an. Zudem hat der Yorkie eine recht starken Tränenfluss, weshalb der Bereich um die Augen herum mit Lotionen gepflegt werden sollte, die auch Tränenflecken verhindern.

Passt der Yorkshire Terrier zu Dir?

Mit seinen ca. 20 – 23 Zentimetern Widerristhöhe und einem Gewicht von etwa 3 Kilogramm passt der Yorkshire Terrier selbst in kleinste Stadtwohnungen, wenn man ihm ansonsten viel Auslauf gewährt. Wenn Du Dich für diesen kleinen Terrier entscheidest, solltest Du Dir bewusst sein, dass Du selbst einen größeren Dickkopf als der Hund besitzen solltest und das auch bei seiner geringen Größe die Erziehung eine Notwendigkeit ist. Wenn Du mit all dem kein Problem hast, wirst Du in einem Yorkshire-Terrier einen guten Freund finden.

Ob Du Single bist oder ob Du dem kleinen Vierbeiner gleich eine ganze Familie bieten kannst, ist völlig egal. Der Yorkie passt sich gut an und kann bei guter Erziehung toll mit Kindern umgehen. Für Senioren, die eher einen ruhigen Begleiter suchen, der nicht zu viele Ansprüche stellt, sollten sich jedoch lieber nach einer anderen Rasse umsehen.

Bildcredits: Titelbild von StockSnap, Bild1 und Bild3 von Skeeze, Bild2 von YamaBSM

Über Nicole Rinne

Nicole hat drei Leidenschaften: Hunde, Marketing und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier passt einfach alles zusammen.

Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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6 Kommentare

  1. Schöner Beitrag und ja, so ist der Yorkie! 🙂
    Ich selbst habe einen Yorkie, dieser begleitet mich nun schon seit 9 Jahren. Wenn man ihn richtig erzieht ist er wirklich pflegeleicht und immer für einen Witz zu haben. 😀
    LG
    Nadine mit Alfi

    • Danke für Deine lieben Worte. Ich wünsche Dir noch viele schöne gemeinsame Jahre mit Deinem Yorkie. Wir haben hier im Haus auch einen Vertreter dieser Rasse und die Kleine ist ein richtiger Wachhund, inklusive Bellen etc.

  2. Ich habe eine Frage
    Wenn mein lieblingshund gestorben ist gibt es eine Möglichkeit ihn genau so wie er war züchten zu lassen mit den gleichen Farben und der gleichen Augenfarbe?

    • Hallo, erst einmal tut es mir sehr leid, dass Du Deinen Hund verloren hast. Zu Deiner Frage… Meines Wissens nach ist es nicht möglich. Wie sich die Gene von Hunden schlussendlich verteilen, kann man nie zu 100 % beeinflussen.
      Und ich muss ehrlich sagen, es ist gut, dass die Natur da mehr Macht hat als wir. Natürlich wirst Du Deinen Hund sehr geliebt haben, aber eine „Kopie“ ist sicher nicht so erstrebenswert. Jeder Hund, egal wie Fellfarbe oder Augenfarbe ist, ist doch liebenswert und ein Unikat.
      Lass Dir Zeit, bis irgendwann die richtige Zeit da ist. Dann wirst Du sicher irgendwo einen Hund sehen und wissen, das er der richtige ist – auch wenn er nicht so aussieht, wie Dein Liebling

  3. Hallo Nicole

    Endlich fällt mir mal ein Yorkie-Bericht in die Hände. Vielen Dank für den spannenden und informativen Text.

    Ich habe vor etwas mehr als einem Jahr einem Yorkie ein Zuhause gegeben und möchte ihn nicht mehr missen. Wie du schreibst steckt sehr viel Temperament in dem kleinen Schlitzohr.

    Mich würde noch interessieren wie du die Erziehung angegangen bist? Da ich 1. Hundebesitzerin bin, bin ich für jeden Tipp und Trick dankbar.

    Liebe Grüsse, Bianca

    • Hallo Bianca. Schön, dass Dir unser Artikel gefällt. Erziehungstipps für einen Yorkie direkt kann ich nicht aus erster Hand liefern – wir haben ja einen Spaniel. Grundsätzlich finde ich es aber gerade bei denn Winzlingen wichtig, dass man nicht vergisst, dass auch sie Hunde sind. Als Terrier brauchen sie eine konsequente, aber liebevolle Erziehung und sicher auch gut abgesteckte Grenzen. Es unterscheidet sich also nicht viel von der Erziehung anderer Hunde, wenn man halt nicht denkt: „Ach, der ist so klein, da ist das schon okay.“
      Ich wünsch Dir noch ganz viel Spaß mit Deiner kleinen Fellnase

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